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Bildung  

Aktionsrat Bildung fordert mehr echte Ganztagsschulen

06.11.2013, 16:26 Uhr | dpa

Aktionsrat Bildung fordert mehr echte Ganztagsschulen. Nur fünf Prozent der deutschen Schüler besuchen eine Ganztagsschule. Zu wenig, findet der Aktionsrat Bildung. (Quelle: dpa)

Nur fünf Prozent der deutschen Schüler besuchen eine Ganztagsschule. Zu wenig, findet der Aktionsrat Bildung. (Quelle: dpa)

Ganztagsschulen haben Konjunktur - viele Bundesländer haben ihre Ganztagsangebote stark ausgebaut. Doch gibt es von Land zu Land große Unterschiede. Zu den Nachzüglern gehört Bayern, das sonst größten Wert auf seine Spitzenstellung in der Bildung legt.

Der Aktionsrat Bildung fordert in seinem neuen Jahresgutachten einen Ausbau der echten Ganztagsschulen in Deutschland. Nach Analyse des von der bayerischen Wirtschaft finanzierten Gremiums haben die Bundesländer in den vergangenen zehn Jahren Jahren fünf Milliarden Euro hauptsächlich in den Ausbau der Nachmittagsbetreuung investiert, ansonsten aber die traditionelle Halbtagsschule beibehalten. Bundesweit nahm demnach 2011 zwar ein Viertel aller Grundschüler (26 Prozent) an Ganztagsangeboten teil, aber nur knapp fünf Prozent besuchten eine echte Ganztagsschule mit Unterricht am Nachmittag.

Thüringen hat die meisten Ganztagsschüler

Bundesweiter Spitzenreiter bei den Ganztagsangeboten war laut Bildungsrat im Jahr 2011 Thüringen, wo knapp 83 Prozent aller Grundschüler an Ganztagsbetreuung oder -unterricht teilnahmen. Bestes westdeutsches Bundesland war das Saarland mit 37 Prozent.

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Mecklenburg-Vorpommern und Bayern liegen hinten

Schlusslicht war Mecklenburg-Vorpommern mit lediglich gut drei Prozent. An vorletzter Stelle lag Bayern mit etwas über sieben Prozent, das damit ebenfalls weit unter dem Bundesdurchschnitt rangierte. Allerdings sind die Zahlen nicht auf dem neuesten Stand - Bayern und mehrere andere Bundesländer haben in den vergangenen zwei Jahren stark in den Ausbau der Ganztagsangebote investiert. Ein Sprecher von Bayerns Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) betonte, dass derzeit bereits 16 Prozent der bayerischen Grundschulen Ganztagsunterricht anbieten und zwei Drittel eine verlängerte Mittagsbetreuung.

Unterricht über den Schultag verteilen

Die Ganztagsbetreuung ohne Unterricht am Nachmittag ist nach Einschätzung der Bildungsforscher aber nicht ideal. Am besten für die Kinder sei die "rhythmisierte Ganztagsschule", in der über den ganzen Schultag verteilt Unterricht und Freizeitphasen abwechseln.

Kosten von vier Milliarden Euro nötig

Ein flächendeckender Ausbau würde vier Milliarden Euro kosten, sagte der Dortmunder Bildungsforscher Wilfried Bos bei der Präsentation der Studie. "Meine Güte, das ist doch kein Geld", meinte Bos - und verwies auf die viel höheren Summen, die Bund und Länder 2008 und 2009 zur Rettung der Banken aufgebracht hatten. "Im Vergleich sind das Peanuts."

Beweis für Qualität fehlt noch

Allerdings räumen die Bildungsforscher in ihrem Jahresgutachten auch ein, dass es bisher keinen Beleg für eine höhere Qualität der Ganztagsschulen gibt. Es ließen sich "bislang keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den Schülerleistungen in den Domänen Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften an Halb- oder Ganztagsgrundschulen nachweisen", heißt es in dem Papier.

Unklar ist auch, ob die Förderung schwacher Schüler aus armen Familien und von Einwandererkindern gelingt. "Wir wissen bislang nicht, ob Kinder auf Ganztagsschulen besser gefördert werden als Kinder auf Halbtagsschulen", räumte Bos ein. Er beklagte, dass die Eltern für die Ganztagsbetreuung zahlen müssen. Das führt nach seiner Einschätzung dazu, dass arme Familien ihre Kinder nicht in eine Ganztagsschule schicken.

Schwache Schüler müssen mehr gefördert werden

Ein wichtiges Ziel der Ganztagsschule wird bislang nach Einschätzung des Bildungsrats nicht voll umgesetzt - die Förderung schwacher Schüler aus Haushalten mit niedrigem Einkommen und aus Einwandererfamilien. Es gelinge den Ganztagsgrundschulen "auch heute nur zum Teil, mit ihren Angeboten diejenigen Schülerinnen und Schüler zu erreichen, die unter benachteiligenden und/oder belastenden Bedingungen aufwachsen", heißt es in dem Gutachten.

Empfehlung für rhythmisierte Ganztagsschulen

Dennoch empfiehlt der Aktionsrat einen flächendeckenden Ausbau der rhythmisierten Ganztagsschulen und einen verbindlichen Ausbauplan der Kultusministerkonferenz für die nächsten fünf beziehungsweise zehn Jahre.

Finanziert wird der Aktionsrat von der Vereinigung der bayerischen Wirtschaft. Deren Vorsitzender Alfred Gaffal forderte ebenfalls höhere Investitionen in die Qualität der Betreuung in Kindergärten und Ganztagsschulen. "Nur dann werden Eltern ihre Kinder gerne in derartige Einrichtungen geben", sagte Gaffal.

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