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IQB-Bildungstrend, Timss, Pisa: Zeugnis-Zeit für deutsche Schüler

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IQB-Bildungstrend, Timss, Pisa - Zeugnis-Zeit für deutsche Schüler

23.11.2016, 10:37 Uhr | dpa

Wo gut sind deutsche Schüler? Antwort auf diese Fragen geben die Ergebnisse zahlreicher Studien. Auf die regionale IQB-Studie zu Neuntklässlern in Deutsch und Englisch folgen die Timss-Ergebnisse der Jahrgangsstufe vier in Mathe und Naturwissenschaften. Dann das Test-Highlight Pisa -  Experten gehen für Deutschland von einer solide Note 3 aus.

Die Spannung steigt. Am 6. Dezember veröffentlicht die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) ihre sechste Pias-Bildungsstudie. Zehntausend 15-Jährige in Deutschland und mehr als eine halbe Million weltweit ließen sich dafür auf fünf Kompetenzfeldern testen. Eine Woche zuvor, am 29. November, werden Timss-Zeugnisse zur mathematischen und naturwissenschaftlichen Kompetenz von Grundschülern präsentiert. Ein Überblick über die heißen Bildungstest-Wochen in diesem Herbst.

Wie ist die Ausgangslage vor der sechsten Pisa-Auflage seit 2000?

Nach dem "Pisa-Schock" vor 15 Jahren und diversen Bildungsreformen wurde die Kompetenz deutscher Schüler 2003, 2006, 2009 und 2012 stetig besser, ohne dass es zu Spitzenrängen reichte. So steigerte sich Deutschland in Mathematik von 490 auf 514 Punkte, näherte sich dem europäischen Pisa-Vorbild Finnland (519) an, war von asiatischen Ländern wie Japan (536) aber noch weit entfernt.

In Lesekompetenz stieg die Formkurve von 484 auf 508 Punkte (Finnland 524, Japan 538), in Naturwissenschaften ging es von 487 auf 524 Punkte hoch (Finnland 545, Japan 547). Darauf gilt es aufzubauen. "Es gibt keinen Grund, warum Deutschland sich nicht an den leistungsstärksten europäischen Bildungssystemen orientieren sollte", sagt Pisa-Chefkoordinator Andreas Schleicher.

Soll Deutschland auch mit asiatischen Musterschülern konkurrieren?

An der Pisa-Spitze standen mit großem Vorsprung asiatische Länder oder Regionen wie Shanghai (613 Punke), Singapur, Hongkong und Korea. Pisa-Experte Schleicher hebt hervor, dass dort im Gegensatz zu vielen europäischen Ländern die besten Lehrer oft vor den schwierigsten Schülern stehen - das zahle sich aus.

Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Claudia Bogedan (SPD), hält dem entgegen: "Selbst wenn die OECD immer wieder auf deutlich bessere Ergebnisse in Asien hinweist: Der Vergleich mit autoritär regierten Ländern kann für uns nicht sinnvoll sein, die dortigen Bildungssysteme sind für Deutschland insofern auch kein Maßstab."

Wie steht es um den oft kritisierten Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungsgerechtigkeit in Deutschland?

Dies war beim Pisa-Desaster 2000/2001 der peinlichste Befund: Kinder aus sozial schlechter gestellten Familien schnitten viel schwächer ab als bessergestellte Mitschüler. Das Phänomen wurde bis zum Pisa-Test 2012 registriert, wenngleich in weniger dramatischer Form.

Auch andere Bildungsstudien gaben keine Entwarnung. Immerhin: Deutschland lag 2012 in den Pisa-Disziplinen Lesen/Textverständnis, Mathematik und Naturwissenschaften über dem OECD-Schnitt - zugleich schnitten "bildungsferne" Schüler besser ab als zur Jahrtausendwende.

"Man muss aber sehen, dass kein Bildungssystem langfristig erfolgreich sein, ohne Chancengerechtigkeit sicherzustellen", mahnt Schleicher. "Wie wir mit den Schülern mit den schlechtesten Ausgangsbedingungen umgehen - das sagt etwas über uns selbst aus."

Was ist von Pisa 6.0 zu erwarten?

Der im Mai 2015 organisierte Test für weltweit mehr als 500.000 Schüler in gut 70 Ländern war inhaltlich so breit aufgestellt wie nie zuvor. Zusätzlich wurden Kompetenzfelder wie Problemlösen im Team und Wohlbefinden der Schüler auf den Prüfstand gestellt - wohl auch um Kritik vorzubeugen, die OECD orientiere sich zu sehr am "Nutzwert" von Schule für den Arbeitsmarkt.

"Pisa-Papst" Schleicher, lange Zeit ein scharfer Kritiker des deutschen Bildungswesens, warnt vor Stagnation. Wie sich dies für Deutschland auswirkt, wird man am 6. Dezember wissen. Die Erwartungen entsprechen wohl nur einer soliden Note 3.

Könnte der Pisa-Aufwärtstrend bald wieder zu Ende sein, weil die Bildungsintegration hunderttausender Flüchtlinge Spuren hinterlässt?

So hatte sich zuletzt etwa Hamburgs Bildungssenator Ties Rabe (SPD) geäußert und ein Abrutschen Deutschlands im Pisa-Ranking nach 2016 prognostiziert. Schleicher empfiehlt Gelassenheit: "Dass sich der Flüchtlings-Effekt auf die Pisa-Resultate auswirkt, ist statistisch gar nicht möglich. Da ist der Anteil von Geflüchteten viel zu klein, um für ein Land wie Deutschland signifikante Veränderungen im Gesamtergebnis zu bewirken. Was mir auch nicht passt bei solchen Befürchtungen, ist die Annahme: Alle Flüchtlinge können nichts."

Kurz vor Pisa kommen die Timss-Zahlen. Worum geht es dabei?

Alle vier Jahre erfasst Timss (Abkürzung für "Trends in International Mathematics and Science Study") das Grundverständnis von Schülern in Mathematik und Naturwissenschaften. In Deutschland wurden unter Leitung des Bildungsforschers Wilfried Bos, Professor, an der Technischen Universität Dortmund, etwa 4000 Kindern der vierten Jahrgangsstufe an 200 Grund- und Förderschulen getestet.

Am 29. November wird die Studie in Berlin vorgestellt. 2007 und 2011 rangierten deutsche Grundschüler bei TIMSS international im vorderen Drittel. Aber: Auffällig wenige Kinder erreichten hierzulande die oberste Kompetenzstufe, und die Zahl der "Risikoschüler" war mit etwa einem Fünftel hoch.

Was kam im Oktober beim IQB-Bildungstrend heraus?

Nach dieser regionalen Kompetenzstudie haben sich Schüler der neunten Klassen im Fach Englisch zuletzt deutlich verbessert. In Deutsch dagegen herrscht Stagnation. Nach Ländern geordnet, fand das Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) im Vergleich zu 2008/2009 heraus: Bayern bleibt bei Bildungserfolgen insgesamt vorne, Schleswig-Holstein und Sachsen sind die Aufsteiger, Bremen und Berlin weiterhin oft Schlusslichter. Das erfolgsverwöhnte Baden-Württemberg stürzt ab - was Ende Oktober umgehend eine Debatte über Sinn oder Unsinn einschneidender Schulreformen wie im "Ländle" auslöste.

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