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Partnerschaft  

Erstes Kind belastet das Eheglück

09.04.2009, 17:12 Uhr | sca, dpa, dapd

. Das erste Baby belastet die Beziehung.

Das erste Baby belastet die Beziehung. (Bild: Archiv)

Die Geburt eines Kindes beeinträchtigt die Qualität einer Partnerschaft. Eine Langzeitstudie an mehr als 200 verheirateten Paaren zeigt, dass sich die weitaus meisten Beziehungen nach Ankunft des ersten Sprösslings verschlechtern. "Auch bei kinderlosen Paaren lässt die Qualität der Ehe mit der Zeit nach", sagt der Psychologe Scott Stanley von der Universität Denver. "Aber ein Baby beschleunigt diesen Niedergang, insbesondere in der Umstellungsphase kurz nach der Geburt des Kindes." Woran liegt das?

Neunzig Prozent der Beziehungen verschlechtern sich

Stanley befragte insgesamt 218 Paare mit und ohne Kinder über den Zeitraum von acht Jahren zum Zustand ihrer Beziehung. 90 Prozent der Eltern berichteten, die Partnerschaft habe nach der Geburt des ersten Kindes gelitten. Väter und Mütter teilten diesen Eindruck in ähnlichem Maße. Die einmal eingetretene Verschlechterung hielt in den meisten Fällen während der gesamten Dauer der Studie an. Bei manchen Paaren stärkte allerdings der Nachwuchs die Ehequalität. Dies galt vor allem für jene Partner, die vorher schon länger verheiratet waren oder die ein höheres Einkommen hatten. Stanley warnt vor der Schlussfolgerung, Nachwuchs trübe grundsätzlich die Lebensfreude. "Auch wenn mancher Glanz des Eheglücks während dieser Lebensphase für eine Weile verschwindet, kann eine Familie eine neue Dimension der Freude und Zufriedenheit erschließen. Dieses Glück kann kraftvoll sein, war aber nicht Gegenstand der Untersuchung" (Quelle: "Journal of Personality and Social Psychology").

Arbeit teilen und Auszeiten nehmen

Aus Mann und Frau werden Papa und Mama: "Die Geburt eines Kindes verändert eine Beziehung in vielen Punkten grundlegend", sagt Carin Cutner-Oscheja, Diplom-Psychologin aus Hamburg. Wie groß die Veränderung ist, ahnen besonders junge Paare nicht: "Viele haben keinerlei Vorstellung darüber, was auf sie zukommt."

Unerfüllte Erwartungen

Besonders Männer fühlen sich plötzlich ausgegrenzt. Neben der engen Mutter-Kind-Beziehung empfinden sie sich als das fünfte Rad am Wagen. "Manche haben das Gefühl, ihre Partnerin an das Kind verloren zu haben und sind massiv verletzt", sagt Henning Matthaei, Paarcoach aus Hamburg, der in Kursen Männer auf "die Zeit danach" vorbereitet. "Sie vermissen den liebevollen Kontakt zur Partnerin und die Sexualität, die oft zum Erliegen kommt", sagt auch der Psychotherapeut Wolfgang Krüger aus Berlin. In der Folge ziehen sich viele Männer zurück, sind enttäuscht oder beleidigt. "Und stoßen mit diesem Verhalten der Partnerin vor den Kopf", erklärt Cutner-Oscheja. "Frauen wünschen sich jetzt mehr denn je einen Begleiter, der für sie da ist und sich kümmert."

Neue Rollen belegen

Ist das Kind da, müssen Frau und Mann neue Rollen belegen. Immer noch sind es überwiegend Frauen, die zu Hause bleiben und sich um das Baby kümmern. Kein leichter Job, weiß Krüger: "Mütter sind bereits nach wenigen Monaten durch den 24-Stunden-Job ausgelaugt." Wenig Schlaf, viel Kindergeschrei, Krankheiten und die ständige Präsenz, die durch das Kind eingefordert wird: "Da kann eine massive Stressatmosphäre entstehen."

Starke Kommunikationsstrukturen

"Paare brauchen jetzt starke Kommunikationsstrukturen", sagt Cutner-Oscheja. Neben den vielen Fragen, die das Kind betreffen, sollte Platz für persönliche Gespräche bleiben: "Reden Sie nicht nur über Milchbrei und Fläschchen, sondern über sich selbst", rät Matthaei. "Wie geht es dir?" - eine fast alltägliche Frage, die in Stresszeiten aber oft zu wenig Raum bekommt. "Es ist wichtig, dass beide Partner sich von ihren Belastungen und Wünschen erzählen", sagt der Paarcoach. "Nur so können sie schließlich auch erfüllt werden."

Netzwerke zur Entlastung schaffen

"Sorgen Sie schon in der Schwangerschaft für ein Netzwerk, das Sie regelmäßig entlasten kann", rät Cutner-Oscheja. Ob Freunde, Nachbarn oder Großeltern: Mindestens einmal pro Woche sollten Paare die Möglichkeit haben, das Baby für ein paar Stunden in vertrauensvolle Hände abzugeben. Das schafft Freiräume für die Beziehung, aber auch für jeden Elternteil selbst: "Jeder darf auch mal was alleine unternehmen können, um neue Kraft zu tanken", so die Psychologin.

Streitpunkt: Arbeitsteilung im Haushalt

Eine Studie der Bamberger Familienforscher Florian Schulz und Hans-Peter Blossfeld zeigte auf, dass mit der Geburt des ersten Kindes die Beteiligung der Männer im Haushalt drastisch sinkt. "Viele Paare rutschen jetzt in Rollenmuster, die sie aus ihrer eigenen Kindheit kennen", erklärt Matthaei. Doch wenn er sich nach der Arbeit direkt aufs Sofa legt, während sie mit Kind und Haushalt im Chaos versinkt, ist Zoff garantiert: "Hier muss ausgehandelt werden, wer für was zuständig ist." Und zwar so, dass beide damit zufrieden sind.


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