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Schulpolitik: Das ändert sich im Schuljahr 2014

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G8, G9, Gemeinschaftsschule  

Das ändert sich im neuen Schuljahr

18.08.2014, 10:23 Uhr | dpa

Schulpolitik: Das ändert sich im Schuljahr 2014. Schulpolitik: G8 oder G9 - in einigen Bundesländern haben Schüler wieder die Wahl. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

G8 oder G9 - in einigen Bundesländern haben Schüler wieder die Wahl. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Keine Noten in der Grundschule, erleichterte Rückkehr zu G9, kleineres Lernpensum für G8-Schüler und Ausbau von Gemeinschaftsschulen - mit Beginn des neuen Schuljahres kommen in vielen Bundesländern große Änderungen auf Schüler, Lehrer und Eltern zu. Da Schulpolitik in der Verantwortung der Länder liegt, gibt es keine einheitliche Linie bei den Änderungen im Schulsystem. Gleichwohl gibt es länderübergreifend ein Trend zum Ausbau von Gemeinschaftsschulen.

In Baden-Württemberg, Schleswig-Holstein, Sachsen-Anhalt und Thüringen wächst die Zahl der Gemeinschaftsschulen. In diesem System lernen die Kinder länger zusammen, statt schon nach der Grundschule je nach Leistung einer weiterführenden Schule zugewiesen zu werden.

Baden-Württemberg baut Gemeinschaftsschulen aus

Insbesondere in Baden-Württemberg wird die Gemeinschaftsschule als Vorzeigeprojekt der grün-roten Bildungspolitik vorangetrieben. Schüler mit Haupt-/Werkrealschul-, Realschul- und Gymnasialempfehlung können nun 209 solcher Schulen besuchen. In Schleswig-Holstein wandeln sich weitere Regionalschulen in Gemeinschaftsschulen um, an denen es keine abschlussbezogenen Klassen mehr gibt.

UMFRAGE - G8 ODER G9?
Sollten alle Schulen zur neunjährigen Gymnasialzeit (G9) zurückkehren?

Schleswig-Holstein schafft Noten in der Grundschule ab

Auch für die Grundschüler in Schleswig-Holstein hat die Landesregierung in Kiel Änderungen parat: Von Klasse eins bis vier bekommen sie keine Noten mehr. Die Schulkonferenz kann aber ab der dritten Klasse Notenzeugnisse beschließen.

Außerdem entfällt die Schulartempfehlung. Ein Beratungsgespräch ist Pflicht, aber die Eltern entscheiden allein, an welche weiterführende Schule ihr Kind gehen soll. In Hamburg müssen Grundschüler künftig am Ende der vierten Klasse einen Basiswortschatz von 785 Wörtern oder Wörtergruppen sicher beherrschen.

Hamburg begrenzt das Pensum für G8-Schüler

Schüler auf dem achtjährigen Gymnasium (G8) in Hamburg haben es künftig leichter: Für sie ist eine Obergrenze für die Stundenzahl in den Klassen fünf bis zehn und eine Hausaufgabenrichtlinie beschlossen worden. Danach sollen die Schüler täglich möglichst nicht mehr als eine Stunde Arbeitszeit für die Hausaufgaben aufwenden müssen.

Hessen erleichtert Wechsel zurück zu G9

In Hessen dürfen auch bisherige fünfte, sechste und siebte Gymnasialklassen zum neuen Schuljahr von G8 zum Abitur nach neun Jahren (G9) zurückkehren. In Bayern hoffen indessen die Schulpolitiker nach dem Scheitern des Volksbegehrens für eine Wahlfreiheit zwischen G8 und G9 auf etwas Ruhe an dieser umkämpften Front.

Brandenburg stellt 900 neue Lehrer ein

Brandenburg vermeldet einen Rekord: Rund 900 neue Lehrkräfte wurden zum neuen Schuljahr eingestellt - fast doppelt so viel wie im Vorjahr. Mit der Hälfte der Einstellungen werden ausscheidende Lehrkräfte ersetzt. Die andere Hälfte wird benötigt, weil die Stundenzahl für Lehrer an Grund- und Oberschulen um jeweils eine verkürzt wurde. Grundschullehrer unterrichten dann nur noch 27 statt bislang 28 Wochenstunden, Oberschullehrer 25 statt 26 Wochenstunden.

Mecklenburg-Vorpommern wirbt um neue Lehrer

Mecklenburg-Vorpommern will Lehrkräfte anlocken. Die Landesregierung hat mit 50 Millionen Euro bereitgestellt, um die Lernbedingungen zu verbessern und den Lehrerberuf attraktiver zu machen. So wurden knapp 700 der landesweit 10.500 Pädagogen kürzlich in das Beamtenverhältnis übernommen.

Niedersachsen lässt Gymnasiallehrer mehr arbeiten

In Niedersachsen tritt eine heftig kritisierte Maßnahme in Kraft: Die Gymnasiallehrkräfte müssen dort künftig eine Stunde mehr pro Woche unterrichten - nun 24,5 Unterrichtsstunden.

Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und im Saarland verbessern Inklusion

In Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und im Saarland haben die Eltern vom Schuljahr 2014/15 an das Wahlrecht, ob sie Kinder mit Behinderungen auf eine normale oder eine Förderschule schicken. Im Saarland werden ab sofort grundsätzlich alle Kinder in sogenannten Regel-Grundschulen nahe des Wohnortes eingeschult und unterrichtet. Eltern können selbst eine Förderschule für ihr Kind wählen.

Die Zuwachsraten an inklusivem Unterricht im neuen Schuljahr steigen in Nordrhein-Westfalen nur mäßig. An den Grundschulen und in der Sekundarstufe I werden Insgesamt 7400 Behinderte mehr eine Regelschule besuchen als im Vorjahr. Gleichwohl kritisieren Lehrerorganisationen, dass die Schulen dafür unzureichend gerüstet seien - dies gilt auch in anderen Bundesländern.

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