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Meinung: Schafft das Gymnasium ab!

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Pro & Contra Gymnasium  

Contra: Macht euch locker - schafft das Gymnasium ab!

22.08.2014, 11:56 Uhr | Maria M. Held

Schafft die Gymnasien ab! Gymnasien sind keine heiligen Kühe und wenn doch: Schlachtet sie trotzdem! Das ist für mich der einzige Weg, das Elend des Leistungsdrucks durch G8 und das Jammern über die Verflachung des Abiturs zu beenden.

Das sage ich trotz extrem klassischer Schulbildung: Abitur am humanistischen Gymnasium in Bayern. Eines meiner Kinder ist an der hessischen Gesamtschule. Doch statt Kulturschock die Überraschung: Ich bin begeistert vom Konzept. Und vor allem: Ganz entspannt.

Plädoyer für die Gesamtschule - das Beste aus allen Schulformen

Unbeirrt schicken Eltern ihre Kinder auf das Gymnasium, es ist immer noch die beliebteste Schulform. Bildungsnahe Eltern tun es, um den gesellschaftlichen und beruflichen Abstieg aufzuhalten, bildungsferne, um ihren Kindern eine gute Zukunft zu eröffnen.

UMFRAGE
Gymnasium - abschaffen oder für alle Kinder öffnen?

Mein Appell an die Bildungsverantwortlichen: Holt euch stattdessen das Beste aus allen Schulformen, rauft euch zusammen, bildet einen neuen Schultyp - den besten, den es bisher gab. Mein favorisierter Rahmen dafür ist die Gesamtschule.

Keine Parallelwelten

Das funktioniert nur, solange es keine parallele Gymnasien-Welt gibt, nur wenn Leistungsstarke die Schwächeren motivieren, ob beim Sport oder in Mathe.

Respekt vor den Pädagogen, die diese ganze Bandbreite an Schülern unterrichten und betreuen. Sie können keine Problemfälle weiterreichen an die nächst untere Schulform. Stattdessen wird hier Inklusion und Integration in allen Bereichen - Behinderungen, Migrationshintergrund, soziale Problemfälle - praktiziert.

Ich sehe in diesem Modell mehr Bildungsgerechtigkeit. Mehr Bildungschancen für Kinder, deren Eltern nicht das Geld haben, von der fünften Klasse bis zum Abitur Nachhilfelehrer zu bezahlen.

Spätzünder werden nicht durch das “kleine Abitur”, die Selektion in der vierten Klasse, vom Übertritt an das Gymnasium abgehalten. Die frühe und heftig umstrittene Selektion entfällt, Nullbock-Phasen und Pubertätsturbulenzen werden abgefedert.

Niemand kann Eltern eines strebsamen Fünftklässlers garantieren, dass ihr Kind tatsächlich acht oder neun Jahre problemlos durch dieses System marschiert.

Bildungsverlierer auf hohem Niveau

Oft werden einmal eingeschlagene Bildungswege zur Sackgasse, ein Schulwechsel ist immer schwierig, in der Oberstufe fast unmöglich. Weil er oft gescheut oder zu spät geplant wird, peitscht man das Kind mit Nachhilfe durch das System. Die Zahl der Gymnasiasten mit psychischen Problemen steigt. Hier werden Bildungsverlierer auf hohem Niveau produziert.

Auch diese Schulen sollen Profile ausprägen: Musik, Sport, Kunst, Sprachen, Naturwissenschaften - das muss nicht Gymnasien vorbehalten sein. Potenziale sollen entdeckt und gefördert werden - für jeden Bildungsabschluss. Das ist nicht nur befriedigend für jeden einzelnen, sondern ein Gewinn für Gesellschaft und Wirtschaft.

Manche Kinder sind wie gemacht für das System Gymnasium. Doch es sind zu wenige. Auch die werden in dieser Schulform ihren Platz finden und ihren Weg machen, wie dann hoffentlich alle Kinder.

Traditionen enden, das Ideal der Bildung bleibt, braucht aber neue Formen. Ein neuer Name hilft oft zu einem unvorbelasteten Neuanfang.

Pro: Warum alle Kinder das Gymnasium besuchen sollten

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