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62-jährige Bulgarin bringt Zwillinge zur Welt

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Geburt  

Zwillingsgeburt im Oma-Alter

12.05.2010, 15:20 Uhr | rev, t-online.de, dpa

Eine 62-jährige Bulgarin hat gesunde Zwillinge zur Welt gebracht. Die Mädchen Mary und Jacqueline wiegen 500 und 900 Gramm, wie die Zeitung "24 Tschassa" berichtete. Sie wurden in der nordbulgarischen Stadt Plewen per Kaiserschnitt auf die Welt geholt. Die 62-Jährige ist damit die älteste Frau in Bulgarien, die Kinder zur Welt gebracht hat.

Wegen zu hohem Alter wurde Adoption verweigert

Die Bulgarin hatte Eizellen einer anderen Frau künstlich befruchten lassen. Beim zweiten Versuch sei sie schwanger geworden. Ursprünglich hatten sich drei Embryonen entwickelt, einer habe im vierten Schwangerschaftsmonat operativ entfernt werden müssen. Der Psychiaterin aus der Donaustadt Russe war die Adoption eines Kindes wegen ihres Alters verweigert worden. Deshalb hatte sie sich zu der künstlichen Befruchtung entschieden. Nun wolle sie in Rente gehen, hieß es in dem Bericht.

Gesundheitliche Risiken für Mutter und Kind

Ähnlich späte Geburten nach künstlichen Befruchtungen hatte es zuvor unter anderem in Rumänien, Großbritannien, Spanien, Indien und der Türkei gegeben - und fast immer waren diese Geburten mit heftiger Kritik verbunden. Fälle wie die der bulgarischen Frau sind in mehrfacher Hinsicht bedenklich. Zum einen warnen Mediziner vor den gesundheitlichen Gefahren für Mutter und Kind: Schon ab einem Alter von 35 Jahren gelten Schwangerschaften als Risikoschwangerschaften. Für eine Frau in einem Alter von über 60 Jahren sind die körperlichen Strapazen der Schwangerschaft und der Geburt besonders groß.

Künstliche Befruchtung führt häufig zu Mehrlingsgeburten

Dies trifft vor allem dann zu, wenn es sich um eine Mehrlingsschwangerschaft handelt. Recht häufig ist dies der Fall bei Fruchtbarkeitsbehandlungen mit Hormonen sowie künstlicher Befruchtung, bei der mehrere befruchtete Eizellen in die Gebärmutter eingesetzt werden. In Frankreich sorgte erst im Juni 2008 das Schicksal einer 46-Jährigen für Bestürzung, die bei der Geburt von Drillingen ins Koma fiel. Der Vater muss sich nun alleine um die Kinder kümmern.

Kindeswohl gefährdet

Im Falle einer Britin, die mit 66 Jahren schwanger wurde, kam zudem starke Kritik seitens der Kirche auf. "Ein Kind ist ein Geschenk, kein Recht", sagte damals ein Sprecher der Anglikanischen Kirche. "Wer dieses Geschenk nicht bekommt, hat verständlicherweise einen großen Kinderwunsch. Aber es ist wichtig, das Wohl des Kindes dabei zu berücksichtigen." Ob jedoch eine über 60 Jahre alte Mutter das Wohl des Kindes immer gewährleisten kann, ist fraglich. Generell gilt, dass "späte" Mütter empfindlicher sind. Sie stecken zum Beispiel schlaflose Nächte weitaus schlechter weg als 20-Jährige.

"In die Zukunft möchte ich nicht so sehr blicken"

"Alter war für mich kein Hindernis, ich wollte so gerne Kinder haben», sagte die Bulgarin der Zeitung "24 Tschassa". "In die Zukunft möchte ich nicht so sehr blicken, ich hoffe dass es den Babys gut geht." Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass die Kinder sehr früh mit dem Tod oder mit schweren Krankheiten der Mutter konfrontiert werden. Ein Umstand, der für Kinder und Jugendliche eine enorme psychische Belastung darstellt. Es ist für ein Kind auch nicht einfach, öffentlich damit umzugehen, dass die eigene Mutter vermutlich mehr als doppelt so alt ist, wie die Mütter gleichaltriger Kinder. Insofern wäre ein Blick in die Zukunft vielleicht doch angebracht gewesen.

"Wenn ich gesund bleibe..."

Doch es gibt auch auch Stimmen, die eine Mutterschaft im außergewöhnlich hohem Alter befürworten. Die Britin Susan Tollefsen, die 2008 ihre Tochter Freya im Alter von 57 Jahren zur Welt brachte, erklärte: "Ich weiß, dass es viele für egoistisch von mir hielten, ein Baby mit 57 zu bekommen, aber Freya könnte nicht mehr geliebt und umsorgt werden. Wenn ich gesund bleibe, sehe ich keinen Grund, dass ich nicht selbst 80 oder 90 werde und sehe, wie sie erwachsen wird." Dafür, dass sie tatsächlich "gesund bleibt", gibt es jedoch keine Garantie.

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