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DLRG: Die Deutschen lernen immer seltener schwimmen

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Schwimmen  

Viele Schwimmbäder vor dem Aus: Können unsere Kinder bald nicht mehr richtig schwimmen?

06.03.2014, 10:01 Uhr | dpa-AFX, dpa

DLRG: Die Deutschen lernen immer seltener schwimmen. Immer weniger Kinder haben die Möglichkeit das Schwimmen richtig zu lernen.  (Quelle: dpa)

Immer weniger Kinder haben die Möglichkeit das Schwimmen richtig zu lernen. (Quelle: dpa)

Wer schwimmen lernen will, muss warten: Rutschen, planschen, springen ja, richtig schwimmen nein. In den heutigen Spaßbädern fehlen die Lehrbecken. Viele Bäder haben außerdem in den vergangenen Jahren wegen knapper Kassen dicht gemacht. Die Folge: Immer weniger Deutsche können schwimmen, weil sie es als Kind nie gelernt haben. Experten schlagen jetzt Alarm.

Viele Hallen- und Freibäder geraten angesichts der kommunalen Finanznot in finanziell prekäre Situationen oder müssen ganz schließen. Das bedroht nach Einschätzung der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) die Schwimmfähigkeit der Deutschen. "Weniger Bäder bedeutet auch weniger Ausbildung zum Schwimmen", sagt der Ehrenpräsident der DLRG, Klaus Wilkens (71).

Immer mehr Schwimmbäder schließen

Am Ende der vierten Klasse erreichen Wilkens zufolge derzeit bundesweit 50 Prozent der Schüler das Freischwimmerabzeichen. Ende der 1980er Jahre seien es noch mehr als 90 Prozent gewesen. Nach Recherchen der DLRG sind seit 2007 in Deutschland fast 300 Bäder geschlossen worden, mehr als 500 sind derzeit vom Aus bedroht. Vor allem im Osten Deutschlands fehlen klassische Hallenbäder. Die Umwandlung in Freizeit- und Funbäder hält Wilkens für keine Lösung, da man dort keinen Sport treiben und das Schwimmen Menschen nicht beibringen könne.

UMFRAGE - SCHWIMMEN
Hat Ihr Kind das Freischwimmerabzeichen?

Experte fordert Zusammenarbeit mit Vereinen

Im Interview spricht Wilkens über Möglichkeiten die bevorstehende Schwimm-Misere in den Griff zu bekommen:

Könnte es nicht auch sein, dass einfach das Interesse am Schwimmen zurückgeht?

Klaus Wilkens: Keineswegs. Bei uns betragen die Wartezeiten, um in den Schwimmunterricht aufgenommen zu werden, zwischen zwölf und 24 Monate. Uns fehlen schlicht die Kapazitäten.

Der Trend geht zu Fun- und Wellnessbädern. Für die DLRG scheint da der Spaß aufzuhören?

Klaus Wilkens: Wir sind nicht gegen Spaßbäder. Wir schlagen aber vor, solche Freizeitbäder mit Hallenbädern zu kombinieren, die Lehrschwimmbecken oder eine 25-Meter-Bahn haben. Diese können dann Vereine und Schulen nutzen. Das muss gar nicht unbedingt mehr kosten, wie ein Beispiel hier in meinem Wohnort Lüneburg zeigt.

Aber Bäder kosten immer Geld...

Klaus Wilkens: Es stimmt, dass Bäder Zuschussbetriebe bleiben. Aber sie sorgen auch für Gesundheit und Bewegung, gerade für Kinder und Jugendliche. Das Geld ist gut angelegt, die Folgekosten sind möglicherweise für die Gesellschaft noch teurer.

Die Kommunen sind knapp bei Kasse. Was können diese tun, um Bäder zu erhalten?

Klaus Wilkens: Das Problem sind die hohen Personalkosten. Es gibt inzwischen aber intelligente Konzepte, um in Zusammenarbeit mit Vereinen oder der DLRG Kosten zu reduzieren. In Spitzenzeiten können in den Bädern ehrenamtliche Kräfte eingesetzt werden. Die DLRG betreut inzwischen bundesweit 60 Frei- und Hallenbäder. In Dortmund sind sieben Einrichtungen in unserer Verwaltung. Wir stellen dort sogar Schwimmmeister ein.

Dann wälzen aber doch die Kommunen ihre Verantwortung auf Organisationen wie die DLRG ab. Das kann doch auch nicht die Lösung sein?

Klaus Wilkens: Das ist grundsätzlich richtig. Wir sind aber im Interesse der Sache oft dazu gezwungen. Am besten wäre es dann, wenn wir in einem einmaligen Kraftakt alle Bäder bundesweit saniert bekämen. Das würde nach Schätzungen mehr als zehn Milliarden Euro kosten.

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