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Schwangerschaft  

Unerwünschte Kinder haben mehr Angst

05.01.2009, 10:07 Uhr | Spiegel Online, Spiegel Online

von Petra Thorbrietz

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Die Gefühlswelt der Mutter prägt.Die Gefühlswelt der Mutter prägt. (Bild: imago)

Kinder des Hungerwinters liefern Erkenntnisse

Ein Teil dieser Daten basiert auf der Auswertung des niederländischen Hungerwinters 1944/45, als viele Menschen an den Folgen mangelnder Versorgung starben. Die damals geborenen Kinder liefern heute wichtige Erkenntnisse für das EU-Forschungsprojekt "LifeSpan" (Integrating Research into Development and Ageing), das untersucht, welche Rolle frühe Ereignisse für die Lebenserwartung spielen. Evelyna Derhovanessian vom Universitäts-Klinikum Tübingen ist eine der beteiligten 130 Wissenschaftler aus zehn Ländern. Sie versucht herauszufinden, wie sich die Körperabwehr durch fötalen Stress verändert. Es gibt Anzeichen dafür, dass sich das Verhältnis der Immunzellen zueinander verändert: "Forschung an lebenden Blutzellen", sagt sie, "ist besonders aufwendig. Wir können erst mal nur analysieren, bevor wir Schlussfolgerungen daraus ziehen." Das Projekt läuft zunächst für fünf Jahre, bis 2011.

Hungern während der Schwangerschaft erhöht Parkinson-Gefahr

Heute hungern Schwangere in Europa höchstens, weil sie möglichst wenig zunehmen wollen, aber auch das kann bereits die Eizellen des Ungeborenen schädigen. In dem Plazentalabor der Universität Jena untersuchen Forscher als Teil des europäischen EMBIC-Teams (Embryo Implantation Control) die Ursachen der allgemein wachsenden Unfruchtbarkeit und studieren dabei auch die Folgen verschiedener Mangelzustände für die Ungeborenen. Wenn die Mutter zu wenig isst, so eines der Ergebnisse, führt das beim Fötus zu einem Dopaminmangel im Gehirn, der im späteren Leben die Ausbildung von Parkinson begünstigt. Eisenmangel - daran leiden 40 Prozent der Schwangeren, weil sie größere Mengen Blut produzieren müssen - kann selbst mit Medikamenten bis zum vierten Lebensjahr des Kindes nicht völlig kompensiert werden und fördert bei diesem, ebenso wie das Fehlen von Selen, Asthma.

Ein leistungsfähigeres Gehirn durch richtige Ernährung

Umgekehrt bekommen Kinder weniger Allergien, wenn sie von der Mutter gestillt wurden, aber auch der Verzehr probiotischer Lebensmittel wie Joghurt oder Sauergemüse während der Schwangerschaft ist ein Schutzfaktor. Gleichzeitig sinkt bei Kindern das Risiko für einen offenen Rücken, wenn sie genügend Folsäure erhalten. Es steigt die Chance für bessere Sehkraft und ein leistungsfähigeres Gehirn, wenn die Ernährung der werdenden Mutter mehr ungesättigte Fettsäuren enthält.

Fördert der Lebensstil der Mutter die Anfälligkeit für Schizophrenie?

Die Frage, ob der Lebensstil der Mutter auch die Anfälligkeit für Schizophrenie, die Veranlagung zur Gewalt oder Homosexualität fördert, ist noch umstritten. Kritiker betonen, dass in vielen Studien der soziale Status der Eltern nicht berücksichtigt werde. Und Pränatalexperte Ludwig Janus warnt vor voreiligen Schlüssen: "Was einen Fötus prägt, hängt immer auch von seinen genetischen Grundlagen und vielen anderen Umständen ab. Eine Frau, die eine ungewollte Schwangerschaft als schwere Krise erlebt, kann durch das Baby dann doch ein Stück Mutter in sich entdecken, während manche Frauen, die sich unbedingt Kinder wünschen, nach der Geburt keine Beziehung aufbauen können."

Einfluss der Gefühlswelt unbestritten

Sicher ist aber, dass die Gefühlswelt der Mutter auch das Seelenleben des Kindes prägt. "Wir sind Beziehungswesen - alles, was wir können, lernen wir nur über die Aufnahme von Kontakt", erklärt Janus. Der Geburtskanal des Menschen konnte im Verlauf der Evolution mit dem wachsenden Gehirn nicht mithalten, weil ihn die Entwicklung des aufrechten Gangs einschränkte. Also mussten wesentliche Teile der Entwicklung auf die Zeit nach der Geburt verschoben werden. "Das macht uns zu speziellen Wesen", so Janus. "Ein Affenbaby klammert sich selbstständig an seine Mutter, die sich sonst kaum kümmert. Wir brauchen, dass die Mutter uns ansieht, uns anfasst, uns aufnimmt."

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