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Künstliche Befruchtung: Britin ist schwanger mit 66 Jahren

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Künstliche Befruchtung  

Schwanger im Oma-Alter

18.05.2009, 10:18 Uhr | rev, t-online.de, dpa

Oma oder Mutter? (Bild: Imago)Oma oder Mutter? (Bild: Imago)Elizabeths runder Bauch ist nicht zu übersehen. Und die hochschwangere Frau versucht auch gar nicht, ihre Rundungen vor neugierigen Blicken zu verbergen. Dabei schütteln manche Engländer ungläubig den Kopf, wenn sie die werdende Mutter sehen. Und fangen an zu lästern: Wenn Elizabeths Kind in die Pubertät kommt, wird sie selbst schon 80 Jahre sein, vorausgesetzt, sie erreicht dieses Alter überhaupt. Denn Elizabeth ist 66 Jahre alt, eigentlich im Großmutter-Alter. Doch sie ist dank einer künstlichen Befruchtung im achten Monat schwanger. Wenn alles gut geht, wird sie im Juni entbinden. Dann würde sie - wenige Wochen vor ihrem 67. Geburtstag - Großbritanniens älteste Gebärende sein.

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Für eine natürliche Schwangerschaft war es zu spät

Aus einer geschiedenen Ehe hatte Elizabeth M. schon drei Stiefkinder. Doch der sehnlichste Wunsch der wohlhabenden Geschäftsfrau aus der Grafschaft Suffolk im Osten Englands war es, ein eigenes Kind zu haben, erzählen Freunde. Aber für eine Schwangerschaft auf natürlichem Wege war es zu spät, und eine künstliche Befruchtung in Großbritannien kam nicht infrage. Das staatliche Gesundheitssystem NHS wie auch private Kliniken lehnen Befruchtungen von Frauen in Elizabeths Alter ab.

Künstliche Befruchtung in der Ukraine

Weniger Bedenken hatte eine Klinik in der Ukraine, die schon mehreren älteren Frauen ihren Kinderwunsch mittels Spender-Ei und Sperma erfüllt hatte, berichteten britische Medien. Und es klappte auch bei der 66-Jährigen. "Sie war im siebten Himmel, als sie von ihrer Schwangerschaft erfuhr", zitierte die "Daily Mail" eine Freundin. Und die Schwangerschaft soll bislang gut verlaufen sein. "Sie steht morgens etwas später als gewöhnlich auf, aber sie geht von montags bis freitags noch zur Arbeit", erzählte die Freundin.


Mutter werden im Oma-Alter: ein neuer Trend?

Elizabeth selbst sieht in ihrem Alter kein Problem: "Es kommt nicht auf das Alter an, wichtig ist, wie man sich fühlt." Und tatsächlich ist sie nicht allein. Erst im letzten Jahr brachte eine 70-jährige Inderin Zwillinge zur Welt. Das ist wahrscheinlich Rekord. Diesen hielt bis dahin eine Spanierin, die Ende 2006 mit 67 Jahren ebenfalls Zwillinge bekam. In Deutschland sorgte 2007 eine 64-jährige Frau aus Aschaffenburg für Aufsehen und Diskussionen. Auch sie wurde in ihrem hohen Alter noch Mutter eines gesunden Babys. 2005 bekam eine pensionierte Professorin aus Rumänien mit 66 Jahren Zwillinge, von denen aber nur ein Mädchen die Geburt überlebte. Auch aus der Türkei, Großbritannien und Israel wurden ähnliche Fälle bekannt. Alle diese späten Schwangerschaften sind auf künstliche Befruchtung zurückzuführen.

Gesundheitliche Risiken

Auf das Unverständnis und die Kritik, der sich Elizabeth nun ausgesetzt sieht, reagiert die Britin abwehrend: "Das geht nur mich und mein Baby etwas an, niemanden sonst." Trotzdem sind Fälle wie die von Elizabeth M. in mehrfacher Hinsicht bedenklich. Zum einen warnen Mediziner vor den gesundheitlichen Gefahren für Mutter und Kind: Schon ab einem Alter von 35 Jahren gelten Schwangerschaften als Risikoschwangerschaften. Für eine fast 70-jährige Frau sind die körperlichen Strapazen der Schwangerschaft und der Geburt besonders groß. Das trifft vor allem dann zu, wenn es sich um eine Mehrlingsschwangerschaft handelt, wie es recht häufig bei Fruchtbarkeitsbehandlungen mit Hormonen sowie künstlicher Befruchtung, bei der mehrere befruchtete Eizellen in die Gebärmutter eingesetzt werden, der Fall ist. In Frankreich sorgte erst im Juni 2008 das Schicksal einer 46-Jährigen für Bestürzung, die bei der Geburt von Drillingen ins Koma fiel. Der Vater muss sich nun alleine um die Kinder kümmern.

Kindeswohl stark gefährdet

Kritik muss Elizabeth M. auch von Seiten der Kirche hinnehmen: "Ein Kind ist ein Geschenk, kein Recht", sagte ein Sprecher der Anglikanischen Kirche. "Wer dieses Geschenk nicht bekommt, hat verständlicherweise einen großen Kinderwunsch. Aber es ist wichtig, das Wohl des Kindes dabei zu berücksichtigen." Ob jedoch eine über 60 Jahre alte Mutter das Wohl des Kindes immer gewährleisten kann, ist fraglich. Generell gilt, dass "späte" Mütter empfindlicher sind. Sie stecken zum Beispiel schlaflose Nächte weitaus schlechter weg als 20-Jährige. Außerdem ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass das Kind sehr früh mit dem Tod oder schweren Krankheiten der Mutter konfrontiert wird. Ein Umstand, der für Kinder und Jugendliche eine enorme psychische Belastung darstellt. Zudem ist es für ein Kind nicht einfach, öffentlich damit umzugehen, dass die eigene Mutter vermutlich mehr als doppelt so alt ist, wie die Mütter gleichaltriger Kinder.

Moralisch verwerflich?

Nicht zuletzt ist ein Vorgehen wie bei Elizabeth M. aus moralischen Gründen stark umstritten: Volker von Loewenich vom Forum Ethik in der Medizin hält Eizellenspenden an ältere Frauen nicht für "grundsätzlich moralisch verwerflich", sieht allerdings Schwierigkeiten auf einer anderen Ebene. "Verwerflich wird es, wenn man zum Beispiel die finanzielle Not von Eizellen-Spenderinnen in ärmeren Ländern ausnutzt." Grundsätzlich sei das Spenden von Eizellen problematischer als das von Samen. "Eine Eizelle zu gewinnen, ist ein massiver Eingriff in den Körper der Frau", erläuterte von Loewenich. Zwar sei dieser Eingriff nicht unbedingt gefährlich, berge aber dennoch Risiken.

Schwanger im hohen Alter: Reiner Egoismus?

Eine Lanze für die Mutterschaft im hohen Alter bricht dagegen die Britin Susan Tollefsen, die im vergangenen Jahr ihre Tochter Freya im Alter von 57 Jahren zur Welt brachte. "Ich weiß, dass es viele für egoistisch von mir hielten, ein Baby mit 57 zu bekommen, aber Freya könnte nicht mehr geliebt und umsorgt werden. Wenn ich gesund bleibe, sehe ich keinen Grund, dass ich nicht selbst 80 oder 90 werde und sehe, wie sie erwachsen wird."

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