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OECD-Bildungsbericht: Jeder Zehnte ohne Abi oder Ausbildung

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OECD-Bildungsbericht  

Mehr als jeder zehnte junge Erwachsene gilt als gering qualifiziert

15.09.2016, 15:13 Uhr | dpa

OECD-Bildungsbericht: Jeder Zehnte ohne Abi oder Ausbildung. Bildung: In Deutschland verlassen zehntausende Schüler die Schule ohne Abschluss. (Quelle: dpa)

In Deutschland verlassen zehntausende Schüler die Schule ohne Abschluss. (Quelle: dpa)

In kaum einem anderen Land gehen so viele junge Leute zur Schule, sind in Ausbildung oder haben einen Job wie in Deutschland. Trotzdem bleibt mehr als jeder Zehnte ohne qualifizierten Abschluss. Das zeigt die OECD-Studie "Bildung auf einen Blick".

So waren in Deutschland im vergangenen Jahr 8,6 Prozent der 15- bis 29-Jährigen nicht in Bildung, Ausbildung oder Beschäftigung. Das ist einer der niedrigsten Anteile in den OECD-Ländern. Nur Island (6,2 Prozent), die Niederlande und die Schweiz (beide 8,3 Prozent) sowie Luxemburg (8,4 Prozent) schneiden besser ab. Der OECD-Durchschnitt beträgt 14,6 Prozent.

Berufliche Bildung in Deutschland ist vorbildlich

Zu den Gründen zählt der OECD-Bildungsexperte Andreas Schleicher die gute Wirtschaftslage und die als vorbildlich geltende berufliche Bildung. Der Übergang in den Beruf sei in der Regel reibungslos. Zehn Jahre zuvor hatte der Anteil der Menschen ohne Schulabschluss, Ausbildung oder Job in Deutschland mit 14,7 Prozent noch fast dem OECD-Schnitt entsprochen.

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13 Prozent der jungen Deutschen gelten als gering qualifiziert

Der Anteil der Menschen ohne abgeschlossene Berufsausbildung oder Abitur ist allerdings in den vergangenen Jahrzehnten kaum gesunken. Er liegt bei den heute 25- bis 34-Jährigen bei 13 Prozent. Bei den 55- bis 64-jährigen sind es 14 Prozent. Der Anteil der jungen Menschen, die nicht einmal einen Hauptschulabschluss haben, verringerte sich in den vergangenen Jahren auf 5,8 Prozent. Allerdings: Nur in sechs anderen Ländern haben Kinder von Eltern mit schlechter Bildung noch weniger Chancen, einen Uni-Abschluss zu schaffen.

In anderen Ländern sank der Anteil der Geringqualifizierten in den vergangen 30 Jahren deutlich: in Österreich etwa von 23 auf zehn Prozent, in der Schweiz von 16 auf acht Prozent.

Der Anteil junger Erwachsener mit akademischen oder höheren beruflichen Abschlüssen stieg zwischen 2005 und 2015 von 22 auf 30 Prozent. 

Mehr Bildung bringt mehr Geld. Handwerksmeister erhalten zum Beispiel im Schnitt 26 Prozent mehr Gehalt als jemand nur mit Abitur oder einfacher Berufsausbildung. Ein Studium bringt sogar noch deutlich mehr.

Es hapert bei der Weiterbildung der Lehrer 

Jeder zweite Lehrer von Haupt- und Realschulen ist über 50 Jahre alt, an den Gymnasien sind es 43 Prozent. Die Bezahlung erfahrener Lehrer entspricht zwar der anderer qualifizierter Berufe. Nachholbedarf sieht die OECD aber bei Weiterbildung, Zeit für individuelle Schülerförderung und Feedbackkultur für Lehrer.

Andere Länder investieren mehr in Bildung

Zwischen 2008 und 2013 erhöhte Deutschland trotz sinkender Schülerzahlen seine Bildungsausgaben. Derzeit sind es 4,2 Prozent des Bruttoinlandsproduktes. Aber im OECD-Mittel sind es mit 4,8 Prozent deutlich mehr. Laut OECD-Experte Schleicher gibt es einen deutlichen Unterschied in der Bildungsfinanzierung: Die meisten Staaten beteiligten durch Studiengebühren "die gut verdienende Bildungsgewinner" an der Finanzierung. In Deutschland bitte man dagegen die Jüngsten zur Kasse: Ausgerechnet für Kitas müssen die Eltern mehr zahlen als im OECD-Schnitt.

Gewerkschaft hält Bildungssystem für ungerecht

Die Chefin der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Marlis Tepe beklagt, dass Bildungserfolg und soziale Herkunft in Deutschland so eng zusammenhingen wie in kaum einem anderen Staat. "Bildung wird weiterhin vererbt", sagte Tepe. Um das zu ändern, bräuchten die Schulen mehr personelle und materielle Ressourcen. Es sei ein gesellschaftlicher Skandal, dass 270.000 junge Menschen im sogenannten Übergangssystem zwischen Schule und Beruf steckten. 

Die meisten Betroffenen blieben ohne echte Chance auf einen Ausbildungsplatz. Tepe sprach von einer "Bildungsmisere". Für Jugendliche ohne Lehrstelle müssten außer- und überbetriebliche Ausbildungsplätze bereitgestellt werden.

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