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Schwangerschaft: Wann muss der Chef informiert werden?

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Schwanger  

Wann muss man den Arbeitgeber informieren?

22.09.2016, 13:33 Uhr | Simone Blaß, dpa-tmn, t-online.de

Schwangerschaft: Wann muss der Chef informiert werden?. Für Schwangere gelten am Arbeitsplätze besondere Schutzmaßnahmen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Für Schwangere gelten am Arbeitsplätze besondere Schutzmaßnahmen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Wenn sich der Teststreifen blau färbt, ist die Freude meist groß. Aber auch andere Gefühle stellen sich ein: Unsicherheit, Zukunftsängste und die Frage, wann der Arbeitgeber informiert über die Schwangerschaft werden muss.

Die meisten Schwangeren wollen warten, bis die ersten kritischen Wochen vorbei sind. Die gesetzliche Empfehlung lautet, es zu sagen, sobald man es weiß, sagt Nathalie Oberthür, Rechtsanwältin in Köln. Es habe jedoch keine Folgen für die Frau, wenn sie dieser Empfehlung nicht folgt. "Es ist ihr deshalb selbst überlassen, wann sie es dem Vorgesetzten sagt."

Schwangere sind vom Gesetzgeber besonders geschützt

Allerdings sollte man fair sein und es nicht zu spät sagen, damit das Unternehmen für die Abwesenheit rechtzeitig planen kann. Dies nutzt auch der Frau, denn Schwangere werden vom Gesetzgeber besonders geschützt. Das Mutterschutzgesetz regelt, welche Rechte sie haben.

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Was Schwangere nicht dürfen

Es gibt Situationen im Arbeitsleben, die einer Schwangeren nicht zugemutet werden können. Dazu zählen unter anderem der Umgang mit radioaktiven beziehungsweise giftigen Stoffen oder Krankheitserregern, Akkord- und Fließbandarbeit, ständiges Stehen sowie Nacht- und Sonntagsarbeit.

Schwer heben in der Schwangerschaft ist verboten

Schwangere müssen außerdem darauf achten, dass sie nicht mehr als zehn Kilogramm heben. Darauf weist Michael Nasterlack von der Deutschen Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin (DGAUM) hin. Es besteht die Gefahr, sich zu überlasten und frühzeitig Wehen auszulösen. Auch das regelmäßige Heben von Gewichten, die mehr als fünf Kilogramm wiegen, ist nicht erlaubt. Im Zweifel sollten Schwangere lieber Kollegen um Hilfe bitten.

Werdende Mütter dürfen manche Arbeiten nicht ausführen

Stewardessen, Taxifahrerinnen, U-Bahnfahrerinnen und andere Frauen, die den Großteil ihrer Arbeitszeit auf sogenannten Beförderungsmitteln verbringen, dürfen bereits ab dem dritten Monat nicht mehr an ihrem eigentlichen Arbeitsplatz tätig sein. Für alle gilt, dass die reine Arbeitszeit von 8,5 Stunden täglich nicht überschritten werden darf und dass der Arbeitgeber ihnen die Möglichkeit geben muss, sich bei Bedarf auszuruhen.

Beschäftigungsverbot für bestimmte Berufe

Für bestimmte Beschäftigungsbereiche wie Gastronomie oder Landwirtschaft gibt es Ausnahmen. Zusätzlich zu den gesetzlichen Bestimmungen existiert das individuelle Beschäftigungsverbot. Durch ein ärztliches Attest kann die Beschäftigung ganz oder teilweise untersagt werden. Besonders häufig davon betroffen sind zum Beispiel Kita-Erzieherinnen.

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Beschäftigungsverbot bedeutet, die Frau muss bei vollem Lohn von der Arbeit freigestellt werden. Diese Regelungen gelten übrigens nicht für Selbstständige. Sie müssen sich selbst darum kümmern, dass ihre Arbeit sie und das ungeborene Baby nicht gefährdet.

Kündigungsschutz für Schwangere

Einer schwangeren Frau darf normalerweise bis zum Ablauf von vier Monaten nach der Geburt nicht gekündigt werden. Selbst in der Probezeit. Das gilt auch, wenn die Frau zum Zeitpunkt der Kündigung zwar bereits schwanger war, dies aber dem Vorgesetzten noch nicht mitgeteilt hat oder es selbst noch nicht wusste. Allerdings muss sie dann innerhalb von zwei Wochen die Schwangerschaft bekannt geben. Sollte die Frau eine Fehlgeburt erleiden, erlischt der Kündigungsschutz übrigens sofort.

Was wird aus dem Urlaub?

Sechs Wochen vor dem errechneten Geburtstermin beginnt die Mutterschutzzeit spätestens. Schwangere Frauen müssen danach nicht mehr arbeiten, ausgenommen wenn sie sich ausdrücklich dazu bereit erklären. Ihre restlichen Urlaubstage müssen die Frauen nicht vor dem Mutterschutz und ihrer folgenden Elternzeit abbauen. "Den Resturlaub kann man auch ans Ende der Elternzeit hängen", sagt Anwältin Oberthür.

Zuerst der Vorgesetzte, dann die Kollegen

Je gefährlicher der Job für das werdende Leben sein kann, desto eher sollte die Schwangere mit dem Vorgesetzten reden. Denn nur dann hat dieser die Möglichkeit, der schwangeren Frau - ohne Einkommenseinbußen - einen adäquaten anderen Arbeitsplatz zuzuteilen. Vor allem in größeren Betrieben muss auch die Personalabteilung von der Schwangerschaft unterrichtet werden.

Wenn das Unternehmen einen Beleg für den geplanten Entbindungstermin fordert, trägt es die Kosten. Um die Vertrauensbasis nicht zu zerstören, ist es sinnvoll, zunächst mit dem Chef zu reden und erst dann die Kollegen und andere Stellen einzuweihen.

Das Gespräch mit dem Chef

Ein solches Gespräch sollte nicht zwischen Tür und Angel und möglichst auch nicht Montagmorgen oder Freitagnachmittag geführt werden. Es ist sinnvoll, sich einen längeren Termin geben zu lassen, damit in Ruhe über die Situation gesprochen werden kann. Dabei sollte die Frau dem Vorgesetzten signalisieren, wie wichtig ihr der Arbeitsplatz ist und dass sie gerne zurückkehren möchte.

Am besten ist es, wenn die Schwangere bereits konkrete Vorstellungen davon hat, wann sie wiederkommen möchte und in welchem Umfang. Gut ist es, sich in die Situation des Vorgesetzten hineinzuversetzen und vielleicht eigene Ideen einzubringen, wie die Babypause optimal überbrückt werden kann.

Unterschiede für Kleinbetriebe und große Unternehmen

Nach wie vor gibt es Arbeitgeber, die auf eine Schwangerschaft nicht positiv reagieren. Das bringt vor allem Frauen in leitenden Positionen dazu, ihren Zustand erst sehr spät zu offenbaren, um keine Nachteile zu erfahren. Für ein großes Unternehmen sind die Themen Mutterschutz und Elternzeit Alltag, aber gerade für Kleinbetriebe bedeutet der Ausfall oft einschneidende Veränderungen. Hier ist es gut, die Kommunikation aufrechtzuerhalten und gemeinsam nach Lösungen zu suchen.

Professionell bleiben

Auch wenn man am liebsten die ganze Abteilung mit den neuesten Ultraschallbildern beglücken möchte und sich von früh bis spät Gedanken darüber macht, ob ein Geburtshaus für die Entbindung in Frage kommt, sollte man diese Themen vom Arbeitsplatz fernhalten. Arzttermine erledigt man am besten außerhalb der Arbeitszeit. Es ist deutlich besser, den Kollegen und Vorgesetzten zu zeigen, dass sich an der Qualität der Arbeit und an der Professionalität nichts geändert hat.

Eine solche Haltung schließt von vornherein aus, dass kritische Kollegen die berufliche Kompetenz der Schwangeren in Frage stellen und sie damit in eine Außenseiterrolle drängen können. Doch bei aller Professionalität sollte man das Wohl des Kindes nicht aus den Augen verlieren. Denn Stress während der Schwangerschaft ist weder für die Mutter noch für das Baby gut.

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