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Kinderwertemonitor 2014: Schule ist wichtig für soziale Entwicklung

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Kinderwertemonitor 2014  

So wichtig ist die Schule für die soziale Entwicklung

19.09.2014, 13:11 Uhr | Ulrike von Leszczynski, dpa

Kinderwertemonitor 2014: Schule ist wichtig für soziale Entwicklung. Schule: Die Mehrheit der Kinder geht gerne zur Schule und nimmt Lehrer nicht nur als Pauker, sondern als Bezugspersonen wahr. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Die Mehrheit der Kinder geht gerne zur Schule und nimmt Lehrer nicht nur als Pauker, sondern als Bezugspersonen wahr. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Die meisten Kinder in Deutschland gehen gerne in die Schule, und Lehrer sind für sie wichtige Bezugspersonen und Vermittler von Werten. Das ist ein Teilergebnis des "Kinderwertemonitors 2014", für den das Kinderhilfswerk Unicef und die Zeitschrift "Geolino" rund 1000 Mädchen und Jungen zwischen sechs und 14 Jahren zu Hause befragen ließen.

87 Prozent der Kinder gaben an, dass es ihnen in der Schule "sehr gut" oder "einigermaßen gut" gefällt. Bildung ist vielen Kindern wichtig: "Ich muss viele Kenntnisse besitzen, viel wissen und um gute Zensuren kämpfen, damit ich später nicht arm bin", sagt etwa ein neunjähriger Junge. Auch Eltern sind mit der Schule ihrer Kinder meist recht zufrieden.

Bildungsministerin: Schule ist besser als ihr Ruf

Das findet Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) bemerkenswert - nach den Schocks über die miesen deutschen Ergebnisse der Pisa-Schulleistungsstudien und den Diskussionen über mangelndes Leistungsvermögen und Werteverfall bei Kindern. Nun zeige sich, dass Schule und Lehrer offensichtlich besser seien als ihr Ruf.

UMFRAGE
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Immer mehr Kinder besuchen Ganztagsschulen

Die positiven Ergebnisse des Wertemonitors könnten aber auch die Folge einer gesellschaftlichen Entwicklung sein, sagt Studienkoordinator Alexander Schwerin. Immer mehr Eltern arbeiteten, auch weil ein Gehalt für eine Familie nicht mehr reiche. Die Zahl der Ganztagsschulen wachse - und Kinder verbrächten mehr Zeit mit ihren Lehrern als früher.

Viele Pädagogen verstehen sich nicht mehr als reine Pauker. Allein schon, weil sie es müssen. Wer keine Sozialkompetenz entwickelt, geht in sozialen Brennpunkten schnell unter.

Lehrer und Mitschüler sind wichtige Bezugspersonen

Für Hans Bertram, Bildungsforscher an der Berliner Humboldt-Universität, sind die guten Noten für die Lehrer Ausdruck der wachsenden Bedeutung persönlicher Bindungen. "Die Welt wird immer flüchtiger und virtueller", sagt der Professor. "Kinder suchen nach Menschen, die auch morgen noch für sie da sind."

Was ist das Beste an Ganztagsschulen? Das Mittagessen, antworteten die meisten Kinder in der Umfrage. Das klingt zum Schmunzeln, doch die Sechs- bis 14-Jährigen sagen auch, wie sie das meinen: Kontakte über den Unterricht hinaus.

Viele Eltern empfinden diese Betreuung am Nachmittag positiv. Das schlechte Gewissen berufstätiger Eltern halten die Forscher ohnehin für unnötig, denn die Kinder haben laut Umfrage gar nichts dagegen, dass Mama und Papa lange arbeiten, wenn es Alternativen gibt.

Mehr Pädagogik als Pauken von Schulstoff

Ilka Hoffmann, Vorstandsmitglied für den Bereich Schule bei der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, urteilt: "Die Pädagogik hat sich sehr verändert, weg von der reinen Paukschule." Lehrer sein, das bedeute heute auch Erziehung und Lernen durch Beziehungen. In der Lehrerausbildung komme das Soziale aber noch immer zu kurz. Gerade für Kinder aus schwierigen Verhältnissen sei mehr Ausbildung wünschenswert, ergänzte Hoffmann. Für Bildungsforscher Bertram ist der Richtungsstreit um Lehrer als reine Wissensvermittler oder sozial kompetente Pädagogen noch nicht entschieden.

Die Kinder sind da weiter. Viele sind heute gewohnt, dass sie in der Familie frei ihre Meinung sagen können - und Kompromisse finden. Diese Demokratisierung und Ermutigung zum Selbstbewusstsein erwarten sie auch von ihren Schulen.

Soziologe Dornes: Keine Belege für "Bildungskatastrophe"

Nach Meinung des Soziologen Martin Dornes vom Frankfurter Institut für Sozialforschung wuchsen junge Menschen in Deutschland noch nie so gebildet und zufrieden, sicher und umsorgt auf wie heute. Für Werteverfall, Egozentrik und Bildungskatastrophe fand der Soziologe in einem Beitrag für "Die Zeit" wenig Belege. Was sich Kinder in der neuen Umfrage so wünschen, spricht ohnehin für sich: Eine glückliche Familie, Arbeit für Mama und Papa, gute Noten in der Schule, keinen Krieg - und immer genug Gummibärchen.

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