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Ganztagsschulen: 2,8 Millionen Plätze in Deutschland fehlen

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Schulausbau im "Schneckentempo"  

Bedarf an Ganztagsplätzen wird erst in Jahrzehnten gedeckt sein

03.07.2014, 13:27 Uhr | dpa, t-online.de

Ganztagsschulen: 2,8 Millionen Plätze in Deutschland fehlen . Es fehlen knapp drei Millionen Ganztagsplätze für Schüler in Deutschland. (Quelle: dpa)

Es fehlen knapp drei Millionen Ganztagsplätze für Schüler in Deutschland. (Quelle: dpa)

Fast jeder dritter Schüler besucht eine Ganztagsschule. Doch der Ausbau stockt. Wenn dieser im aktuellen "Schneckentempo" voranschreitet, wird es laut einer Untersuchung noch Jahrzehnte dauern, bis der Bedarf an Ganztagsplätzen gedeckt ist.

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Der Ausbau der Ganztagsschulen ist erlahmt. Zu Zeiten des vier Milliarden Euro schweren Bundesprogramms "Zukunft Bildung und Betreuung" seien von 2003 bis 2009 bundesweit jedes Jahr 175.000 Ganztagsplätze entstanden, heißt es in einer Studie des Bildungsforschers Klaus Klemm im Auftrag der Bertelsmann Stiftung. Jetzt kämen im Durchschnitt nur noch 104.000 Plätze jährlich dazu.

Große regionale Unterschiede beim Ausbau der Ganztagsangebote

32,3 Prozent der Schüler besuchen momentan eine Ganztagsschule. Einer Umfrage zufolge wünschen sich aber 70 Prozent der Eltern einen Ganztagsplatz für ihr Kind. Es gebe also eine Lücke von 2,8 Millionen Plätzen. In der jetzigen Ausbaugeschwindigkeit werde es noch 20 Jahre dauern, bis diese Marke erreicht sei, kritisiert der Bildungsexperte im Stiftungsvorstand, Jörg Dräger.

Die Bundesländer haben beim Ausbau der Ganztagsschulen sehr unterschiedliche Quoten erreicht:

BundesländerSchüler auf der Ganztagsschule
Baden-Württemberg18,9 Prozent
Bayern12,4 Prozent
Berlin53,1 Prozent
Brandenburg46,7 Prozent
Bremen31,2 Prozent
Hamburg61,7 Prozent
Hessen42,1 Prozent
Mecklenburg-Vorpommern40,9 Prozent
Niedersachsen39,0 Prozent
Nordrhein-Westfalen36,3 Prozent
Rheinland-Pfalz23,5 Prozent
Saarland27,3 Prozent
Sachsen79,1 Prozent
Sachsen-Anhalt24,0 Prozent
Schleswig-Holstein23,7 Prozent
Thüringen51,9 Prozent

Mehrere Milliarden Euro an Zusatzausgaben notwendig

"Der Ausbau der Ganztagsschulen ist eine nationale Kraftanstrengung", betont Dräger. Wenn 70 Prozent der Schüler ein Ganztagsangebot mit drei Tagen in der Woche und einem siebenstündigen Tagesprogramm bekommen sollen, wären dazu jährlich 1,7 Milliarden Euro zusätzlich für Lehrkräfte und pädagogisches Personal notwendig.

Die flächendeckende Ausweitung des Ganztags für alle Schüler auf acht Stunden an allen fünf Schultagen würde den Berechnungen zufolge sogar knapp acht Milliarden Euro pro Jahr kosten. "Der Ausbau der Ganztagsschulen muss beschleunigt werden, weil sie eine bessere individuelle Förderung aller Kinder und damit mehr Chancengerechtigkeit ermöglichen", fordert Dräger.

Es darf nicht nur um Quantität gehen

Nicht nur beim Platzangebot, sondern auch in der Organisation der Ganztagsschulen zeigen sich große regionale Unterschiede. Bundesweit nutzt die Mehrzahl der Ganztagsschüler offene Angebote, in denen nicht die gesamte Klasse über Mittag in der Schule bleibt. Gebundene Ganztagsangebote, in denen der Nachmittagsunterricht für alle Schüler der jeweiligen Klasse verbindlich ist, nutzen lediglich 14,4 Prozent aller Schüler. Die gebundene Ganztagsschule ist nach Ansicht von Bildungsforschern jedoch besonders geeignet, um soziales und kognitives Lernen zu fördern.

In Hessen und Schleswig-Holstein lernen weniger als fünf Prozent aller Erst- bis Zehntklässler im gebundenen Ganztag. Auch in Bayern, im Saarland und in Sachsen-Anhalt liegen die Zahlen im einstelligen Prozentbereich. In Sachsen (29,3 Prozent) hingegen nutzt fast jeder dritte, in Bremen und Mecklenburg-Vorpommern immerhin jeder vierte Schüler dieser Altersgruppe ein verbindliches Ganztagsangebot.

"Nur mit dem quantitativen Ausbau von Ganztagsplätzen ist es nicht getan. Wir brauchen auch Verbindlichkeit und Qualitätsstandards. Ganztagsschule muss mehr sein als eine Halbtagsschule mit Nachmittagsbetreuung. Dafür werden mehr Lehrkräfte und pädagogische Mitarbeiter benötigt", fordert Dräger.

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