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Nach Tweet von Naina: Wer soll Kindern Alltagswissen vermitteln?

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So reagieren unsere Leser auf Nainas Tweet  

Wer soll unseren Kindern Alltagswissen vermitteln?

15.01.2015, 14:43 Uhr | aro, dpa, t-online.de

Nach Tweet von Naina: Wer soll Kindern Alltagswissen vermitteln?. "Naina" twitterte über ihren Schulfrust und löste eine riesige Debatte damit aus. (Quelle: Twitter)

"Naina" twitterte über ihren Schulfrust und löste damit eine riesige Debatte aus. (Quelle: Twitter)

Die 17-jährige Schülerin Naina hat mit einem Tweet über ihren Schulfrust ein riesiges Echo ausgelöst. Sie beklagte sich im sozialen Netzwerk Twitter darüber, dass sie zwar "Gedichtanalysen in vier Sprachen schreiben" könne, aber keine Ahnung habe von "Steuern, Miete, Versicherung".

Muss man Praktisches im Alltag lernen oder ist die Schule dafür zuständig, unseren Kindern grundlegende Fähigkeiten für den Alltag beizubringen? Brauchen wir Verbraucherkunde als Schulfach - so wie es Schleswig-Holstein 2009 eingeführt hat? Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) stellt sich hinter Naina: "Ich bin dafür, in der Schule stärker Alltagsfähigkeiten zu vermitteln. Es bleibt aber wichtig, Gedichte zu lernen und zu interpretieren."

Das meinen unsere Leser

Die Leser von t-online.de haben sehr unterschiedliche Meinungen zu der Frage, wer für die Vermittlung von Alltagsfähigkeiten zuständig ist. In der Umfrage zum Artikel fanden insgesamt rund 89 Prozent, dass der Schulunterricht zu realitätsfern ist.

UMFRAGE
Hat die Schülerin Naina recht? Ist der Schulunterricht zu realitätsfern?

Viel Zustimmung also für die Kölner Schülerin Naina. "jinjin" schreibt in den Artikelkommentaren: "Man überlege, was von dem gelernten Wissen aus der Schule heute noch gebraucht wird, beziehungsweise was weiß man noch? Alles muss später selber erlernt werden, was noch mehr Stress und Überforderung bedeutet. Warum dann sowas nicht in der Schule?"

Auch Leser "daddy_schlumpf" hat eine ähnliche Meinung: "Mit mittlerweile 60 Jahren auf dem Buckel muss ich deutlich sagen, dass sich seit der Zeit meines Abiturs an der Problematik offensichtlich nichts geändert hat. Lebenskunde? Fehlanzeige - damals wie heute. Das kann ich beurteilen, weil ich neun Kinder habe. Keines, egal ob am Gymnasium oder in der Realschule, wurde hierin unterrichtet. Am meisten haben noch die mitbekommen, welche die viel kritisierte und missachtete Haupschule als ersten Ausbildungsabschnitt besuchten."

Das Elternhaus ist auch noch da

Doch Nainas Bildungskritik erntet nicht nur Zustimmung. "karin5463" meint: "Ich bin fassungslos! Was soll die Schule denn sonst noch alles leisten? Als ich 1983 mit 19 Jahren mein Abitur gemacht habe, hatte ich auch keine Ahnung von Steuern, Mieten, Versicherungen etc. Na und? Die Schule legt schließlich nur den Grundstock, alles andere liegt in unserer Hand. Es gibt auch schließlich noch Eltern, die sollten in der Lage sein, ihren Kindern diese Kompetenzen zu erklären. Mit einer Hochschulreife sollte man aber selbst in der Lage sein, sich Dinge, die einen interessieren, anzueignen. Den Rest lehrt uns das Leben."

"taiko67" kritisiert zudem die Elternhäuser: "Leider ist bei vielen Eltern die Meinung vorherrschend, dass die Schule und der Kindergarten ein Rundum-sorglos-Paket bieten müssen und sie in dieser Hinsicht keine Verantwortung ihren Kindern gegenüber wahrnehmen müssen. Vielfach sind sie auch gar nicht dazu fähig."

Lucia (14): Die Debatte ist nicht neu

In der Elternredaktion von t-online.de hat Schülerpraktikantin Lucia (14) die Diskussion verfolgt. Sie besucht die neunte Klasse eines Gymnasiums und hat ähnliche Erfahrungen gemacht wie Naina: "Ich denke, dass Naina Recht hat, weil ich keine Ahnung habe, wie man Versicherungen abschließt oder Steuererklärungen schreibt. Deshalb fände ich es gut, ein Schulfach in der zehnten oder elften Klasse einzuführen, in dem man solche Dinge beigebracht bekommt."

Aber Lucia würde diese Verbraucherkunde nicht verpflichtend machen: "Natürlich lernt man auch wichtige Dinge in der Schule, aber das sollte schon dazugehören. Das Fach sollte freiwillig sein, nur für die, die sich wirklich dafür interessieren. Es wird bestimmt welche geben, die sagen: 'Aber noch ein Schulfach ist mehr Arbeit'. Auch bevor die Debatte wegen Nainas Tweet losging, war es schon bei mir und meinen Freunden ein Thema, ob wir das, was wir in der Schule lernen, auch wirklich später brauchen, und nicht lieber andere wichtige Dinge lernen sollten."

Bündnis Verbraucherbildung fordert Änderung der Lehrpläne

Also lieber Banking statt Häkeln und Stricken auf dem Lehrplan? Die Deutsche Stiftung Verbraucherschutz hat das Bündnis Verbraucherbildung ins Leben gerufen. Gemeinsam wollen gemeinnützige Organisationen, aber auch Unternehmen erreichen, dass alle Schüler in Deutschland mehr Alltagswissen über Ernährung, den Umgang mit Geld oder auch Mediennutzung vermittelt bekommen.

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