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Südkorea: Singlepartys sollen Geburtenrate steigern

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Geburtenrate  

Singlepartys sollen Geburtenrate steigern

21.04.2009, 12:11 Uhr | iri, AFP

Singlepartys werden öffentlich finanziert. (Bild: Imago)Singlepartys werden öffentlich finanziert. (Bild: Imago)In einem Hotel im südkoreanischen Asan haben sich 40 Singles zu einer Flirtparty eingefunden. Fünf Stunden später haben zwölf eine neue Verabredung - sehr zur Freude der Vertreter der Stadt. Denn was sonst vor allem Fernsehsender oder Diskotheken veranstalten, wird hier vom Rathaus organisiert. "Einen Partner zu finden ist nicht länger das Problem jedes Einzelnen, es ist auch die Pflicht des Staates", sagt Yu Yang-Sun, der die amouröse Party für die Stadt 90 Kilometer südlich von Seoul organisiert.

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Staatliches Zentrum zur Heiratsvermittlung

Mit 1,08 Kindern pro Frau liegt die Geburtenrate in Asan noch unter dem landesweiten Schnitt von 1,19 - und das ist eine der niedrigsten der Welt. "Wenn die Jungen unverheiratet älter werden und keine Kinder in die Welt setzen, fehlt der Nation das Humankapital zum Selbsterhalt." Asan richtete als erste Stadt des ostasiatischen Landes im Jahr 2007 ein staatliches Zentrum zur Heiratsvermittlung ein. Inzwischen finanzieren auch der Seouler Stadtteil Seocho und die Stadt Jeongup im Südwesten des Landes organisierte Eheanbahnung. 2008 brachte Asan in vierteljährlichen Partys 300 Menschen zusammen. Im Vermittlungs- und Beratungszentrum haben sich 1700 Männer und Frauen registrieren lassen.


Bevölkerungsrückgang wird befürchtet

Nachdem im mit 48,6 Millionen Menschen dicht bevölkerten Südkorea jahrelang Geburtenkontrolle propagiert wurde, droht nun eine überalterte Gesellschaft mit unbezahlbaren Renten. Für ungebrochenes Wirtschaftwachstum fehlen bald die Arbeitnehmer. Obwohl die Regierung die Kinderbetreuung verbessert und finanzielle Anreize für junge Eltern schafft, befürchten Experten, dass die Bevölkerung innerhalb des nächsten Jahrzehnts zu schrumpfen beginnt. Die gegenwärtige Wirtschaftskrise macht es nicht leichter. Die Zahl der Eheschließungen fiel nach offiziellen Statistiken 2008 im Vergleich zum Vorjahr um 4,6 Prozent auf 329.000. Mit 466.000 Kindern wurden sogar 5,5 Prozent weniger geboren als im Vorjahr.

Zu hohe Bildungskosten

Experten machen für die niedrige Geburtenrate die zunehmende Berufstätigkeit von Frauen und mangelnde Sozialleistungen verantwortlich. Auch die hohen Kosten der Kindererziehung schrecken viele potenziellen Eltern ab. Da die Bildung in Südkoreas konkurrenzbetonter Gesellschaft hohen Stellenwert hat, geben viele ein Vermögen für private Schulen aus. "In diesem Land ist es sehr schwierig, Kinder aufzuziehen, angesichts der empörenden Kosten für Bildung", sagt die 30-jährige Bang Jeong-Ju bei der Singleparty in Asan. "Meine Freunde sagen: Wenn Du es Dir nicht leisten kannst, Deinen Kindern eine richtig gute Ausbildung zu ermöglichen, dann werde nicht schwanger."


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