Sie sind hier: Home > Eltern > Schulkind >

Einschulung: Darauf müssen Eltern beim Schulweg achten

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Einschulung  

Kein Selbstläufer - wie Eltern mit Kindern den Schulweg üben

24.06.2015, 10:58 Uhr | Claudius Lüder, dpa-tmn

Einschulung: Darauf müssen Eltern beim Schulweg achten. Der Schulweg sollte unbedingt trainiert werden. (Quelle: dpa)

Der Schulweg sollte unbedingt trainiert werden. (Quelle: dpa)

Ob zu Fuß oder mit dem Bus, alleine oder in der Gruppe - der Weg zur Schule ist für Schulanfänger eine Herausforderung. Umso wichtiger ist es, die neuen Verkehrsteilnehmer auf die ungewohnte Umgebung vorzubereiten und den Schulweg mit ihnen zu üben.

Mit der Einschulung, so heißt es, beginnt der Ernst des Lebens. Das gilt auch im Straßenverkehr. Kinder müssen sich zwischen Autos, Fahrrädern, Bussen, Lkws und Fußgängern den Weg zur Schule bahnen. "Unser Straßenverkehr ist schnell und vielschichtig. Sich hier als Kind zurechtzufinden, ist eine anspruchsvolle Aufgabe", sagt Andreas Bergmeier vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR).

Nicht mit dem Auto zur Schule bringen

Nach Zahlen der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) gab es im Jahr 2013 mehr als 112.200 meldepflichtige Unfälle auf dem Schulweg. Das sind rund 1,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Angesichts der Gefahr auf der Straße bringen viele Eltern ihre Kinder mit dem Auto zur Schule. Doch laut Bergmeier ist das keine gute Alternative. Das Unfallrisiko im Pkw sei viel höher. Außerdem könnten Kinder dann kein Gespür für den Straßenverkehr und die Gefahren entwickeln, erklärt der Verkehrsexperte.

UMFRAGE
Brauchen Kinder Training vor der Schule?

Kinder nehmen den Straßenverkehr anders wahr

Besser ist es, wenn Eltern mit ihren Kindern den Schulweg regelmäßig abgehen, sich vorbildlich verhalten und eine sichere Route festlegen. Wichtig ist, den Schulweg zu normalen Verkehrszeiten zu üben und dem Kind die Regie zu überlassen. "So kann man feststellen, ob das Kind eine Verkehrssituation schon richtig beurteilen kann", sagt Bergmeier. Grundsätzlich nehmen Kinder den Straßenverkehr anders wahr als Erwachsene. Nicht nur, weil sie kleiner sind und damit Fahrräder, Autos und Busse schwerer erkennen. Sie können Geschwindigkeiten schwer einschätzen und Geräusche schlechter verorten.

Schulwegpläne nutzen

Laut ADAC verunglücken Schüler am häufigsten, wenn sie die Fahrbahn an einer ungesicherten Stelle überqueren. Eine gute Orientierung für den richtigen Schulweg bieten die Schulwegpläne, die Eltern bereits bei der Anmeldung in der Schule erhalten sollten. Die Pläne, die von den Schulen mit der örtlichen Polizei, der Kommunalverwaltung und mit Elternvertretern erarbeitet werden, beinhalten Empfehlungen für Wege, die über sichere Straßenquerungen mit Fußgängerampeln oder Zebrastreifen führen.

Handy auf dem Schulweg nicht benutzen

Auf dem Schulweg sollten Kinder grundsätzlich die Finger vom Handy lassen. "Das Smartphone ist sicherlich ein Gefahrenherd", meint Wolfgang Prestele von der Gemeinschaftsaktion "Sicher zur Schule - Sicher nach Hause" (GA). Das Gleiche gilt für Kinder, die mit dem Schulbus fahren. Beim Ein- und Aussteigen wird es gefährlich, wenn sie den Radweg oder die Fahrbahn kreuzen müssen.

Laufgruppe bilden

Die GA empfiehlt, Kinder in der Gruppe zur Schule gehen zu lassen. "Wichtig ist, dass die Schulkinder helle Kleidung tragen, damit sie besser gesehen werden", sagt Prestele. Wenn Eltern ihre Kinder dennoch mit dem Auto bringen, sollten sie ihre Kinder nicht vor der Schule aussteigen lassen, sondern eher in einer Nebenstraße. Manche Schulen haben spezielle "Kiss-and-Go-Zonen" zum Verabschieden. "Dann haben die Kinder wenigstens noch einen kleinen Fußweg", meint Anja Smetanin vom Verkehrsclub Deutschland (VCD).

Das Fahrrad bleibt erst mal zu Hause

Den Schulweg zu laufen und nicht mit dem Auto zu fahren, hat einen weitere Vorteil: "Zu Fuß zur Schule zu kommen, macht nicht nur Morgenmuffel munter. Durch die Bewegung sind die Kinder auch im Unterricht ruhiger." Das Fahrrad ist für Schulanfänger noch tabu. Laut Straßenverkehrsordnung müssen Kinder bis zum vollendeten achten Lebensjahr den Gehweg nutzen und nehmen damit offiziell nicht am Straßenverkehr teil. "Basis für den Schulweg per Rad sollte auf jeden Fall der Fahrradpass sein", meint Smetanin. Den machen die Kinder in der Regel in der vierten Klasse.

Weltweiter Aktionstag "Zu Fuß zur Schule"

Eltern können sich online für den weltweiten Aktionstag "Zu Fuß zur Schule" am 22. September anmelden. In Deutschland wird der Tag vom Deutschen Kinderhilfswerk und dem Verkehrsclub Deutschland ausgerichtet. Eltern, Lehrer und Kinder werben dafür, zu Fuß oder mit dem Fahrrad zur Schule zu kommen statt mit dem Auto. Anmeldungen sind unter zu-fuss-zur-schule.de möglich.

Sie finden uns auch auf Facebook - jetzt Fan unserer "Eltern-Welt" werden und mitdiskutieren!

Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.
Neue Kommentare laden
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Taekwondo 
Taekwondo-Kämpfer zerstört Bausteine mit dem Kopf

Ein Taekwondo-Kämpfer aus Bosnien-Herzegowina erweist sich als ganzer harter Typ. Video

Anzeige

Shopping

Anzeige
shopping-portal