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Flüchtlinge: So bereiten sich die Schulen auf Flüchtlingskinder vor

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Traumata, Sprachprobleme, aber große Motivation  

Schulen müssen bis zu 400.000 Flüchtlingskinder aufnehmen

16.09.2015, 17:53 Uhr | Basil Wegener, dpa

Flüchtlinge: So bereiten sich die Schulen auf Flüchtlingskinder vor. Flüchtlingskinder in der Schule: Mohamed aus dem Sudan besucht in Stuttgart eine Vorbereitungsklasse für Flüchtlinge.

Mohamed aus dem Sudan besucht in Stuttgart eine Vorbereitungsklasse für Flüchtlinge.

Tausende Flüchtlingskinder kommen jetzt in Deutschland in die Schulen. Sie sind oft sehr motiviert, haben aber keine oder nur spärliche Deutschkenntnisse. Außerdem sind viele durch schlimme Erlebnisse traumatisiert. Wie sich die Schulen vorbereiten und was langfristig geschehen muss, um die Kinder in Deutschland zu integrieren.

In welche Klassen kommen die Flüchtlingskinder?

Übergangs-, Intensiv- oder Willkommensklassen sind oft die erste Station. Der Schwerpunkt: Die Kinder sollen hier so gut Deutsch lernen, dass sie dem normalen Unterricht folgen können. Viele Flüchtlinge sitzen aber auch direkt in den regulären Klassen, weil es nicht genügend Spezialklassen gibt.

Welche Erfahrungen machen Lehrer in Willkommensklassen?

Lehrer berichten von großem Ansporn, den Kindern Selbstvertrauen zu geben und sie einzubinden - aber auch von Überforderung. Sie hätten sich nicht vorstellen können, was die Kinder teilweise durchgemacht hätten, heißt es in aktuellen Berichten. Für den Unterricht traumatisierter Schüler sind die Lehrer in der Regel nicht speziell ausgebildet. Und immer wieder kommen neue Schüler dazu, andere verlassen die Klasse, etwa weil die Familie nicht bleiben kann. Kontinuierlicher Unterricht fällt da oft schwer.

Wie lief das früher bei den Kindern der Gastarbeiter?

Als in den 60er Jahren Gastarbeiter angeworben wurden, machte man sich in Deutschland zunächst wenig Gedanken über die Bildungsintegration der Kinder. Jahre später wurden "Ausländerklassen" eingerichtet, die aber oft nicht dazu führten, dass Schüler den Sprung ins deutsche Schulsystem schafften. Die Willkommensklassen heute sind stärker auf den Übergang in den Regelunterricht ausgerichtet.

Wie viele Flüchtlingskinder sind an den Schulen zu erwarten?

Genaue Erhebungen gibt es nicht. "Allein in diesem Jahr werden bis zu 400.000 Flüchtlingskinder neu an die Schulen kommen", schätzt der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB). Andere Schätzungen gehen von 200.000 bis 300.000 in diesem Jahr aus. Der Deutsche Philologenverband rechnet mit jeweils 50.000 bis mehr als 150.000 in den kommenden Jahren.

Welche Lehrkräfte sind jetzt besonders gefragt?

Gebraucht werden Lehrer für den Sprachunterricht. Gemessen am Bedarf haben nur wenige eine offizielle Qualifizierung, um Deutsch als Zweit- oder Fremdsprache zu unterrichten. In vielen Regionen werden Lehrer nachqualifiziert. Die Bildungsgewerkschaft GEW fordert dafür sofortige Crashkurse - und einen erheblichen Ausbau der regulären Ausbildung dieser Lehrkräfte. Der Philologenverband empfiehlt Lehramtsstudenten verstärkt Deutsch als Fremdsprache.

Welchen besonderen Anforderungen gibt es noch?

"Die Schulen müssen künftig mit zum Teil schwer traumatisierten Kindern arbeiten", betont DGB-Vize Elke Hannack. Experten fordern den Einsatz von Teams aus Pädagogen, Schulpsychologen, Erziehern und Sozialarbeitern.

Welche Unterstützung bieten Bund und Länder?

Bildung ist Ländersache. Vielen Bundesländer betreiben den Aufbau der Kapazitäten an den Schulen mit Hochdruck. Im Milliardenpaket, das die Bundesregierung zur Flüchtlingshilfe und -integration auf den Weg bringen will, ist von Bildung nicht ausdrücklich die Rede. Und auch von der Kultusministerkonferenz der Länder war bisher wenig zum Thema zu hören. Auf der nächsten Sitzung Anfang Oktober wollen die Kultusminister aber die Lage erörtern.

Das Programm "Lesestart" wird laut Bundesbildungsministerin Johanna Wanka erweitert. Von März 2016 an sollen alle Flüchtlingskinder bis fünf Jahre in Erstaufnahmeeinrichtungen ein speziell konzipiertes Lesestart-Set mit einem kindgerechten Buch erhalten. Unterstützung erhalten die Einrichtungen auch, wenn sie Vorlesepaten einsetzen möchten. Eine neue App soll beim Deutschlernen helfen, so dass Flüchtlinge ihre Smartphones zum Lernen nutzen können. Geduldete können künftig zudem schneller BAföG bekommen.

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