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Pisa-Studie zeigt: Jeder fünfte deutsche Schüler ist leistungsschwach

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Pisa-Sonderstudie  

Jeder fünfte Schüler in Deutschland scheitert an einfachen Aufgaben

10.02.2016, 16:15 Uhr | dpa, t-online.de

Pisa-Studie zeigt: Jeder fünfte deutsche Schüler ist leistungsschwach. Pisa-Studie: Jeder fünfte Schüler in Deutschland scheitert an einfachen Aufgaben. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

In Deutschland kommt jeder fünfte Schüler nicht einmal bei leichten Aufgaben mit. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Schüler, die mit 15 Jahren nicht einmal einfachste Schulaufgaben lösen können, gehören im Pisa-Maßstab zu den "Leistungsschwachen". In Deutschland trifft das immer noch auf jeden fünften zu. Diese Schüler werden es später sehr schwer haben, einen Arbeitsplatz zu finden. So steht Deutschland im Vergleich da.

In einer Sonderauswertung der letzten Pisa-Studie stehen die leistungsschwachen Schüler im Fokus. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat dafür Daten der PISA-Tests bis 2012 ausgewertet.

Level 1: kaum alltagstauglich

Die OECD bewertet die Kompetenz von Schülern in Mathematik, Naturwissenschaften, Lesen/Textverständnis in Stufen zwischen 0 und 6. Die Stufe 2 gilt als Basis, "um vollständig am Leben in einer modernen Gesellschaft teilnehmen zu können". Wer das nicht packt, ist gefährdet, keinen Schulabschluss zu erreichen. 

In Deutschland scheitern immer noch viele Schüler an den einfachsten Anforderungen. So erreichten rund 140.000 Fünfzehnjährige im Auswertungszeitraum im Fach Mathematik bestenfalls Level 1. Fast 70.000 waren sogar schwach in allen drei PISA-Vergleichsfeldern.

"Kompetenzniveau 1 - das sind wirklich allereinfachste Aufgaben", sagt OECD-Chefkoordinator Andreas Schleicher. Es geht darum, beim Lesen simple Informationen aufzunehmen und beispielsweise einen Beipackzettel zu verstehen. 

Leichte Verbesserung bei "Problemschülern" in Deutschland

Obwohl diese Zahlen alarmierend klingen, lässt sich daran eine leichte Verbesserung bei den "Problemschülern" in Deutschland ablesen: Zwischen den Pisa-Studien 2003 und 2012 ging der Anteil der Mathe-Schwachen um vier Prozentpunkte auf 18 Prozent zurück. Im Bereich Lesen/Textverständnis verbesserte sich der Wert um acht Punkte auf 14 Prozent. In Naturwissenschaften gab es jedoch seit 2006 keine Verbesserungen mehr, der Anteil der Leistungsschwachen lag zuletzt bei 12 Prozent.

Immerhin: Der Anteil der Problemschüler in Deutschland blieb unter dem OECD-Durchschnitt.

OECD-Durchschnitt
2012
Deutschland
2012
Mathematik23 Prozent18 Prozent
Lesen18 Prozent14 Prozent
Naturwissenschaften18 Prozent12 Prozent
alle drei Bereiche12 Prozent9 Prozent

"Deutschland ist noch weit von der Leistungsspitze entfernt"

Nach dem "Pisa-Schock" vor 15 Jahren machen sich in Deutschland Verbesserungen im Bildungssystem positiv bemerkbar. Doch "Pisa-Papst" Schleicher sieht keinen Anlass zur Euphorie. "Von der Leistungsspitze ist Deutschland immer noch weit entfernt."

Die Kultusministerkonferenz der 16 Bundesländer hatte 2010 eine "Förderstrategie" für leistungsschwache Schüler beschlossen. Nach einer Zwischenbilanz von 2013 erreichten gut fünf Prozent der Neuntklässler in Mathe nicht die Mindeststandards für den Hauptschulabschluss. Allerdings gelang es nicht, die Zahl der Schüler ohne Abschluss von 2006 bis 2013 zu halbieren. Immerhin sei sie "deutlich gesunken", hieß es. 

Sechs Maßnahmen für höheres Bildungsniveau

Schwache Schulleistungen seien "nicht das Ergebnis eines einzelnen Risikofaktors, sondern einer Kombination von mehreren Hindernissen und Benachteiligungen", lautet das Fazit der OECD-Studie. Schleicher nennt Stellschrauben, um gegenzusteuern:

  • frühkindliche Bildung
  • frühe Leistungsdiagnostik
  • verbindliche Bildungsstandards
  • mehr Ganztagsschulen
  • intensivere Aus- und Weiterbildung für Lehrer
  • stärkere Förderung von Migranten

Soziale Nachteile in Deutschland

Der Studie zufolge hapert es in Deutschland immer noch bei der Chancengerechtigkeit: Der soziale Hintergrund eines Kindes bestimme im hohen Maße das Risiko von Schulversagen. "Das ist woanders geringer ausgeprägt", sagt Bildungsforscher Schleicher. 

Die OECD rechnet vor, warum es sich lohnt, in Bildungsreformen zu investieren: Auf komplette Arbeitsbiografien hochgerechnet, entgingen der deutschen Volkswirtschaft 3600 Milliarden Euro, wenn knapp ein Fünftel der Schüler praktisch keine Kompetenzen erwirbt und wegkippt. Nach der Schule gebe es "kaum Chancen, dass Risikoschüler die Defizite im späteren Leben noch aufholen", warnt Schleicher.

Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK), Claudia Bogedan, bewertete die Studie insgesamt positiv. Die Bremer Bildungssenatorin sagte: "Es zahlt sich somit aus, dass die Kultusministerkonferenz in den vergangenen Jahren bei ihrer Arbeit einen besonderen Blick auf die leistungsschwächeren Schülerinnen und Schüler gelegt hat, unter anderem mit einer Förderstrategie." Deren Umsetzung zeige "große Fortschritte, aber wir wollen natürlich den Anteil von Schülerinnen und Schülern, die keinen Schulabschluss erreichen, weiter reduzieren", so die SPD-Politikerin.

Ergebnisse von Pisa 2015 kommen im Dezember

Unterdessen läuft der Countdown für die nächste große Pisa-Auswertung. Am sechsten PISA-Test nahmen 2015 in Deutschland rund 10.000 Schüler teil; weltweit waren es rund 600.000. Die Ergebnisse werden am 6. Dezember veröffentlicht.

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