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Lehrerpräsident wehrt sich gegen "Litanei des Boshaftigkeiten über Lehrer"

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Lehrerpräsident wehrt sich gegen "Litanei der Boshaftigkeiten"

04.10.2013, 15:18 Uhr | tze, dpa

Lehrerpräsident wehrt sich gegen "Litanei des Boshaftigkeiten über Lehrer". Lehrer haben in Deutschland nicht den besten Ruf. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Lehrer haben in Deutschland nicht den besten Ruf. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Im internationalen Vergleich haben Lehrer bei uns ein miserables Ansehen, glaubt man einer aktuellen Studie der Varkey GEMS Stiftung. Danach rangiert Deutschland auf Platz 16 von 21, wenn es um die gesellschaftliche Wertschätzung der Pädagogen geht. Die Elternredaktion von t-online.de wollte wissen, was Lehrer dazu sagen. "Es tut schon weh, so etwas vorgehalten zu bekommen", sagt der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Josef Kraus. "Ich ordne diese Ergebnisse in die lange Litanei der Boshaftigkeiten gegen Lehrer ein, an der auch hochrangige Politiker mitwirken."

Auf Lehrern herumzuhacken, sei in Deutschland ein regelrechter Volkssport, ja schon ein "typisch deutsches Kulturphänomen", beklagt Kraus. Das Gros der Lehrer arbeite nach bestem Wissen und Gewissen, viele engagierten sich über den Unterricht hinaus. Für sie sei das Umfrageergebnis eine Beleidigung.

Kraus: Eltern und Schüler sind schwieriger geworden

Zur Verteidigung seines Berufsstandes sagt der Lehrerpräsident, dass der Anteil "problematischer Schüler" zugenommen habe. Er konkretisiert: Es gebe mehr instabile Familiensituationen, Kinder seien unaufmerksamer und gewaltbereiter, und auch die Eltern seien schwieriger geworden. "Ich will keine pauschale Elternschelte betreiben, denn zwei Drittel erziehen ihre Kinder gewissenhaft und gut. Aber es gibt etwa 15 Prozent, die sich um überhaupt nichts kümmern. Bei denen kann man als Lehrer fünfmal anrufen und sagen, dass man sich um ihre Kinder Sorgen macht, ohne dass etwas passiert."

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Schwer erziehbare Kinder - das sind auch die überbehüteten

Die Nicht-Kümmerer seien vorwiegend Eltern aus bildungsfernen Schichten. Nicht weniger schwierig findet Kraus das andere Extrem, die so genannten Helikopter-Eltern. "Das sind die, die sich überall einmischen, die jede Note anfechten, die sich an der Gestaltung des Klassenraums stören und die ihr 17-jähriges Kind bei drei Regentropfen mit dem Auto zur Schule fahren." Kraus verdeutlicht: "Auch deren Kinder sind schwer erziehbare Kinder, weil sie nie gelernt haben, selbst Verantwortung zu tragen."

Ein Lehrer soll kein Sozialarbeiter sein

Laut der Studie der Varkey GEMS Stiftung ist der Status eines Lehrers in Deutschland am ehesten mit dem eines Sozialarbeiters zu vergleichen. Deutlich unter fünf Prozent der Menschen sehen den Lehrer auf einer Stufe mit dem Arzt.

Den Sozialarbeitervergleich sieht der Lehrerpräsident sehr skeptisch: "Da hat sich offensichtlich die Wahrnehmung und Erwartung von Schule verschoben. Die primäre Aufgabe der Schule ist Bildung, nicht Erziehung." Lehrer sollten Schülern neben Wissen auch Werte vermitteln, aber es sei nicht tragbar, wenn Eltern grundsätzliche Erziehungsaufgaben an die Schule delegierten. "Dann verkennen sie ihre gesetzliche Erziehungspflicht." Und das sei im Übermaß der Fall.

Auch die Politik trage immer mehr Forderungen an die Schulen heran, zum Beispiel Konsum- und Medienerziehung. "Aber diese Prägung muss schon viel früher im Elternhaus erfolgen, die Schule kann nur gering korrigierend eingreifen."

Lehrer an vierter Stelle der Allensbacher Berufsprestige-Skala

Kraus zweifelt an der Aussagekraft der Fragestellung bei der Varkey-Erhebung. Dafür wurden in 21 Ländern je 1000 Menschen zu ihrer generellen Meinung über Lehrer gefragt. Mehr als 40 Prozent der in Deutschland Befragten schätzen, dass Schüler ihre Lehrer nicht respektieren. Zudem würden keine 20 Prozent der Befragten ihre Kinder ermutigen, später Lehrer zu werden, heißt es in der Studie. Der Lehrerpräsident verweist auf die Berufsprestige-Skala des Allensbach-Instituts vom August 2013: Demnach gehört der Beruf des Lehrers zu den meistgeschätzten in Deutschland, an vierter Stelle nach Arzt, Krankenschwester und Polizist.

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