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Pisa-Studie: Deutsche Schüler sind im Alltag überfordert

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Pisa-Studie  

Schüler in Deutschland sind im Alltag überfordert

01.04.2014, 15:56 Uhr | AFP, dpa

Pisa-Studie: Deutsche Schüler sind im Alltag überfordert. Neue Pisa-Ergebnisse: Unsere Kids versagen im Alltag.  (Quelle: imago/Südraumfoto)

Neue Pisa-Ergebnisse: Unsere Kids versagen im Alltag. (Quelle: imago/Südraumfoto)

Schüler in Deutschland sind beim kreativen Lösen von Problemen zwar international leicht besser als der Durchschnitt, doch fast ein Fünftel ist mit dem Alltag überfordert und scheitert an einfachen Problemstellungen. Das ergab der fünfte Pisa-Schulvergleichstest mit kniffligen Alltagsfragen, aus dem neue Ergebnisse jetzt veröffentlicht wurden.

Die Leistungen deutscher Schüler bei "kreativen Problemlösungen" bewegen sich nach Erkenntnissen aus der PISA-Schulleistungsuntersuchung international auf einem durchschnittlichen Niveau. Im Ländervergleich seien sie im "guten Mittelfeld" zu verorten, teilte die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Sie lägen leicht über dem Schnitt der OECD-Mitgliedstaaten.

Klimaanlage bedienen und kürzesten Weg suchen

Bei der Auswertung ging es der OECD zufolge um die Fähigkeit zum Lösen von Alltagsproblemen, die mehr als das Abrufen von Schulwissen verlangen. Zu den Aufgaben aus dem interaktiven Test gehörte unter anderem, sich die Funktionsweise einer Klimaanlage durch das Bedienen von drei nicht beschrifteten Reglern zu erschließen.

UMFRAGE - ALLTAGSPROBLEME
Glauben Sie, deutsche Schüler sind den Anforderungen der komplexen Arbeitswelt gewachsen?

Eine weitere Aufgabe bestand darin, die Arbeitsweise eines virtuellen Staubsaugerroboters, der bei Kontakt mit verschiedenfarbigen Objekten bestimmte Aktionen ausführt, zu
analysieren. Konfrontiert wurden die Schüler auch mit einer Karte, auf der die Standorte verschiedener Personen und Straßenabschnitte mit der jeweiligen Fahrtdauer verzeichnet waren. Dann sollten sie herausfinden, wo sich drei Personen treffen müssten, wenn keiner mehr als 15 Minuten fahren will.

Schüler aus Deutschland sind nur Mittelmaß

Die 15-Jährigen in Deutschland blieben aber mit ihren Leistungen hinter den Erwartungen zurück, die nach den Ergebnissen des Vorjahres in Mathematik, Lesen und Naturwissenschaften geweckt worden waren. Dies gilt laut OECD vor allem für das schwächste Drittel der Schülerinnen und Schüler: Von diesen erreichen fast 20 Prozent beim Lösen von Problemen nicht das Basisniveau (Level 2). In Japan und Korea sind es sogar weniger als sieben Prozent.

Umgekehrt gehören 13 Prozent der deutschen Schüler zu den leistungsstärksten Problemlösern (Level 5 und 6), in Japan und Korea aber deutlich mehr als 20 Prozent. Nach Angaben der OECD macht sich beim Problemlösen in dieser Gruppe ein Geschlechterunterschied bemerkbar. "Dabei fällt auf, dass Schüler besser abschneiden als Schülerinnen", erklärte die Organisation. In der Spitzengruppe seien hierzulande zu 60 Prozent Jungen und nur zu 40 Prozent Mädchen vertreten.

So hängt Problemlösen und soziale Herkunft zusammen

Pisa-Studie: So schneiden deutsche Schüler im internationalen Vergleich ab. (Grafik: dpa) Die Ergebnisse zeigen weiter, dass beim kreativen Problemlösen soziale Herkunft und ökonomischer Hintergrund weniger prägend sind als bei den sonstigen Pisa-Schulleistungen. Gleichwohl sehen die OECD-Experten auch hier einen Zusammenhang. Denn Kinder aus ärmeren Familien haben "oft keinen Zugang zu den besten Schulen und Lehrern", sagte der Hauptautor der Studie, Francesco Avvisati. Dies wirke sich dann nicht nur bei den Leistungen in Mathematik, sondern auch beim Lösen differenzierter Probleme aus. Dies gilt hierzulande auch für 15-Jährige mit Migrationshintergrund.

Die Folgen aus dem Pisa-Schock 2000

Pisa als weltweit größter Schultest wird seit 2000 alle drei Jahre von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in Paris organisiert. Die Organisation will den nationalen Entscheidungsträgern damit Informationen über die Leistungsfähigkeit ihrer Schulsystemen liefern und indirekt Lerneffekte und Verbesserungen anregen. Der durch PISA ausgelöste Veränderungsdruck ist teilweise erheblich. Das Kürzel "Pisa" steht für "Programme for International Student Assessment". Spitzenreiter Singapur erreichte in dem Test 562 Punkte, Deutschland 509 Punkte. Kolumbien als Tabellenletzter kam auf 399 Punkte.

Experte fordert mehr selbständiges Lernen

Das nur äußerst mäßige deutsche Abschneiden vor allem bei Lesen/Textverständnis hatte beim ersten Test in der Öffentlichkeit den sogenannten Pisa-Schock ausgelöst. Die Kultusminister brachten daraufhin zahlreiche Schulreformen auf den Weg, darunter einheitliche Bildungsstandards für alle 16 Bundesländer.

Die Testergebnisse zeigen nach Ansicht Avvisatis für das deutsche Schulsystem, dass für schwächere Schüler mehr Gewicht auf selbstständiges Lernen gelegt werden sollte. Nur so würden auch sie befähigt, "unvertraute Situationen und Nicht-Routine-Aufgaben" zu bewältigen.

Teil der Test-Runde aus 2012

Der Test zum "kreativen Problemlösen" fand nach Angaben der OECD während der jüngsten PISA-Runde 2012 parallel zur Hauptbefragung statt. Schwerpunkt damals war der Kompetenzbereich Mathematik. Die OECD organisiert die PISA-Studien alle drei Jahre, um das Leistungsniveau von 15-jährigen Schülern in dutzenden Ländern zu messen. Dabei liegt der Fokus der Analyse abwechselnd auf unterschiedlichen Leistungsbereichen. Einige der PISA-Fragen gibt es hier zum Selber-Tüfteln.

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