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Künstliche Befruchtung: Sachsen unterstützt Paare mit Kinderwunsch

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Künstliche Befruchtung  

Steuermittel für künstliche Befruchtungen

10.02.2009, 13:09 Uhr | sca, dpa

Sachsen will künstliche Befruchtungen bezuschussen. (Bild: Archiv)Sachsen will künstliche Befruchtungen bezuschussen. (Bild: Archiv)Für viele Paare ist es der letzte Ausweg: Wenn der ersehnte Nachwuchs jahrelang ausbleibt, setzen sie ihre ganze Hoffnung oft in die künstliche Befruchtung. Zwar hat die Reproduktionsmedizin deutliche Fortschritte gemacht. Doch die meisten Behandlungen sind aufwändig und belastend. Nicht zuletzt müssen die potenziellen Eltern dafür nicht wenig Geld berappen, vor allem seit die gesetzlichen Kassen weniger dafür zahlen. Nach einer Gesetzesänderung von 2004 ist die Zahl der nach künstlicher Befruchtung geborenen Kinder drastisch eingebrochen. Sachsen will jetzt mit einer bundesweit einmaligen Initiative gegensteuern und betroffenen Paaren finanzielle Zuschüsse zahlen. #

Pro Versuch 1500 bis 2000 Euro

Nach Expertenschätzungen sind in Deutschland etwa 15 Prozent aller Paare ungewollt kinderlos. Die Dunkelziffer liegt noch höher. Seit 2004 werden Kinderwunschbehandlungen von den gesetzlichen Kassen allerdings nur noch zur Hälfte erstattet und ab der vierten Behandlung gar nicht mehr. Paare müssen für einen Zyklus Kosten von rund 1500 bis 2000 Euro einkalkulieren. Im Schnitt werden allerdings erst nach drei Behandlungszyklen 60 bis 70 Prozent der Frauen schwanger.

Für viele nicht tragbar

Die Folge: Viele kinderlose Paare haben seit der neuen Gesetzesregelung auf eine reproduktionsmedizinische Behandlung verzichtet oder diese nach wenigen Behandlungen abgebrochen. "Schon die erste Behandlung ist für viele nicht tragbar, geschweige denn drei", sagt Ulrich Hilland, Vorsitzender des Bundesverbandes Reproduktionsmedizinischer Zentren Deutschlands (BRZ).

Zahl der Behandlungen sank dramatisch

Die Statistik spricht Bände: So sank die Zahl der Behandlungen in den bundesweit mehr als hundert Kinderwunschzentren zwischen 2003 und 2007 von rund 94.600 auf etwa 59.200. Die Zahl der mit Hilfe der Fortpflanzungsmedizin gezeugten und lebend geborenen Kinder sank im selben Zeitraum von rund 18.800 auf 7500.

Sachsen will Negativtrend stoppen

Sachsens Sozialministerin Christine Clauß (CDU) will diesen Negativtrend nun stoppen. Ab März 2009 sollen Ehepaare im Freistaat für die zweite und dritte Behandlung staatliche Zuschüsse von jeweils bis zu 900 Euro erhalten, für die vierte Behandlung wird eine Pauschale von 1600 bis 1800 Euro gezahlt. Dafür stellt das Land jährlich 1,1 Millionen Euro bereit. Die erste Behandlung sollen die potenziellen Eltern weiterhin aus eigener Tasche bezahlen. Voraussetzung für die finanzielle Förderung ist, dass die Paare verheiratet sind sowie die Frau nicht älter als 40 und der Mann nicht älter als 50 Jahre ist. Außerdem müssen die Paare seit mindestens einem Jahr ihren Wohnsitz in Sachsen haben und sich auch hier behandeln lassen. Die Förderung gilt für die In-vitro-Fertilisation (IVF), bei der Eizellen außerhalb des Körpers im Reagenzglas mit aufbereitetem Sperma befruchtet werden sowie für die intracytoplasmatische Spermieninjektion. Dabei entnehmen die Ärzte Spermien direkt aus dem Hodengewebe und spritzen diese in die Eizelle.

Dem "guten Vorbild" anschließen

Clauß hofft, dass sich möglichst viele Länder dem "guten Vorbild" anschließen. Tatsächlich hatten die Länder bereits im vergangenen Juli eine Bundesratsinitiative beschlossen, mit der - auch im Hinblick auf den demografischen Wandel - die komplette Kostenübernahme bei künstlicher Befruchtung durch die gesetzlichen Kassen gefordert wird. Auch das Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung hatte 2007 in einer Studie darauf hingewiesen, dass die künstliche Befruchtung nicht nur die Geburtenstatistik erhöhen, sondern auch die demografische Krise in Deutschland abmildern könnte.

Ein neuer Flickenteppich

Selbst Reproduktionsexperten verweisen auf den demografischen Faktor. Die Fortpflanzungsmedizin sei "eine von vielen Möglichkeiten, der Überalterung der Bevölkerung entgegenzuwirken", betont Hilland. Er glaubt dennoch nicht, dass die Bundespolitik durch das Modellprojekt in Sachsen nun umdenkt oder die meisten Länder nachziehen. "Es könnte ein neuer Flickenteppich entstehen - und das ist nicht wünschenswert", sagt der BRZ-Vorsitzende.

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