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Pisa-Studie und IQB-Studie: Bildung in Deutschland auf dem Prüfstand

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Bildungssystem im Test-Stress  

IQB-Bildungstrend und Pisa-Studie bergen Zündstoff für die Schulpolitik

28.10.2016, 12:18 Uhr | Werner Herpell, dpa

Pisa-Studie und IQB-Studie: Bildung in Deutschland auf dem Prüfstand. Bildung auf dem Prüfstand: Wie schneiden deutsche Schüler im nationalen und internationalen Vergleich ab? (Quelle: dpa)

Bildung auf dem Prüfstand: Wie schneiden deutsche Schüler im nationalen und internationalen Vergleich ab? (Quelle: dpa)

In diesen Studien steckt Zündstoff für die BildungspolitikAm 28. Oktober ist ein bundesweiter Schülervergleichstest vorgestellt worden. Anfang Dezember folgt die mit Nervosität erwartete neue Pisa-Studie

In Baden-Württemberg hat das Hauen und Stechen um die Schulpolitik schon begonnen, bevor der Absturz in der Kompetenz-Tabelle überhaupt offiziell war. Dort gerieten sich Regierung und Opposition über absehbar miese Noten beim "IQB-Bildungstrend" für Deutsch und die Fremdsprachen heftig in die Haare - also noch bevor die Kultusministerkonferenz (KMK) die Ergebnisse am 28. Oktober präsentierte. Die Schul(d)frage dürfte nicht das letzte Schwarzer-Peter-Spiel in den Ländern sein. Die Debatte liefert einen Vorgeschmack auf die große Pisa-Präsentation im Dezember.

Was besagt der "IQB-Bildungstrend 2015"?

Bayern ist wie schon vor acht Jahren Spitzenreiter bei den Vergleichstests für die Schulfächer Deutsch und Englisch in den neunten Klassen. Aufsteiger sind Schleswig-Holstein und Sachsen. Der große Verlierer ist Baden-Württemberg, das 2008/2009 noch an zweiter Stelle lag. Schlusslichter bleiben Bremen und Berlin. 

Was sagt das Ergebnis über die Schulpolitik der Länder aus?

Das wird in den nächsten Tagen Stoff für Debatten sein. Das CSU-regierte, in der Bildungspolitik stark leistungsorientierte Bayern dürfte hervorheben, dass es sich in Deutsch wieder durchweg unter den besten Drei platziert hat und auch in Englisch weit vorn liegt. Das CDU-geführte Sachsen und das rot-grüne Schleswig-Holstein können ebenfalls ihre Bildungspolitik rühmen. In Englisch haben die Ost-Bundesländer immer noch Rückstände aufzuholen. Bisher wurde das Dauer-Manko damit erklärt, dass es wegen der untergeordneten Rolle des Englischunterrichts in der DDR dort weniger ausgebildete Lehrer gebe. Aber das ist nun schon über 25 Jahre her.

Was machen die "Sorgenkinder"?

In Deutsch und Englisch liegen weiterhin die Stadtstaaten Bremen und Berlin mit vielen jungen Migranten an ihren Schulen in der IQB-Tabelle hinten. Auch Nordrhein-Westfalen schneidet bei den Deutsch-Kompetenzen enttäuschend ab. Das ist für die Düsseldorfer CDU/FDP-Opposition willkommene Munition gegen Rot-Grün. 

Warum ist der IQB-Report politisch so brisant?

Weil Schulbildung in allen 16 Bundesländern ein Aufregerthema für die ganze Familie ist. Ein schwaches Abschneiden in solchen Kompetenzvergleichen brandmarkt jede Opposition genüsslich als Indiz für das Versagen von Bildungsbehörden oder gar der Landesregierung. So steht jetzt in Baden-Württemberg Grün-Schwarz unter Zugzwang, weil die Neuntklässler beim Test so ins Schlingern geraten sind. Pikanterweise klagt darüber auch die SPD - sie hatte bis März unter Grün-Rot jahrelang die Bildungspolitik verantwortet. Die schlechte Entwicklung habe jedoch schon die CDU-geführte Regierung vor 2010 verschuldet, heißt es bei den Sozialdemokraten.

Wie viele und welche Schüler nahmen an dem Vergleich teil?

Nach IQB-Angaben waren es mehr als 37.000 Mädchen und Jungen der neunten Jahrgangsstufe aus über 1700 Schulen in allen 16 Bundesländern. Die Schulen wurden nach einem Zufallsverfahren ermittelt. Ebenfalls per Zufall wurde eine Teilnehmerklasse bestimmt. Die Datenerhebung lief von April bis Juni 2015. Überall ging es um Kompetenzen in Deutsch und Englisch, in Baden-Württemberg, Berlin, Hessen, dem Saarland, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz zudem um Französisch.

Erst die IQB-Studie - dann Pisa. Was kommt da noch auf uns zu?

Am 6. Dezember präsentiert die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) Ergebnisse ihres sechsten Pisa-Vergleichs seit dem Jahr 2000. Für 10.000 Schüler in Deutschland und eine halbe Million weltweit endete der Test für Naturwissenschaften, Mathematik und Lesekompetenz bereits im Mai 2015.

Der "PISA-Schock" von vor 15 Jahren wirkt in Deutschland immer noch nach. In der ersten Studie schnitten deutsche 15-Jährige miserabel ab, zudem wurde ein beschämend enger Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungschancen attestiert. In den Pisa-Tests 2003, 2006, 2009 und 2012 ging es bergauf, die Bildungsreformen zeigten Erfolg. Nun hoffen alle, dass dieser Trend anhält.

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