Startseite
Sie sind hier: Home > Eltern > Schulkind >

Schulabschluss trotz Handicap?

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Zu hohe Erwartungen?  

Eltern von Schülern mit Handicap sind besonders ehrgeizig

01.10.2015, 14:44 Uhr | dpa

Schulabschluss trotz Handicap?. Eltern, deren beeinträchtigtes Kind eine normale Schule besucht, zeigten sich in der Studie gelassener. (Quelle: dpa)

Eltern, deren beeinträchtigtes Kind eine normale Schule besucht, zeigten sich in der Studie gelassener. (Quelle: dpa)

Handicap und Schulabschluss schließen einander nicht aus - so denken zumindest rund 72 Prozent der Eltern, deren Kind eine Förderschule besucht. In den meisten Fällen wird der Ehrgeiz der Eltern jedoch enttäuscht, wie eine Untersuchung der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) zeigt.

Die befragten Eltern seien sehr leistungsorientiert, stellen die Verfasser der KAS-Studie fest. Lediglich 11 Prozent der befragten Mütter und Väter bewerteten die Beeinträchtigung ihres Kindes als so groß, dass kein Abschluss angestrebt wird.

Selbstständigkeit ist Eltern am wichtigsten

Eltern von meist weniger gehandicapten Kindern, die auf normale Schulen gehen, hoffen zu 13 Prozent sogar auf das Abitur und zu 61 Prozent auf einen Realschulabschluss, so die Studie. Die Realität zeigt indes, dass drei Viertel der Förderschüler in Deutschland ohne Abschluss bleiben.

Wichtigstes gemeinsames Ziel aller befragten Eltern ist die Selbstständigkeit ihres Kindes - und die Erwartung, dass es eine Arbeit finden kann, die ihm später auch Spaß macht.

Regel- oder Sonderschule? Eltern wollen selbst entscheiden

Das Stichwort "Inklusion" erhitzt immer wieder die Gemüter: Werden Schüler mit und ohne körperliche Beeinträchtigung optimal gefördert, wenn sie gemeinsam unterrichtet werden? Eltern wünschen sich vor allem, frei entscheiden zu können, ob ihr Kind an einer Regelschule zusammen mit nicht gehandicapten Schülern unterrichtet wird oder ob es eine Förderschule mit fundierter Sonderpädagogik besuchen soll.

Bei der Suche nach der richtigen Schule gebe es im Vorfeld große Schwierigkeiten. "Hier fühlen sich Eltern häufig alleingelassen und überfordert", heißt es in der Studie. Schließlich seien die Eltern mit ihrer Wahl meist zufrieden. "Wer sein Kind in eine Regelschule schickt, stellt die gesellschaftliche Integration in den Mittelpunkt. Wer sein Kind in die Förderschule schickt, möchte nicht, dass das Kind permanent das Gefühl des Scheiterns erlebt", so das Fazit der CDU-nahen Stiftung.

Inklusions-Debatte wird oft ideologisch geführt

Inklusion, also der gemeinsame Schulunterricht für Kinder mit und ohne Beeinträchtigung, geht auf die UN-Behindertenrechtskommission von 2006 zurück. Als Handicap gelten dabei nicht nur geistige und körperliche Behinderungen, sondern auch kleinere Entwicklungsrückstände.

Die saarländische CDU-Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer warnt bei der Präsentation der Studie davor, die Debatte über Pro und Kontra von Inklusion allzu ideologisch zu führen. Ihr Eindruck: "Die Fronten verhärten sich." So werde Befürwortern von Inklusion schnell Naivität vorgeworfen, während Skeptiker sogleich als Gegner des gemeinsamen Unterrichts kritisiert würden.

Für die Elternbefragung wurden 304 Fragebogen-Interviews und 30 Tiefeninterviews geführt. Unter der Leitfrage "Was ist die beste Schule für mein Kind?" wurden Väter und Mütter interviewt, die Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf haben - je 50 Prozent gingen auf Sonder- beziehungsweise Regelschulen.

Sie finden uns auch auf Facebook - jetzt Fan unserer "Eltern-Welt" werden und mitdiskutieren!

Liebe Leserin, lieber Leser, aktuell können zu diesem Thema keine neuen Kommentare abgegeben werden. Ab 6 Uhr können Sie hier wieder wie gewohnt diskutieren. Wir danken für Ihr Verständnis.
Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.

Kommentare

(0)
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Brutale Methode 
Therapie mit langer Nadel nichts für schwache Nerven

Diese Behandlung ist garantiert nichts für zartbesaitete Menschen. Video

Anzeige

Shopping
tchibo.deOTTObonprix.deESPRITC&ACECILzalando.dedouglas.deKlingel.de

Anzeige
shopping-portal