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Geburt: Wann sollten Väter im Kreißsaal dabei sein?

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Geburt  

Großer Bogen um den Kreißsaal

19.06.2009, 09:30 Uhr | sca

Väter im Kreißsaal: Manche fürchten, das Sexualleben könne darunter leiden. (Bild: Archiv)Dass Männer ihre schwangeren Partnerinnen mit in den Kreißsaal begleiten, ist in Deutschland heutzutage schon fast zu einer Selbstverständ- lichkeit geworden - die werdenden Väter wollen ihren Frauen beistehen, außerdem will sich kaum einer die Geburt des gemeinsamen Kindes entgehen lassen. Es gibt allerdings immer noch Männer, die doch lieber nicht beim Gebären dabei wären. Im Vordergrund steht dabei die Angst, das spätere Sexualleben könne darunter leiden. Wann sollten Väter im Kreißsaal dabei sein?#


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Angst vor Auswirkungen auf Sexualleben

Bei weit mehr als zehn Prozent der deutschen Männer (13,5 %) hält sich laut einer repräsentativen Umfrage fest die Meinung: "Wenn der Mann bei der Geburt dabei ist, wirkt sich das negativ auf das spätere Sexualleben aus." Auch bei denen, die es wohl aus eigener Erfahrung wissen - Frauen und Männer, die bereits eigene Kinder haben -, stimmt immerhin jeder/jede Achte (12,3 %) der Aussage zu: Das gemeinsame Geburtserlebnis ist nicht unbedingt gut fürs weitere Liebesleben. Das Ergebnis beruht auf einer repräsentativen Umfrage des Gesundheitsmagazins "Baby und Familie", durchgeführt von der GfK Marktforschung Nürnberg unter 2.150 Personen ab 14 Jahren, darunter 1.041 Männer und 1.109 Frauen.

Geburten waren früher Frauensache

Früher waren Geburten noch Frauensache. Noch Anfang der siebziger Jahre waren Väter am Geburtsbett alles andere selbstverständlich. Nur etwa jeder fünfter Mann stand seiner Frau im Kreißsaal bei. "Die übrigen hätten nicht im Traum daran gedacht, oder sie stießen mit ihrem Ansinnen auf klinisch-kühle Abwehr. Zu unhygienisch!, befanden Hebammen und Ärzte und präsentierten das Neugeborene lieber hübsch hergerichtet hinter Sichtglas" (www.zeit.de). In den letzten 30 Jahren hat sich das grundlegend geändert. Mittlerweile sind ungefähr neun von zehn Männer im Kreißsaal dabei. In Geburtsvorbereitungskursen lernen sie ihre Frau zu unterstützen. Der gebärenden Frau die Angst zu nehmen, ist ihre Hauptaufgabe.

Wie hilfreich sind die Männer?

Der französische Mediziner Michael Ordent wies in seinem Buch Die Wurzeln der Liebe darauf hin, dass Männer im Kreißsaal häufig störend für die Frauen sind und den Geburtsverlauf stören, weil sie die Frauen mit ihrem erhöhten Adrenalinspiegel und ihrer Angst ansteckten. Sie zwängen die Frauen durch ständige Fragen mit der intellektuellen Seite ihres Gehirns anwesend zu bleiben. Die Frauen verlangten häufiger nach Schmerzmitteln und die Kaiserschnittrate stiege. Kaum ein Mediziner oder eine Hebamme würde diesen Aussagen zustimmen. Die meisten sind froh, dass die Frauen heutzutage überwiegend Unterstützung mitbringen. Für die Hebammen ist es beruhigend, die Frauen nicht allein zurücklassen zu müssen, wenn sie sich in der oft lange andauernden Eröffnungsphase um andere Frauen kümmern müssen. Entscheidend für ein positives Erlebnis ist, dass der Mann freiwillig mitgeht und nicht "weil man das heute so macht". Außerdem sollte sich ein werdender Vater ausführlich auf die Geburt vorbereitet haben, nicht in dem er das Hecheln gelernt hat, sondern durch eine realistische Auseinandersetzung mit dem Geburtsverlauf und möglichen Komplikationen. Manchmal will auch eine Frau nicht, dass ihr Mann dabei ist, weil sie zum Beispiel nicht möchten, dass er sie in dieser Extremsituation sieht. Ein Zeichen für die Qualität der Beziehung ist nicht, dass der Partner dabei war, sondern dass die Eltern im Austausch für sich die richtige Mischung aus Nähe und Distanz finden. Diese kann eben auch bedeuten, dass der Mann während der Presswehen den Kreißsaal verläßt oder von vornherein draußen im Gang wartet.

Ändert sich das Sexualleben?

Haben die Männer und Frauen recht mit ihrer Befürchtung, das Sexualleben ändere sich nach einem gemeinsamen Geburtserlebnis? Tatsächlich ändert sich das Sexualleben in vieler Paare nach der Geburt zunächst. Viele Frauen haben nach der Geburt wenig Lust auf Sex. Sie fühlen sich müde, überfordert, ausgelaugt und lustlos und nehmen sich eher als Mutter wahr – nicht als Partnerin und Frau. Auch die Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper kann Lustgefühle unterdrücken. Manchen Frauen ist es einfach peinlich, sich vor ihrem Mann zu zeigen, da sich der Bauch noch nicht zurückgebildet hat und die Haut von Schwangerschaftsstreifen gezeichnet ist. Auch kann die Brust spannen und berührungsempfindlich sein, wenn Frauen stillen. Häufig deckt die Nähe zwischen Mutter und Kind die Bedürfnisse der Frau nach Berührung und Zuneigung ab. Auch manche Männer haben Hemmungen beim „ersten Mal“. Sie haben Angst der Frau wehzutun oder können nicht abschalten, da das Baby im Zimmer liegt. Sind Männer hingegen enttäuscht, dass mit der Partnerin „nichts läuft“ und fühlen sich womöglich zurückgewiesen und als „fünftes Rad am Wagen“, kann die Beziehung schnell leiden. Doch hier hilft Gelassenheit. Das Desinteresse der Frau liegt in den seltensten Fällen an ihrem Partner, sondern an ihrer ganz eigenen neuen Situation.

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