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Jako-o-Bildungsstudie: Eltern wollen bundesweites Zentralabitur

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Bildungsstudie  

Eltern wollen bundesweites Zentralabitur

10.09.2014, 14:31 Uhr | t-online.de, AFP

Jako-o-Bildungsstudie: Eltern wollen bundesweites Zentralabitur. Schulsystem: Über 90 Prozent der Eltern wünschen sich bundesweit einheitliches Abitur. (Quelle: dpa/Julian Stratenschulte)

Über 90 Prozent der Eltern wünschen sich laut der Jako-o-Bildungsstudie 2014 ein bundesweit einheitliches Abitur. (Quelle: Julian Stratenschulte/dpa)

Die große Mehrheit der Eltern in Deutschland wünscht sich ein bundesweites Zentralabitur. Dafür sprachen sich in einer Umfrage 92 Prozent der befragten Eltern mit schulpflichtigen Kindern aus, wie aus einer vom Unternehmen Jako-o in Berlin vorgestellten Studie hervorgeht. Mütter und Väter wünschen sich demnach im deutschen Schulsystem vor allem auch Chancengleichheit und eine bessere Förderung der Kinder.

"Das gegenwärtige föderale System ist aus Sicht einer erdrückenden Mehrheit der Eltern willkürlich und ungerecht", erklärte der Bildungsforscher Klaus-Jürgen Tillmann von der Universität Bielefeld bei der Vorlage der Bildungsstudie. Wenn neun von zehn Eltern das länderspezifische Abitur als ungerecht und abschaffungswürdig ansähen, könne das in einem demokratischen Staat nicht ohne Reaktion bleiben.

Mehrheit gegen Früheinschulung

Die Mehrheit der Eltern ist der Meinung, dass Kinder eine unbeschwerte Vorschulzeit mit Freiraum zum Spielen haben sollten. 86 Prozent der Befragten lehnen eine Früheinschulung vor dem sechsten Lebensjahr ab.

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Auch den Leistungsdruck in der Grundschule sehen viele Eltern mit Skepsis. Nur knapp ein Viertel befürwortet das derzeitige System, bei dem schon nach vier Jahren Grundschule eine Entscheidung für Gymnasium, Realschule oder Hauptschule getroffen werden muss. Drei Viertel der Eltern möchten Kindern eine längere Zeit des gemeinsamen Lernens ermöglichen, ehe sie einer weiterführenden Schulform zugewiesen werden. 58 Prozent der Befragten stimmten für sechs Jahre Grundschule, 17 Prozent für eine Gemeinschaftsschule bis einschließlich der neunten Klasse.

G8 nicht stressiger als G9

Ein Gymnasium, das in acht Jahren zum Abitur führt (G8) wird von fast 80 Prozent der Eltern abgelehnt. Dennoch stresst der Unterricht die Kinder nicht so wie befürchtet: Nur neun Prozent der Eltern halten ihre Kinder in der Schule für überfordert. Ein Ergebnis, das auch den Bildungsforscher Tillman überrascht. "Die oft geäußerte Klage über den - im Vergleich zu G9 - größeren Stress und Leistungsdruck an den G8-Gymnasien spiegelt sich in den Studiendaten kaum wider."

Zu wenig Ganztagsschulen

Nur noch ein Drittel aller Eltern befürwortet die klassische Halbtagsschule. 70 Prozent hätten es lieber, wenn ihr Kind eine Ganztagsschule besucht. Diese Quote erreicht derzeit kein einziges Bundesland. Nur rund 39 Prozent aller Kinder lernen ganztägig. Die Studie macht auch deutlich, dass neben dem weiteren Ausbau von Ganztagsschulen ebenfalls eine qualitative Verbesserung erforderlich ist. 42 Prozent der Eltern wünschen sich beispielsweise eine individuelle Förderung ihrer Kinder, während 30 Prozent eine bessere Hausaufgabenbetreuung anmahnen.

Inklusion: Pro und Contra

Gemeinsames Lernen mit behinderten Kindern beeinflusst das Sozialverhalten positiv. Das denken fast 90 Prozent der befragten Eltern. Allerdings befürchten 46 Prozent, dass die nicht behinderten Kinder beim Lernen gebremst werden. Vor allem bei Kindern mit geistiger Behinderung und Verhaltensauffälligkeiten sind die Eltern skeptisch. Auch die Aufnahme von geistig behinderten Kindern in Gymnasialklassen wird von Eltern kritisch gesehenen. Nur 30 Prozent befürworten das. Generell denken mehr als zwei Drittel (71 Prozent) der Eltern, dass behinderte Kinder an Sonderschule einen bessere Förderung erhalten.

Gleiche Bildungschancen für alle

Eine deutliche Mehrheit von 84 beziehungsweise 83 Prozent hält es der Umfrage zufolge für sehr wichtig, dass alle Kinder in Deutschland die gleichen Bildungschancen haben und Wert auf soziales Verhalten gelegt wird. 81 Prozent wünschen sich, dass lernschwache Schüler besser gefördert werden. Allerdings hapert es nach Ansicht der Eltern an der Umsetzung: Lediglich ein knappes Drittel (29 Prozent) der Eltern meint, dass Chancengleichheit besteht. Ebenfalls nur ein Drittel (32 Prozent) ist der Auffassung, dass lernschwache Schüler ausreichend gefördert werden.

Für die repräsentative Untersuchung befragte das Emnid-Institut im Januar und Februar bundesweit 3001 Eltern mit schulpflichtigen Kindern im Alter bis zu 16 Jahren.

 (Quelle: obs/JAKO-O)

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