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Mehrlingsgeburten: Wie kam es zur Entstehung der Achtlinge?

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Mehrlingsgeburt  

Wie kam es zur Entstehung der Achtlinge?

30.01.2009, 14:56 Uhr | sca

Mehrlingsgeburten sind immer mit einem hohen Risiko verbunden.Mehrlingsgeburten sind immer mit einem hohen Risiko verbunden. (Bild: Imago)Da die Eltern der am Montag, den 26. Januar 2009, in der Nähe von Los Angeles geborenen Achtlinge anonym bleiben wollen, ist nichts über die Entstehung der Mehrlingsschwangerschaft bekannt. Vermutet wird, dass die moderne Reproduktionsmedizin dafür verantwortlich ist. "Dass Achtlinge spontan entstehen, habe ich noch nie gehört", sagt der Bonner Reproduktionsmediziner Benjamin Rösing. Wir sind der Frage nachgegangen, wie die Entstehungsgeschichte der Mehrlingsschwangerschaft sein könnte.#

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Künstliche Befruchtung?

Im Gegensatz zu Deutschland, wo nach einer künstlichen Befruchtung maximal drei Embryonen eingesetzt werden dürfen, können in den USA prinzipiell beliebig viele Embryonen transferiert werden. Deshalb könnte die Mehrlingsschwangerschaft theoretisch die Folge einer solchen Behandlung sein. Aber so viele Embryonen wird auch ein verantwortungsloser Arzt eher nicht einsetzen. Im Gespräch mit der FAZ sagte Rösing: "Vier oder fünf Embryonen sind keine Seltenheit". Deshalb sei es denkbar, dass sich diese Embryonen teilen und somit eine Achtlings- schwangerschaft entstünde. So einen Zufall hält er aber für sehr unwahrscheinlich. Zwar kommen in den USA immer wieder auch Fünf- oder Sechslinge zur Welt, häufig aber werden "überzählige" Föten abgetötet, wenn sich nach einer künstlichen Befruchtung mehr als zwei Kinder in der Gebärmutter entwickeln. In Deutschland wird das von den meisten Ärzten für ethisch nicht vertretbar gehalten.

Tabletten mit eierstockstimulierender Wirkung

"Im kalifornischen Fall halte ich es für wahrscheinlich, dass die Frau Tabletten mit dem Wirkstoff Clomifen eingenommen hat" mutmaßt Rösing. Solche Tabletten werden von den Patientinnen eigenständig eingenommen. Diese Einnahme werde nicht so engmaschig kontrolliert wie bei einer künstlichen Befruchtung, bei der ja bewußt mehrere Embryonen eingesetzt würden. Clomifen (Dyneric, Pergotime, Clom50, Clomhexal etc.) ist ein Medikament, welches als Tablette eingenommen sehr zuverlässig eine Eizellreifung an den Eierstöcken auslöst. Der Vorteil dieses Medikaments ist die einfache Einnahme als Tablette, weshalb es häufig in gynäkologischen Praxen das erste Mittel der Wahl ist.

Wie wirkt das Medikament?

Laut wunschkinder.net ist "der Wirkmechanismus immer noch nicht eindeutig geklärt, man vermutet, dass das Medikament der Hirnanhangsdrüse 'vorgaukelt', dass im Körper zu wenig Östrogen produziert wird (=Antiöstrogene Wirkung). Die Reaktion der Hirnanhangsdrüse darauf ist die vermehrte Ausschüttung von Follikelstimulierendem Hormon (FSH)." Diese 'unnatürliche' Stimulationsmethode habe aber auch den Nachteil, die Produktion des eisprungauslösenden Hormons (LH) ebenfalls zu verstärken.

Wieso wurde ein Baby übersehen?

Der Experte Benjamin Rösing spricht von einem "Gewimmel von Beinen, Armen, Bäuchen und Herzen". So ist es leicht möglich, dass ein Kind übersehen wird. Dies ist auch einer der Gründe, warum Mehrlingsschwangerschaften so risikoreich sind.

Viele "Mehrlinge" sterben

Bei vergangenen Achtlingsgeburten sind viele Kinder gestorben: Im italienischen Mailand überlebten 2000 nur vier von acht Kindern. Eine Texanerin brachte 1998 erstmals in den USA Achtlinge zur Welt. Von ihnen leben heute noch sieben. Keines der Babys einer Britin überlebte, die 1996 gegen den Rat ihres Arztes ihre Achtlinge austrug. Von den acht Kindern einer Frau in Neapel starben 1979 sechs. Bei dem bisher einzigen dokumentierten Fall in Deutschland haben die 1977 in Jena geborenen Achtlinge nicht überlebt. Auch für die Mutter sind Mehrlingsschwangerschaften riskant: Ihr Sterberisiko erhöht sich - im statistischen Durchschnitt - auf das Dreifache.

Geringe Wahrscheinlichkeit

Die Wahrscheinlichkeit für eine natürliche Vierlingsgeburt liegt bei eins zu 600.000, für Fünflinge bei eins zu 50 Millionen und für Sechslinge nur noch bei eins zu 4,4 Milliarden. Auch wenn sich die Zahl der Mehrlingsgeburten in den vergangenen 30 Jahren wegen des zunehmenden Einsatzes von Hormonen erhöht hat, sind Fünflinge und Sechslinge nach wie vor selten. Von 1950 bis 2007 gab es in Deutschland lediglich 33 Fünflingsgeburten, nur fünfmal erblickten gleich sechs Kinder das Licht der Welt. Die höchste Zahl bei einer Mehrlingsgeburt wurde 1971 aus Australien gemeldet: Dort kamen Neunlinge zur Welt, die jedoch alle nach wenigen Tagen starben.

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