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Bevölkerungsentwicklung: Europa im Geburtentief

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Bevölkerungsentwicklung  

Europa im Geburtentief

12.01.2009, 11:06 Uhr | mmh

Zu wenige Babys in Europa. Zu wenige Babys in Europa. (Bild: Imago)In allen europäischen Ländern sind die Geburtenraten zu niedrig, um die gegenwärtige Bevölkerungszahl zu halten. Zu diesem Ergebnis kommt eine umfassende Analyse des Max- Planck-Instituts für demografische Forschung in Rostock. Allerdings seien die Geburtenraten in Nord- und Westeuropa deutlich höher als auf dem übrigen Kontinent.

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Europa schrumpft

Die Untersuchung sieht dabei einen Zusammenhang mit der Familienpolitik und dem Vorherrschen toleranter und säkularer Werte, wie die Fachzeitschrift "Demografische Forschung aus Erster Hand" in ihrer aktuellen Ausgabe berichtet. Die zunehmende Akzeptanz von eheähnlichen Gemeinschaften und nicht-ehelichen Kindern wirke sich inzwischen positiv aus. Die Originalanalyse ist in einer Sonderausgabe des Fachjournals "Demographic Research" erschienen.

Familiengründung wird aufgeschoben

Dem sogenannten "Ersatzniveau" von 2,1 Geburten je Frau kämen nur Frankreich, Großbritannien, Irland und die nordischen Länder nahe, und zwar mit Werten von 1,8 bis 2,0. Die deutschsprachigen Länder und die übrigen Staaten Mittel-, Ost- und Südeuropas hätten dagegen deutlich niedrigere Geburtenraten zwischen 1,3 und 1,5. Die Forscher erklären das "Geburtentief" in ganz Europa mit dem Aufschieben von Familiengründungen und dem veränderten Lebenslauf junger Menschen, in dem die Ausbildungszeiten eine immer größere Rolle spielen. In den späten Dreißigern und frühen Vierzigern schafften es Paare vor allem in Frankreich, Skandinavien, Belgien und den Niederlanden, ihren Kinderwunsch noch zu verwirklichen.

Positiver Effekt: Gut ausgebaute Kinderbetreuung

"In den nordischen Ländern, wo die Kinderbetreuungsinfrastruktur gut ausgebaut ist und wo Männer sich mehr als in anderen Teilen Europas an der Kindererziehung und Hausarbeit beteiligen, fallen diese Entscheidungen leichter", meinen die Forscher. In den 1960er und 1970er Jahren habe es in Nord- und Westeuropa einen Kultur- und Wertewandel in Bezug auf Familiengründungen gegeben, der zunächst zu einem Sinken der Geburtenraten geführt habe. Dies habe sich inzwischen umgekehrt. "Der ursprünglich negative Zusammenhang zwischen dem Kultur- und Wertewandel und der Geburtenrate hat sich sogar in einen positiven verkehrt", heißt es in der Zeitschrift.

Ausnahme Irland

Allerdings liegt Irland, das die Forscher auf dem "Index der Familienwerte und des Verhaltens" nur im Mittelfeld verorten, bei der Geburtenrate noch vor Frankreich, Spitzenreiter ist Island. Deutschland, Österreich und Slowenien werden zwar als sehr tolerante und säkulare Länder eingestuft, ihre Geburtenraten sind jedoch unterdurchschnittlich.

Einwanderung steigert die Rate

Eine positive Wirkung auf die Geburtenrate hat nach Ansicht der Bevölkerungswissenschaftler auch die Einwanderung. In acht ausgewählten westeuropäischen Ländern (Niederlande, Großbritannien, Portugal, Österreich, Italien, Frankreich, Spanien, Deutschland) hätten die Zuwanderinnen die Geburtenziffern zwischen 1997 und 2006 um drei bis acht Prozent gesteigert. Damit sei ihr Beitrag allerdings zu klein, um in diesen Ländern den Anstieg der Geburtenrate allein zu erklären.

Materielle Anreize wirken

Die Forscher halten auch die Familienpolitik für wichtig. Bedeutsam seien materielle Anreize zum Kinderkriegen sowie Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf wie Kinderbetreuung und flexible Arbeitszeiten. Auch die Förderung der Gleichstellung von Männern und Frauen sei wesentlich. Auf die Frage, wie sich die wirtschaftliche Entwicklung und die politischen Umbrüche vor allem in den Ländern Osteuropas und in Ostdeutschland auf die Geburtenrate ausgewirkt haben, gingen die Forscher nicht ein.


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