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Adoptionen  

4201 Kinder bekamen neue Eltern

22.07.2009, 17:12 Uhr | sca, dapd

Die Zahl der Adoptionen erreicht den niedrigsten Stand seit 1950.Die Zahl der Adoptionen erreicht den niedrigsten Stand seit 1950. (Bild: Imago)Noch nie seit dem Zweiten Weltkrieg sind in Deutschland so wenige Kinder und Jugendliche adoptiert worden wie im vergangenen Jahr. Die bereits seit Mitte der 1990er Jahre deutlich rückläufige Zahl der Adoptionen sank 2008 auf 4.201 und damit den niedrigsten Stand seit Beginn der Zählung 1950, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte. #

Eine Erklärung für Abnahme fehlt

Fast die Hälfte der Adoptivkinder (2.056) wurde von einem neuen Partner eines Elternteils an Kindes statt angenommen. Bei der ersten gesamtdeutschen Zählung nach der Wiedervereinigung waren 1991 noch 7.142 Adoptionen gezählt worden. Deren Zahl stieg bis 1993 auf 8.687 an und sank dann kontinuierlich bis 2008 auf weniger als die Hälfte diese Höchststandes ab. Eine Erklärung für die drastische Abnahme hat das Statistische Bundesamt auf Anfrage der Nachrichtenagentur AP nicht. Man könne nur spekulieren. Gesetzesänderungen gebe es jedenfalls in dem Zeitraum nicht. Für die Zeit vor der deutschen Einheit liegen den Statistikern nur Zahlen aus Westdeutschland vor.

Ratgeber - Wie funktioniert eine Adoption?

Meisten Kinder zwischen ein und drei Jahren

Hier wurden 1990 und damit im letzten geteilten Jahr 6.947 Adoptionen gezählt. 30 Jahre zuvor, 1960, waren es mit 6.416 sogar noch weniger gewesen. In der Zwischenzeit war ihre Zahl aber bis zum Nachkriegshöchststand für die Bundesrepublik von 11.224 im Jahr 1978 zunächst drastisch gestiegen und damit ebenso wieder gesunken. Der bisher niedrigste Stand wurde 1950 mit 4.279 in den alten Bundesländern gezählt. 2008 waren nach den Angaben der Statistiker gut ein Viertel der Adoptivkinder ein bis drei Jahre alt (1.148). Nur ganz wenige (112) waren jünger als ein Jahr. Für die Altersgruppen drei bis fünf Jahre, sechs bis acht Jahre und neun bis elf Jahre lag der Anteil bei jeweils 15 Prozent (623, 646 beziehungsweise 621). 12 bis 15 Jahre alt waren 494 der Adoptierten, bei den 15- bis 18-Jährigen waren es 557.

Gleich viele Mädchen und Jungen

Mit 2.108 Jungen und 2.093 Mädchen war das Geschlechterverhältnis der Adoptivkinder ausgewogen. 2.056 Kinder und Jugendliche wurden von ihrem Stiefvater oder ihrer Stiefmutter adoptiert, 226 von Verwandten. Nur 1.919 Kinder wurden von Menschen adoptiert, mit denen sie nicht verwandt sind, also von "klassischen" Adoptiveltern.

Zehn Bewerbungen auf ein Kind

Zum Ende des Jahres 2008 waren insgesamt 774 Kinder und Jugendliche für eine Adoption vorgemerkt, das waren knapp 13 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Auch die Zahl der Adoptionsbewerbungen ging gegenüber 2007 um 12 Prozent zurück und lag zum Jahresende bei 7.841. Damit kamen rein rechnerisch auf ein mögliches Adoptivkind zehn Bewerbungen.

Viel mehr als Pflege- als Adoptivkinder

Seit langem werden in Deutschland viel weniger Kinder zur Adoption freigegeben als es Adoptionswünsche gibt. Das liegt zum einen daran, dass das vorwiegende Ziel des Jugendhilfesystems ist, Kinder möglichst in ihren Familien zu lassen. Werden sie aber aus ihren Familien herausgenommen, so kommen die meisten Kinder in eine Pflegefamilie, nur wenige werden von ihren leiblichen Eltern zur Adoption freigegeben, da dies ein weitreichender Schritt ist: Es erlöschen sämtliche Verwandtschaftsbeziehungen. Rückgängig gemacht werden kann eine Adoption nur in ganz seltenen Ausnahmefällen. Pflegekinder leben genauso wie adoptierte Kinder als eigene Familienmitglieder in Pflegefamilien.

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