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Facebook-Verbot für Lehrer: Das planen die Bundesländer

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Soziale Netzwerke  

Bundesländer wollen kein totales Facebook-Verbot für Lehrer

23.10.2013, 13:59 Uhr | dpa

Facebook-Verbot für Lehrer: Das planen die Bundesländer. Dürfen Lehrer und Schüler bei Facebook befreundet sein? Die Bundesländer haben dazu unterschiedliche Antworten. (Quelle: dpa)

Dürfen Lehrer und Schüler bei Facebook befreundet sein? Die Bundesländer haben dazu unterschiedliche Antworten. (Quelle: dpa)

Mit einem Klick ins Lehrerzimmer? In Rheinland-Pfalz ist das jetzt teilweise verboten. Lehrer dürfen dort über Facebook keinen dienstlichen Kontakt mehr mit ihren Schülern haben. Andere Bundesländer sind da weniger streng.

Keine Facebook-Freundschaften in Rheinland-Pfalz

Privat ja, dienstlich nein: Manche Bundesländer untersagen inzwischen die Lehrer-Schüler-Kommunikation auf Facebook für alle schulischen Belange, wie eine Umfrage der Nachrichtenagentur dpa ergab. Andere Länder wiederum verzichten zwar auf Regelungen zum Umgang mit der Freundschaftsplattform. Sie appellieren aber an Eigenverantwortung, gesunden Menschenverstand und die Pflicht der Lehrer, Dienstliches aus Facebook herauszuhalten. "Wir gehen die Sache präventiv an", erklärte etwa ein Sprecher der Hamburger Kultusbehörde. Ein schulisches Verbot von Facebook-Freundschaften zwischen Pädagogen und Schülern, wie es jetzt Rheinland-Pfalz beschlossen hat, wollen andere Bundesländer aber nicht.

"Wir raten zu einem defensiven Umgang"

In Bayern und Baden-Württemberg gilt weiter: Es gibt ein dienstliches Facebook-Verbot für Lehrer. Privat dürfen sie dort aber aktiv sein und sich auch mit Schülern befreunden. Ein bayerischer Ministeriumssprecher betont jedoch: "Wir raten zu einem defensiven Umgang." Der Stuttgarter Kultusminister Andreas Stoch (SPD) rät sogar: "Freundschaftsanfragen via Facebook oder andere Soziale Medien würde ich als Lehrer konsequent ablehnen." Sachsen arbeitet derzeit an einer ähnlichen Regelung wie Bayern.

Viele Länder raten zu "amtsangemessenem Verhalten"

Für Pädagogen in Nordrhein-Westfalen gilt in sozialen Netzwerken schlicht die allgemeine Dienstordnung. Das heißt, sie müssen sich "amtsangemessen verhalten". Kommunikation in sozialen Netzwerken ist also erlaubt, professionelle Distanz wird vorausgesetzt. Das Bildungsministerium in Kiel erwartet ebenso wie Thüringen von seinen Lehrern, dienstliche Kommunikation über Facebook zu unterlassen.

Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen betonen die Eigenverantwortung der Lehrkräfte und sehen von einer Regelung ganz ab. "Grundsätzlich setzt Niedersachsen auf einen eigenverantwortlichen und verantwortungsbewussten Umgang durch Lehrkräfte und Schulleitungen mit den sogenannten sozialen Netzwerken", sagte ein Ministeriumssprecher in Hannover. Der Einsatz sozialer Netzwerke im schulischen Umfeld liege im eigenen, pädagogisch verantwortungsbewussten Ermessen der Schule beziehungsweise der Lehrkraft, hieß es aus Schwerin.

Kein Facebook-Verbot in Hessen

Auch Hessen will kein Facebook-Verbot für Lehrer. Schüler und Lehrer dürften über das Netzwerk befreundet sein, sagt das dortige Kultusministerium. "Aber viele Lehrerinnen und Lehrer halten in dieser Frage ohnehin Distanz." Auch Berlin vertraut seinen Pädagogen. Die Lehrer sollten soziale Netzwerke - wenn überhaupt - allein für Informationen nutzen, hieß es.

Sachsen-Anhalt setzt auf Information

Dem Kultusministerium in Sachsen-Anhalt sind bislang keine Fälle bekannt sind, in denen private "Freundschaften" zwischen Lehrern und Schülern zu Problemen führten. Soziale Netzwerke würden nicht im Unterricht eingesetzt und auch nicht für Absprachen genutzt. Im Frühjahr 2014 will das Ministerium Lehrkräfte, Schüler sowie Eltern Informationen an die Hand geben, um weiter zu sensibilisieren.

Warum Rheinland-Pfalz so streng ist

Rheinland-Pfalz will bei Facebook nichts dem Zufall überlassen. Dienstliche Online-Freundschaften sind ebenso untersagt wie das Nutzen des Netzwerks als Lernplattform. Die Trennung sei auch nötig, weil der Erziehungs- und Bildungsauftrag der Schule mit dem Geschäftsmodell von Facebook - einer Auswertung persönlicher Daten für kommerzielle Zwecke - nicht zu vereinbaren sei, hieß es zur Begründung.

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