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Inklusion: Günther Jauch diskutiert über Fall Henri

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Fall Henri bei Günther Jauch  

"Bin entsetzt über den Inklusionswahnsinn"

19.05.2014, 12:01 Uhr | Alexander Grasshoff, t-online.de

Inklusion: Günther Jauch diskutiert über Fall Henri. Down-Syndrom-Kind Henri will mit seinen Freunden aufs Gymnasium wechseln (Quelle: dpa)

Down-Syndrom-Kind Henri will mit seinen Freunden aufs Gymnasium wechseln (Quelle: dpa)

Sollten behinderte und nichtbehinderte Kinder gemeinsam unterrichtet werden? Es ist eine schwierige und zuweilen sehr emotional geführte Debatte, die Günther Jauch zum Thema seiner Talkshow machte: "Mit Down-Syndrom aufs Gymnasium - freie Schulwahl für behinderte Kinder?". Die Meinungen der Teilnehmer gingen allerdings nicht allzu weit auseinander. Doch ausgerechnet der Brief des Vaters eines behinderten Kindes sorgte für die wohl kontroverseste Aussage des Abends.

Der Fall des elfjährigen Henri aus Walldorf bei Heidelberg sorgte jüngst bundesweit für Schlagzeilen. Die Eltern des Jungen mit Down-Syndrom kämpfen dafür, dass er an einem Gymnasium unterrichtet werden kann. Die Schule jedoch wehrte sich dagegen. Der baden-württembergische Kultusminister Andreas Stoch (SPD) entschied, dass man das Gymnasium nicht zwingen könne, Henri aufzunehmen.

Neben Henris Mutter Kirsten Ehrhardt diskutierten bei Jauch Carina Kühne, selbst vom Down-Syndrom betroffen, Malu Dreyer, Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, Josef Kraus, Vorsitzender des deutschen Lehrerverbandes und Jan-Martin Klinge, Lehrer, das Thema Inklusion.

UMFRAGE
Wird in Deutschland genug für die Inklusion von Behinderten unternommen?

Henris Mutter will "Kind nicht in Sondersystem packen"

"Ich will mein Kind nicht in ein Sondersystem packen", sagte Henris Mutter Kirsten Ehrhardt mit Blick auf Förderschulen, in denen nur behinderte Kinder unterrichtet werden. Behinderte Kinder an einer Regelschule seien für die anderen eine Bereicherung, da sie einen ganz anderen Blick auf die Dinge ermöglichten.

Nachdenklich stimmte ein Zuschauerbrief. "Ich bin entsetzt über den Inklusionswahnsinn", schrieb ein Mann. Sein Sohn mit Down-Syndrom sei im Alter von zwölf Jahren gestorben und er sei froh, dass er seine Kindheit habe genießen können. "Was tut man den Kindern da eigentlich an? Gönnen Sie Ihrem Kind ein unbeschwertes Leben", schrieb er mit Bezug auf die Eltern des kleinen Henri. Es sei eine Frage des Respekts, Kinder nach ihren Fähigkeiten gedeihen zu lassen.

Mehr Lehrpersonal für erfolgreiche Inklusion gefordert

In Deutschland gibt es 500.000 Schüler mit Behinderung, 28 Prozent besuchen "normale" Schulen – womit Deutschland im europäischen Vergleich hinterherhinkt. Beispiel für die gelungene Inklusion ist die 28-jährige Carina Kühne.  Die junge Frau mit Down-Syndrom kämpfte gegen jede Menge Vorbehalte und machte an einer Hauptschule ihren Abschluss mit einem Notendurchschnitt von 2,3. Probleme mit dem Lernstoff oder den Mitschülern habe es bei ihr nicht gegeben.

Wer könnte ihr also absprechen, mit nichtbehinderten Kindern gemeinsam die Schulbank zu drücken? Josef Kraus, Schulleiter und der Vorsitzende des deutschen Lehrerverbandes, sieht die Inklusion kritisch und warnte: "Der Weg kann gepflastert sein mit Enttäuschung." Dann nämlich, wenn die behinderten Schüler merkten, dass sie im Unterricht nicht mitkämen und von den Mitschülern nicht akzeptiert würden. "Es geht um das Kindeswohl", gab Kraus zu bedenken und forderte deshalb, genau nach der Art der Beeinträchtigung zu differenzieren.

Dreyer: "Inklusion mit Augenmaß"

Jan-Martin Klinge brachte als Lehrer einer Inklusionsklasse praktische Erfahrungen in die Talkrunde ein. Er fand Kraus‘ Äußerungen zwar "ganz furchtbar" und hielt jedes Kind für inkludierbar. Andererseits musste er aber auch eingestehen, dass es in Klassen problematisch werden könne, wenn nicht zwei "liebe Kinder mit Down-Syndrom" säßen, sondern beispielsweise welche mit emotionalen Störungen. Dann brauche es wesentlich mehr Personal als derzeit verfügbar sei.

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer sah ihr Bundesland, was die personelle und finanzielle Ausstattung angeht, schon auf einem guten Weg. Sie sprach sich gegen eine Differenzierung nach Behindertenarten aus. "Inklusion muss man mit Augenmaß gestalten", so ihre Devise.

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