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Bildungsbericht 2016: Förderung von Flüchtlingen wird sich auszahlen

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"Bildungsbericht 2016"  

Bildung von Flüchtlingen zahlt sich mittelfristig aus

16.06.2016, 18:26 Uhr | dpa, t-online.de

Bildungsbericht 2016: Förderung von Flüchtlingen wird sich auszahlen. Schulkind mit Migrationshintergrund steht im Vordergrund, dahiner sitzen drei weitere Schulkinder. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Fast jeder dritte Asyl-Erstantrag entfällt auf Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Die Integration von Flüchtlingen in unser Bildungssystem wird viel Geld kosten: Der "Bildungsbericht 2016" beziffert die Investitionen auf zusätzlich 2,2 bis drei Milliarden Euro jährlich. Aber die Ausgaben werden sich in den kommenden Jahrzehnten rentieren, so die Prognose.

Gegenwärtig entfallen rund 30 Prozent der Asyl-Erstanträge auf Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren. Jeweils rund 25 Prozent werden von 18- bis 24-Jährigen sowie Erwachsenen zwischen 25 und 34 Jahren gestellt.

Bildung von Asylsuchenden und Flüchtlingen "vordringliche Aufgabe"

Allein für den Flüchtlingsandrang 2015 sollten 33.000 bis 44.000 Lehrer und Erzieher neu eingestellt werden, so die Autoren des Bildungsberichts. Sprachliche Bildung von Asylsuchenden und Flüchtlingen "bleibt für die nächsten Jahre eine ebenso vordringliche wie kontinuierliche Aufgabe und erfordert in allen Bereichen verstärkte Anstrengungen."

Bildungsintegration wird sich in zehn bis 20 Jahren lohnen

Die Eingliederung von Asylsuchenden ins deutsche Bildungssystem wird sich nach Einschätzung von Experten in zehn oder 20 Jahren wirtschaftlich auszahlen. Die "Rückzahlung" hoher Bildungsinvestitionen für junge Flüchtlinge zeichne sich mittelfristig in zweierlei Hinsicht ab: Zum einen leisten sie durch Erwerbstätigkeit einen Beitrag zur Wirtschaft, zum anderen spart der Staat Sozialausgaben.

Immer noch Ungleichheiten im Schulbereich

Der Bildungsbericht von Bund und Ländern stellt grundsätzlich fest, dass jüngere Menschen ausländischer Herkunft in Deutschland im Zehnjahresvergleich zwar verbesserte Rahmenbedingungen vorfinden - gleichwohl bleiben "ausgeprägte" Unterschiede. So habe es im Jahrzehnt seit dem ersten "Bildungsbericht 2006" eine Angleichung vor allem im Kindergartenalter gegeben.

Stärker ist die Benachteiligung in der Schule. Insbesondere an Gymnasien seien Kinder aus Migrantenfamilien unterrepräsentiert. "Auch beim Übergang in eine vollqualifizierende berufliche Ausbildung zeigen sich eklatante Unterschiede zwischen deutschen und ausländischen Jugendlichen", heißt es weiter. Deren Beteiligung an Hochschulbildung sei in Deutschland ebenfalls unterdurchschnittlich.

Viele ausländische Jugendliche ohne Hauptschulabschluss

Bildungsforscher Kai Maaz fasst zusammen: "Soziale Herkunft, Migrationshintergrund und zunehmend auch regionale Rahmenbedingungen üben einen starken Einfluss auf den Bildungserfolg aus." Ausländische Jugendliche verließen mehr als doppelt so häufig die Schule ohne Hauptschulabschluss und erreichten dreimal seltener die Hochschulreife. "Diese Problematik dürfte sich im Zuge der neuen Zuwanderung intensivieren", meinen die Autoren.

Der Bildungsbericht steht unter der Federführung des Deutschen Instituts für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF).

Weitere Ergebnisse des Bildungsberichts 2016 im Überblick:

  • Weiterhin viel Sprachförderbedarf: Trotz vieler Initiativen brauchen etwa ein Viertel der Fünfjährigen nach wie vor Sprachförderung.
  • Mehr Kinder mit Migrationshintergrund: Über ein Drittel der Kinder unter zehn Jahren hat einen Migrationshintergrund; in manchen Ballungszentren sogar jedes zweite Kind.
  • Vermehrt kombinierte Schularten: 1,1 Millionen Schüler besuchen kombinierte Schularten, das heißt keine getrennte Haupt-, Realschul- oder Gymnasialklasse, sondern integrierte Formen. 2006 waren es nur 700.000 Schüler und Schülerinnen.
  • Bessere Leistungen im PISA-Test 2012: Jugendliche aus sozioökonomisch schwachen Elternhäusern schnitten besser ab; insbesondere beim Lesen.
  • Etwas mehr Geburten: 2004 kamen mehr als 700.000 Kinder zur Welt, im Jahre 2014 waren es 715.000.
  • Weniger Familien mit Kindern: 2004 bestanden noch 54 Prozent der Haushalte aus Erwachsenen mit minderjährigen Kindern. 2014 nur noch 48 Prozent.

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