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Schwangerschaft  

Unerwünschte Kinder haben mehr Angst

05.01.2009, 10:07 Uhr | Spiegel Online, Spiegel Online

. Wird auch Diabetes früh festgelegt?

Wird auch Diabetes früh festgelegt? (Bild: imago)

von Petra Thorbrietz

Resistent gegenüber Insulin

Glukose, also Zucker, ist der wichtigste Nährstoff für das in der Gebärmutter heranwachsende Kind. Damit es auch genug davon bekommt, entwickelt der Organismus der Mutter eine steigende Resistenz gegenüber Insulin, dem Botenstoff, der den Zucker in die Körperzellen schleust. In einigen Fällen kann der Blutzucker dabei so gefährlich ansteigen, dass es zu einem Schwangeren-Diabetes kommt.

Höheres Risiko bei übergewichtigen Frauen

Gefährdet sind vor allem dicke Frauen, ihr Risiko ist 20-mal größer als das von Normalgewichtigen. Das wachsende Übergewicht in der Gesellschaft, glaubt Plagemann, hat deshalb den Schwangerschaftsdiabetes von fünf Prozent im Jahr 1999 auf ein Vielfaches erhöht: "Inzwischen ist bereits jede dritte werdende Mutter zu dick", sagt Plagemann, "und die Dunkelziffer der Zuckerkrankheit ist enorm hoch." Denn ein Diabetestest ist trotz vieler Bemühungen immer noch nicht Standard bei der Schwangerenvorsorge.

Vorsorge möglich

60 Prozent der nicht behandelten Schwangeren entwickeln in den acht Jahren nach der Geburt einen echten Diabetes Typ 2. Dabei ließe sich, so Plagemann, mit einem Test nicht nur diese langfristige Gefahr für die Frauen mindern, sondern auch das aufs Ungeborene übertragene Risiko. Versuche an Ratten hätten gezeigt, wie dieses Risiko entsteht: Der Hypothalamus des Fötus werde durch den Stoffwechsel der Mutter falsch programmiert, und das fehlgeleitete Regelzentrum im Gehirn führe langfristig zu einem metabolischen Syndrom, dem explosiven Gemisch der Risikofaktoren Zucker, Übergewicht, Bluthochdruck und gestörtem Fettstoffwechsel. "So ein Test kostet nur etwa 20 Euro", sagt der Endokrinologe Plagemann, "und man könnte damit auch bei kommenden Generationen Leiden verhindern."

Falsche Ernährung der Mutter kann zu Fettsucht führen

Übergewicht hat bereits epidemische Ausmaße: Nicht nur 15 Prozent der Drei- bis 17-Jährigen in Deutschland wiegen zu viel. Fast jedes zehnte Neugeborene wiegt mehr als 4000 Gramm – "eine Last fürs Leben", sagt Plagemann. Eine neue Studie der New Yorker Rockefeller-Universität zeigt überdies, dass Föten, die durch ihre Mutter fettreich ernährt werden, im Gehirn Nervenzellen entwickeln, die später die Sucht nach Fett fördern.

Alkohol und Nikotin: Das Risiko für das Kind bleibt dauerhaft

Langfristig gefährdet sind aber auch die untergewichtigen Frühgeburten. Dass Alkohol und Nikotin als Zellgifte das Wachstum des Fötus stören, ist seit Langem bekannt: Trinkt eine Schwangere regelmäßig, reduziert sich das Geburtsgewicht um durchschnittlich 1000 Gramm. Raucht sie, büßt das Kind an die 300 Gramm ein. Doch wie weitreichend die Folgen sind, machen erst jetzt Studien deutlich: Selbst wenn der Säugling nach der Geburt aufgepäppelt wird, behält er demnach ein doppelt so hohes Risiko, Jahrzehnte später eine Herz-Kreislauf-Krankheit zu erleiden. Die Ursache dafür könnte sein, dass die Frühgeborenen im Mutterleib weniger Nierenkörperchen ausbilden konnten, die eine wichtige Rolle bei der Filterung des Bluts spielen. Und auch die zu kleinen Babys haben paradoxerweise ein sechsfach erhöhtes Risiko, zuckerkrank zu werden und sind wie die dicken Säuglinge vom "metabolischen Syndrom" betroffen - 18-mal häufiger als Normalgewichtige.

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