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Sport in der Schwangerschaft - ja bitte!

27.07.2009, 15:37 Uhr | Jenni Zwick

Sport in der Schwangerschaft ist gesund.

Sport in der Schwangerschaft ist gesund. (Bild: Imago)

Auch wenn sich manch schwangere Frau kugelrund, ungelenk und unbeweglich fühlt: Sport in der Schwangerschaft ist gesund und tut gut! Die Ängste mancher Frauen, dem Kind mit zu viel Bewegung zu schaden, sind unbegründet. Im Gegenteil, "Sportarten, die den gesamten Körper in rhythmische Bewegung versetzen, unterstützen Herz und Kreislauf, bewirken eine bessere Sauerstoffversorgung, beugen Krampfadern und Thrombosen vor und steigern das Wohlbefinden“, schreibt die Kinderkrankenschwester Barbara Nees-Delaval in ihrem Buch "Wir werden Eltern“. Allerdings müsse der Grundsatz gelten, jedes "Risiko vermeiden“, so die Autorin. Zudem ist bekannt, dass durch Sport die Abwehrkräfte gestärkt werden und der Körper besser mit Sauerstoff versorgt wird. Oft haben sportliche Frauen auch leichtere Geburten und erholen sich rascher im Wochenbett. Doch welche Sportarten bieten sich an und welche bergen Risiken für Mutter und Kind? Und worauf muss Frau beim Sport achten?

Gewohnheiten beibehalten

Je mehr Sport vor der Schwangerschaft getrieben wurde, umso stärker darf die Anstrengung auch während der Schwangerschaft sein. Für Frauen, die wenig bis gar keine Sporterfahrung haben, bieten sich schnelle Sportarten, wie beispielsweise Stepp-Aerobic nicht an. Frauen, die regelmäßig Sport getrieben haben, haben wenige Einschränkungen in der Schwangerschaft, wobei dies natürlich vom individuellen Schwangerschaftsverlauf abhängt. Sie können den gewohnten Sport weiter betreiben, so lange sie sich wohlfühlen und auf ihren Körper achten. Da der Körper und die Muskeln an die Bewegungen gewöhnt sind, ist die Verletzungsgefahr geringer, als bei Frauen, für die die Sportart und der Bewegungsablauf ungewohnt sind. Doch auch für erfahrene Sportlerinnen gilt: Die Schwangerschaft ist keine Zeit für Hochleistungssport. Der Körper verändert sich stark in der Schwangerschaft. Die Bänder und Sehnen sowie die Gelenke sind durch die hormonellen Veränderungen gelockert und sind anfälliger für Verletzungen als normalerweise. Auch besteht bei schwereren Stürzen immer die Gefahr einer vorzeitigen Ablösung der Plazenta und damit einer Fehl- oder Frühgeburt. Vor allem in der ersten Zeit der Schwangerschaft, muss darauf geachtet werden, den Körper durch sehr starke Anstrengungen nicht zu überhitzen, da dies für die Embryonalentwicklung schädlich sein kann. Für alle Schwangeren (ob sportlich oder weniger sportlich) gilt, dass ihre Aktivitäten vorher mit dem Frauenarzt oder der Frauenärztin abgestimmt werden sollten.

Risikolose Sportarten

Laut Forschern der Medizinischen Universität Freiburg sind Joggen, Nordic Walking, Schwimmen, Skilanglauf, Gymnastik und Radfahren risikofreie Sportarten und somit für Schwangere zu empfehlen. Unterbleiben sollten dagegen alle Kontaktsportarten, Sportarten mit hohem Verletzungsrisiko und Sport in der Höhe über 2000 Meter, schreiben die Ärzte in der "Deutschen Zeitschrift für Sportmedizin“ (Ausgabe 5/2009). Auch Pilates und Yoga bieten sich in der Schwangerschaft an, unabhängig von Vorerfahrungen der Schwangeren. Grundsätzlich sind alle körperlichen Betätigungen, die fit halten und einen gleichmäßigen Bewegungsablauf ermöglichen, gesund für Schwangere. Doch auch regelmäßige Spaziergänge an der frischen Luft fördern den Kreislauf und sind empfehlenswert, vor allem, wenn vor der Schwangerschaft keine Sportart ausgeführt wurde. Auch auf den gewohnten Saunabesuch brauche bis zum siebten Monat nicht verzichtet werden, schreibt Barbara Nees-Delavai. Sie empfiehlt allerdings, die Belastung des Kreislaufs etwas zu reduzieren, in dem sich die Schwangere auf die unteren Stufen setze oder die Saunagänge reduziere.

Riskante Sportarten

Es gibt natürlich auch einige Sportarten, die weniger bis gar nicht empfehlenswert für Schwangere sind. Zu diesen risikovollen Sportarten zählen die Wissenschaftler der Deutschen Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention in Frankfurt Reiten, Klettern, alpines Skifahren, Mountainbiking, Wasserski und Surfen - außerdem Ball- und Kampfsportarten, Tauchen und Kraftsport. Auch Inline-Skaten oder Eislaufen sollten vermieden werden. Grundsätzlich gilt, dass keine Sportarten ausgeführt werden dürfen, die mit Erschütterungen, Sprüngen oder möglichen Stürzen verbunden sind. Auch Sportarten mit abrupten Bewegungen und Richtungswechseln sind zu vermeiden, da die weichen Gelenke und Bänder zu sehr beansprucht werden. Deshalb sind viele Ballsportarten für Schwangere schlecht ausführbar. Auch eine zu hohe Beanspruchung der Bauchmuskulatur sollte unbedingt vermieden werden. Leistungssport unter Wettkampfbedingungen ist in der Schwangerschaft gänzlich verboten.

Liste der Sportarten:

- Risikofreie Sportarten (mit und ohne Vorerfahrung): Aquarobik, Wassergymnastik, Schwimmen, Gehen, Walken, Nordic-Walken, Golf
- Risikofreie Sportarten (mit Vorerfahrung): Aerobik, Stepp-Aerobic, Gymnastik, Radfahren, Joggen, Langlauf (untrainierte Schwangere sollten walken)
- Entspannung (mit und ohne Vorerfahrung): Yoga und Pilates (manche Übungen müssen allerdings mit dem Trainer oder der Trainerin abgesprochen werden)
- Sportarten mit Sturzgefahr (deshalb nicht geeignet oder nur für „Profis“): Inline-Skaten, Rollschuhfahren, Reiten, Segeln, Surfen, Skifahren
- Ballsportarten (weniger geeignet): Tennis, Squash, Badminton, Fußball, usw.
- Marathon oder Triathlon ist als Hochleistungssportart nicht geeignet.
- Tauchen ist nicht geeignet (Untersuchungen haben gezeigt, dass Tauchen während der Schwangerschaft für das Kind ein Risiko darstellt.)

27.07.2009, 15:37 Uhr | Jenni Zwick

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