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Abtreibungsdebatte  

Zerrissenheit bei allen Betroffenen

07.05.2009, 13:11 Uhr | iri, t-online.de, AFP

Innere Zerrissenheit, Entscheidungsdruck, das spüren die betroffenen Eltern, die mit der Möglichkeit einer "Spätabtreibung" konfrontiert sind. Auch die Politiker sind gespalten. Das Thema ist hochemotional, ein moralisches und ethisches Dilemma. Rund 200 Kinder werden jährlich nach der 22. Schwangerschaftswoche abgetrieben, weil das Kind extrem stark behindert und kaum lebensfähig sei. Gesetze sollen nun helfen, die Beratung der betroffenen Mütter zu verbessern und einen rechtlichen Rahmen zu schaffen.

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/Bundestag/Gesundheit/Frauen/Abtreibungen/Ärzte Bundestag entscheidet nächste Woche über Spätabtreibungen - Ausschuss überweist zwei Gesetzentwürfe ans Plenum =

Berlin, 6. Mai (AFP) - Der Bundestag entscheidet voraussichtlich kommenden Mittwoch über die künftige Beratung von Schwangeren vor einer möglichen Spätabtreibung. Der Familien- und Frauenausschuss überwies am Mittwoch zwei konkurrierende Entwürfe zur Änderung des Schwangerschaftskonfliktgesetzes an das Plenum, wie die Ausschussvorsitzende Kerstin Griese (SPD) in Berlin mitteilte. Der Ausschuss habe keinen inhaltlichen Beschluss gefasst. Schließlich handele es sich um «eine Gewissensfrage, die nicht entlang der Fraktionsgrenzen abgestimmt wird», erklärte Griese.

Von bislang 302 der 612 Bundestagsabgeordneten unterstützt wird eine gruppenübergreifende Gesetzesinitiative, die als Kompromiss von ursprünglich drei Gesetzentwürfen zustandegekommen war. Neben Griese unterstützen etwa der CSU-Familienpolitiker Johannes Singhammer sowie die FDP-Frauenpolitikerin Ina Lenke diesen Entwurf. Dieser sieht bei einer Behinderung des Ungeborenen unter anderem eine Pflicht des Arztes vor, die Schwangere in eine ergebnisoffene psychosoziale Beratung vermitteln. Die Frau kann dies demnach auch ablehnen. Der Entwurf schreibt zudem eine dreitägige Bedenkzeit vor einer Entscheidung über eine mögliche Abtreibung fest.


95 Abgeordnete aus den Fraktionen von SPD und Grünen um SPD-Fraktionsvize Christel Humme haben indes einen eigenen Gesetzentwurf vorgelegt. Sie möchten lediglich eine «ausreichende» Bedenkzeit festschreiben, da eine Mindestfrist von drei Tagen für Betroffene eine besondere Härte darstellen könne. Dies gelte etwa, wenn eine Frau aufgrund eines bestimmten Gendefekts, den sie an ihre ungeborenen Kinder weitergebe, zum wiederholten Male einen Abbruch machen lassen müsse. Diese Frau habe sich bereits früher intensiv mit ihrer Situation beschäftigt und solle nicht tagelang warten müssen. Auch zusätzliche Bußgelder bei Gesetzesverstößen von Ärzten lehnt die Abgeordnetengruppe um Humme ab.

Bei einer sogenannten Spätabtreibung handelt es sich um einen Abbruch der Schwangerschaft ab der 23. Woche - einem Zeitpunkt, zu dem ein Ungeborenes in der Regel schon als lebensfähig gilt. Abtreibungen sind hierzulande innerhalb der ersten zwölf Schwangerschaftswochen nach vorhergehender Beratung straflos. Aufgrund einer medizinischen Indikation sind Abbrüche aber auch zu einem späteren Zeitpunkt möglich, wenn die körperliche oder seelische Gesundheit der Schwangeren gefährdet ist. Die diagnostizierte Behinderung eines Ungeborenen rechtfertigt für sich genommen keine Abtreibung - kann aber bei angenommener Gesundheitsgefahr für die Mutter indirekt ebenfalls zu einer Indikation führen.


Von insgesamt rund 115.000 gemeldeten Schwangerschaftsabbrüchen im Jahr 2008 erfolgten laut Statistischem Bundesamt knapp 3000 aufgrund einer medizinischen Indikation. 231 Fälle davon waren Spätabtreibungen.


ds/ul



Abtreibung Spätabtreibung: "Sie gehen durch die Hölle"
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