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Schüler: Protest gegen Bundesjugendspiele zeigt Wirkung

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Initiatorin sieht erste Erfolge  

Protest gegen Bundesjugendspiele zeigt Wirkung

15.08.2015, 13:32 Uhr | dpa, t-online.de

Schüler: Protest gegen Bundesjugendspiele zeigt Wirkung. Schüler mit schlechten sportliche Leistungen zu motivieren, ist nicht leicht. Viele Eltern bezweifeln, dass die Bundesjugendspiele der richtige Weg sind. (Quelle: dpa)

Schüler mit schlechten sportliche Leistungen zu motivieren, ist nicht leicht. Viele Eltern bezweifeln, dass die Bundesjugendspiele der richtige Weg sind. (Quelle: dpa)

Nachdem ihr Sohn weinend und frustriert von den Bundesjugendspielen nach Hause gekommen war, hatte Christine Finke (49) aus Konstanz einen Online-Protest gegen den Wettbewerb gestartet. Sie erntete neben Zustimmung auch erheblichen Internet-Spott. Nun sieht sie erste Erfolge.

"Einige Eltern haben mir geschrieben und berichtet, dass es bei Bundesjugendspielen nur noch einheitliche Teilnehmerurkunden gab für alle Kinder", erklärt Finke gegenüber der "Schwäbischen Zeitung".

Finke: Unsportliche werden gedemütigt

Die dreifache Mutter hatte im Juni eine Online-Petition zur Abschaffung der seit 1951 ausgerichteten Bundesjugendspiele, für die es Ehren-, Sieger- und Teilnehmerurkunden gibt, gestartet. Zuvor war ihr neunjähriger Sohn geknickt von einer solchen Veranstaltung nach Hause gekommen. Die Journalistin hält die für Schüler seit 1979 zwingend vorgeschriebene Sportveranstaltung für nicht mehr zeitgemäß, weil sich vor allem Kinder, die in den gefragten Disziplinen schwach abschnitten, gedemütigt fühlten.

Petition löste bundeweite Debatte aus

Die Petition löste eine bundesweite Debatte aus und zählte bis zum Wochenende knapp 21.000 Unterstützer. Die Zielmarke liegt bei 25.000.

"Ich mache da gezielt nichts mehr. Ich bin ja keine hauptberufliche Bundesjugendspiele-Abschafferin", erklärt Finke gegenüber der Zeitung. "Meine Idee war es, eine Diskussion anzustoßen." Das sei gelungen. "Ich freue mich, wenn sich dadurch langsam etwas ändert. (...) Der Ball rollt, aber es ist an anderen, weitere Schritte zu unternehmen."

Mehrheit ist gegen die Abschaffung der Spiele

Die Mehrheit der Bevölkerung teilt Finkes Einstellung jedoch nicht. Nur 15 Prozent befürworten den Protest der Online-Petition gegen die traditionsreichen Schulsportwettbewerbe "voll und ganz", weitere 16 Prozent sind "eher" dafür. Das ergab eine Umfrage des Institus YouGov. 

Dagegen lehnen 26 Prozent die im Netz verlangte Abschaffung der Bundesjugendspiele "eher" ab, während 30 Prozent "ganz und gar" gegen eine solche Entscheidung der verantwortlichen Bildungs- und Familienpolitiker wären. 13 Prozent antworteten: "Weiß nicht". An der Umfrage nahmen 1370 Personen teil.

Kultusminister sind gegen eine Abschaffung

Die Kultusministerkonferenz (KMK) der 16 Bundesländer sieht keinen Anlass, die seit gut 60 Jahren etablierten Wettbewerbe abzuschaffen oder auch nur die Teilnahme auf Freiwilligkeit umzustellen. Seit 15 Jahren könnten die Bundesjugendspiele "nicht mehr nur als 'Wettkampf', sondern auch als spielerischer 'Wettbewerb' und als vielseitiger 'Mehrkampf' durchgeführt werden".

"Positive Gemeinschaftserfahrung"

KMK, Bundesfamilienministerium und Deutscher Olympischer Sportbund schrieben daher in einer gemeinsamen Stellungnahme: "Die Diskussion über die Bundesjugendspiele trifft auf breites Interesse, denn jährlich nehmen mehr als fünf Millionen Kinder und Jugendliche daran teil. Die Bundesjugendspiele haben das Ziel, in der Kombination von Sport, Spiel und Spaß allen jungen Menschen eine positive Gemeinschaftserfahrung zu ermöglichen. Als Teil des Schulsports bereichern sie die Schulkultur - viele Schulen gestalten mit den Spielen Sport- und Schulfeste."

Die Wettbewerbe folgten "konsequent einem pädagogischen Ansatz, der die Wertschätzung aller teilnehmenden Kinder und Jugendlichen entsprechend ihrem individuellen Leistungsvermögen zum Ziel hat".

Bundesjugendspiele sollten in erster Linie Veranstaltungen für Kinder und Jugendliche sein. Die drei Institutionen sicherten aber Offenheit zu: "Wir wollen daher die Diskussion auch dazu nutzen, die Meinung der Kinder und Jugendlichen einzubeziehen und mit ihnen über Gestaltungsideen zu sprechen."

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