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Bildungsbericht: Jeder zehnte Gymnasiast scheitert

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Bildungsbericht 2014  

Wohin steuert unser Bildungssystem?

13.06.2014, 12:57 Uhr | AFP, dpa, dpa-AFX

Bildungsbericht: Jeder zehnte Gymnasiast scheitert. Im Bildungsbericht nehmen Forscher das Bildungssystem unter die Lupe.  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Im Bildungsbericht nehmen Forscher das Bildungssystem unter die Lupe. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Jeder zehnte Schüler auf dem Gymnasium muss vor Erreichen des Abiturs die Schule verlassen. Dies geht aus dem neuen Nationalen Bildungsbericht hervor. Während das Gymnasium im Laufe der Jahrgangsstufen 5 bis 9 durch Abbrüche oder Wechsel auf andere Schulen insgesamt zehn Prozent seiner Schüler verliert, nehmen gleichzeitig die Schülerzahlen an den anderen weiterführenden Schulen zu.

Zwischen Reform und Stillstand

Der Bericht "Bildung in Deutschland 2014" wurde von einer Gruppe namhafter Wissenschaftler verfasst und von der Kultusministerkonferenz (KMK) und Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) vorgestellt.

Insgesamt ziehen die Autoren des Berichts ein gemischtes Fazit zum Bildungssystem: "Der Bericht zeigt ein Bildungswesen zwischen Bewegung und Stillstand", fasste es der Sprecher der Forscher, Marcus Hasselhorn vom DIPF, zusammen. Zwar lasse sich "ein Trend zu mehr Bildung" wahrnehmen. Zum Beispiel würden Unter-Dreijährige häufiger in Kindertagesstätten betreut. Die Zahl der Abiturienten sei zuletzt auf 57 Prozent gestiegen, die Zahl der Studienanfänger in den vergangenen 13 Jahren von 200.000 auf 500.000.

Nicht alle gesellschaftlichen Gruppen seien aber "Teil dieser Dynamik", so wachse nach wie vor jedes dritte Kind in einem erwerbslosen, armutsgefährdeten oder bildungsfernen Elternhaus auf.

Handlungsbedarf bei den ganz Kleinen

Handlungsbedarf sehen die Forscher im Bereich der frühkindlichen Bildung, wo nach dem Ausbau des Angebots an Betreuungsplätzen nun die Qualität im Vordergrund stehen müsse. Bei den Ganztagsschulen fordern sie ein klares organisatorisches Konzept. Angesichts des Rückgangs von Ausbildungsplätzen müsse zudem die Beziehung von Berufs- und Hochschulausbildung überdacht werden.

Einen Schwerpunkt setzt der Bildungsbericht diesmal bei den Bildungschancen für Behinderte und bei der angestrebten Inklusion, dem von einer UN-Konvention verlangten gemeinsamen Unterricht von Behinderten und Nicht-Behinderten. In Deutschland gibt es 493.000 Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf, das sind 6,5 Prozent aller Schüler.

Die Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen verpflichtet die Staaten, auf allen Ebenen ein sogenanntes inklusives Bildungssystem zu schaffen, in dem lern- oder anderweitig behinderte Schüler und Studenten in den normalen Lernbetrieb einbezogen werden.

Immer mehr Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderungen besuchen der Studie zufolge hierzulande inzwischen gemeinsam Kindereinrichtungen und Schulen. Der Anteil der Kinder mit Behinderungen nehme aber mit zunehmendem Alter ab: In der Grundschule etwa werden rund 44 Prozent der Kinder mit "sonderpädagogischem Förderbedarf" gemeinsam mit den anderen unterrichtet, in der Sekundarstufe eins sinkt dieser Anteil auf etwa 23 Prozent. In der Berufsausbildung beklagen die Autoren die hohe Quote der Abbrecher unter Menschen mit Behinderungen, obwohl viele von diesen in gesonderten Ausbildungsgängen betreut würden.

Inklusion bedeutet eine großer Herausforderung

Besonders der Anstieg des Anteils der Schüler mit Sonderpädagogik-Bedarf stelle das Bildungssystem vor Herausforderungen, sagte der Sprecher der Autoren des Bildungsberichts, Marcus Hasselhorn vom DIPF, in Berlin. Vorschläge, ganz auf Sonderschuleinrichtungen zu verzichten, halte die Autorengruppe deshalb "für einen Weg, der das Kind mit dem Bade ausschütten würde".

Bundesforschungsministerin Johanna Wanka (CDU) kündige für 2015 ein Forschungsförderungsprogramm an, in dem die Herausforderungen der Inklusion im Bildungssystem genauer untersucht werden sollen.

Problematisch sind nach Ansicht der Forscher auch die Diagnoseverfahren. Weil die Länder hier jeweils eigene Maßstäbe ansetzen, gibt es regional große Unterschiede bei den Anteilen der Schüler mit Sonderförderungsbedarf - von 4,9 Prozent in Rheinland-Pfalz bis 10,5 Prozent in Mecklenburg-Vorpommern.

Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Sylvia Löhrmann (Grüne), forderte deshalb Standards für diese Diagnoseverfahren. Diese müssten dazu beitragen, zu erkennen, "welchen Unterstützungsbedarf ein Kind braucht" und nicht dazu, Förderinstitutionen Einnahmen zu verschaffen.

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