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Schwangerschaftsdrama: Laser-OP im Mutterleib

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Vorsorge  

Laser-OP: Drama im Mutterleib

28.04.2010, 12:09 Uhr | mmh, ZDF, t-online.de

Schwangerschaftsdrama: Laser-OP im Mutterleib. Mutter und Vater mit ihren Drillingen.

Schon im Mutterleib erlebten die Drillinge Bernadette, John und Konstantin ein Drama. (Bild: ZDF)

Es ist ein technischer Quantensprung in der Schwangerschaftsvorsorge und für die Eltern bedeutet es Emotion pur: 3D-Ultraschall aus dem Mutterleib. Diese Art der Perinataldiagnostik ermöglicht nicht nur Videobotschaften aus dem Mutterleib an Mama und Papa, sondern kann sogar Leben retten. Die ZDF-Reihe "Abenteuer Wissen" zeigt mit eindrucksvollen Bildern die dramatische Rettung der Drillinge Bernadette, John und Konstantin, die durch eine Laser-OP während der Schwangerschaft überleben konnten. Das bedeutet absolute Präzisionsarbeit für den operierenden Arzt und extremen emotionalen und körperlichen Stress für die Mutter, die bei vollem Bewusstsein ist.

Pränatale Laseroperation rettet Drillinge

Dass die Drillinge Konstantin, John und Bernadette gesund auf die Welt gekommen sind, gleicht einem Wunder. Bei aller Freude über den dreifachen Kindersegen ist eine Mehrlingsschwangerschaft für Mutter und Kinder belastend und risikoreich. Frühgeburten, Fehlbildungen oder Durchblutungs- und Ernährungsstörungen sind häufige Komplikationen. Im Falle eines fetofetalen Transfusionssyndroms (ungleiche Blutversorgung der Kinder) hilft nur eine komplizierte Laseroperation im Mutterleib. Nur wenige Mediziner in Europa haben Routine in dieser Operationsmethode. Prof. Kurt Hecher in Hamburg ist europaweit einer der wenigen Experten, die diesen Eingriff durchführen. Die ZDF-Doku "Abenteuer Wissen" zeigt die beeindruckenden Bilder einer solchen dramatischen Rettung, die nur dank modernster Laser-OP-Methoden und der dreidimensionalen Ultraschall-Darstellung möglich ist.

Risiko Mehrlingsschwangerschaft

Drei auf einen Streich - nach dem ersten Schock freuen sich die Eltern Alix und Jörn. Wie viele andere Mehrlingsmütter hat auch Alix erst nach und nach erfahren, dass sie Zwillinge erwartet. Eine der befruchteten Eizellen hatte sich noch einmal geteilt. Nun war sie mit eineiigen Zwillingen und einem dritten Fötus schwanger. Doch alles schien in Ordnung und das Trio wird regelmäßig untersucht. Erst in der 20. Schwangerschaftswoche erfahren die Eltern, dass das Leben der Drillinge in ernster Gefahr ist. Grund ist das fetofetale Transfusionssyndrom.

Fetofetales Transfusionssyndrom

Bei einer Ultraschalluntersuchung stellt der Arzt fest, dass die Drillinge extreme Größenunterschiede aufweisen. John ist in seiner Entwicklung deutlich zurück geblieben. Er ist viel kleiner, als sein eineiiger Bruder und seine Schwester. Die Diagnose: fetofetales Transfusionssyndrom bei John und Konstantin. Das fetofetale Transfusionssyndrom bedeutet, dass sich eineiige Zwillinge eine Plazenta teilen und durch Blutgefäße direkt miteinander verbunden sind. Der eine wird infolgedessen überversorgt, der andere unterversorgt - eine lebensbedrohliche Situation für die Kinder. Zehn bis 15 Prozent aller eineiigen Mehrlinge teilen sich einen Mutterkuchen, so dass es zu einer ungleichen Blutversorgung der Kinder kommt. Einzige Rettung bleibt eine komplizierte Laseroperation im Mutterleib. 

Ungleiche Versorgung der Mehrlinge

In diesem Fall bekommt Konstantin etwa 80 Prozent des Blutes und der Nährstoffe aus dem Mutterkuchen bekommen und John nur 20 Prozent. Dadurch entwickelt sich John nur sehr langsam und Konstantins Organismus droht wegen Überanstrengung zu kollabieren. Wird das Transfusionssyndrom nicht behandelt, führt es zum Tod beider Kinder. Ein fetofetales Transfusionssyndrom kann nur bis zu einem bestimmten Schwangerschaftsstadium behandelt werden. Einziger Ausweg ist eine Operation.

Drama im Mutterleib

Die fetoskopischen Ultraschallaufnahmen offenbaren das Drama im Mutterleib: Ein Embryo ist an die Bauchdecke der Mutter gepresst, klein und regungslos. Der andere, deutlich größere, strampelt hektisch. Seine Herzfrequenz ist zu hoch. Während das kleinere Kind fast vertrocknet, sind die Nieren des größeren überbelastet, so dass sich extrem viel Fruchtwasser ansammelt. Der Bauch der Mutter ist so dick wie sonst im neunten Monat. Für die Winzlinge ist das alles extremer Stress.

Schwierige Laseroperation

Der Eingriff wird bei vollem Bewusstsein der Mutter durchgeführt. Sie wird nur lokal betäubt. Die Operation ist riskant und muss so kurz wie möglich sein, sonst kann eine Fehlgeburt ausgelöst werden. Der Arzt führt eine Kanüle mit der endoskopischen Kamera und dem Laser durch die Bauchdecke in die Gebärmutter ein. Ihre genaue Positionierung kontrolliert er im Ultraschallbild. Mithilfe der Kamera muss der Arzt die vernetzten Adern aufzuspüren. Die vernetzten Blutgefässe der beiden Ungeborenen werden durch Laserbeschuss verödet, so dass wieder eine gleichmäßige Versorgung der Föten gewährleistet ist. Übersieht er nur eine einzige Verbindung, ist alles umsonst. Gelasert wird nur an der Plazenta, die Föten dürfen nicht von den Blitzen getroffen werden. Nach 45 Minuten sind auch die feinsten Äderchen verschlossen. Die Operation ist ohne Komplikationen verlaufen, doch die nächsten Tage bleiben kritisch.

Alle Kinder sind wohlauf

Die Nachuntersuchung zeigt: Alle drei Kinder leben, doch Spätfolgen, wie Hirnschäden, sind nicht ausgeschlossen. Die Kinder werden per Kaiserschnitt geholt - das mindert das Risiko. Erst dann zeigt sich, wie gut die Kleinen den Eingriff verkraftet haben. Direkt nach der Entbindung werden alle drei auf die Kinder-Intensivstation gebracht. Erstaunlicher Weise stabilisierte sich John dort als erster, obwohl er extrem klein ist. Nach sieben Wochen können Bernadette und Konstantin nach Hause. John wird noch weitere sechs Wochen im Krankenhaus überwacht. Dann darf auch er zu seinen Geschwistern.

Nachsorge zu Hause

Auch mit sechs Monaten ist er noch deutlich kleiner als seine beiden Geschwister. Zuhause holt er auf und trinkt doppelt so viel wie die beiden anderen. Die weiteren Nachuntersuchungen der Kinder in der Klinik gehören lange zum Alltag. Regelmäßig werden die Babys untersucht. Die Eltern sind glücklich und wissen, ohne hochmoderne Technik der Medizin und die Entscheidung für die riskante Operation wären die drei nicht am Leben.

Was sind die Warnzeichen?

Mediziner fordern mit Nachdruck, dass Schwangere die Vorsorgetermine gewissenhaft wahrnehmen, sei es bei einem Frauenarzt oder bei einer Hebamme. "Die beste Expertin für das eigene Baby ist die Mutter", so formuliert es der Kinder- und Jugendpsychiater Michael Schulte-Markwort. Sie kann ihrem Bauchgefühl trauen und sollte Ungewöhnliches rund um die Schwangerschaft und das Baby dem Arzt oder der Hebamme mitteilen. "Auffällig sind immer Extreme", so Schult-Markwort, sowohl ein extrem ruhiges, als auch ein extrem zappeliges Baby sind Warnzeichen, die Mütter alarmieren sollten und zum Arztbesuch mahnen. Immerhin sterben dank der Vorsorge heute nur noch vier von 1000 Kindern bei der Geburt, um 1900 waren es noch rund 160.

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