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60-jährige Chinesin bringt Zwillinge zur Welt

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Späte Geburt  

60-jährige Chinesin bringt Zwillinge zur Welt

27.05.2010, 09:54 Uhr | rev, t-online.de, AFP

60-jährige Chinesin bringt Zwillinge zur Welt. Eines der Zwillingsmädchen, das eine 60-jährige Chinesin im Krankenhaus von Hefei zur Welt gebracht hat. (Bild: AFP)

Eines der Zwillingsmädchen, das eine 60-jährige Chinesin im Krankenhaus von Hefei zur Welt gebracht hat. (Bild: AFP) (Quelle: imago)

Mit 60 Jahren ist eine chinesische Rentnerin Mutter von Zwillingen geworden. Wie die Zeitung "China Daily" am Donnerstag berichtete, erblickten die beiden kleinen Mädchen am Dienstag bei einer Kaiserschnittgeburt das Licht der Welt. Die Mutter, deren Name nicht genannt wurde, habe sich zu einer künstlichen Befruchtung entschlossen, nachdem ihre 28 Jahre alte Tochter Tingting Anfang 2009 bei einem Gasunfall ums Leben gekommen war. "Die Mädchen geben mir und meinem Mann den Mut, weiterzuleben. Auch wenn wir alt sind, haben wir die Zuversicht, sie großzuziehen", sagte die Frau laut "China Daily".

Den Mädchen geht es gut

Wegen ihrer tiefen Trauer um Tingting hatten Freunde und Angehörige die Frau überredet, noch ein Baby zu bekommen. Der Ehemann willigte nach anfänglichem Zögern ein. Nach einer Hormonbehandlung im vergangenen Sommer wurde die Frau im Oktober nach einer künstlichen Befruchtung schwanger. Die Zwillinge wurden in der 34. Schwangerschaftswoche geboren und lagen zunächst im Brutkasten. Der Zeitung zufolge ging es den Mädchen gut.

Die ältesten Mamas der Welt

Ähnlich späte Geburten nach künstlichen Befruchtungen hatte es zuvor unter anderem in Rumänien, Großbritannien, Spanien, der Türkei und erst vor kurzem in Bulgarien, wo eine 62-jährige Frau ebenfalls Zwillinge bekam, gegeben. In Indien hatten 2008 zwei Frauen sogar erst mit 70 Jahren Kinder durch künstliche Befruchtung bekommen. Sie sind vermutlich die ältesten Mütter der Welt.

Die Körperliche Strapazen sind enorm

Fast immer waren diese Geburten mit heftiger Kritik verbunden. Fälle wie die der chinesischen Frau sind in mehrfacher Hinsicht bedenklich. Mediziner vor den gesundheitlichen Gefahren für Mutter und Kind: Schon ab einem Alter von 35 Jahren gelten Schwangerschaften als Risikoschwangerschaften. Für eine Frau in einem Alter von über 60 Jahren sind die körperlichen Strapazen der Schwangerschaft und der Geburt besonders groß. Dies trifft vor allem dann zu, wenn es sich um eine Mehrlingsschwangerschaft handelt. Recht häufig ist dies der Fall bei Fruchtbarkeitsbehandlungen mit Hormonen sowie künstlicher Befruchtung, bei der mehrere befruchtete Eizellen in die Gebärmutter eingesetzt werden. In Frankreich sorgte erst im Juni 2008 das Schicksal einer 46-Jährigen für Bestürzung, die bei der Geburt von Drillingen ins Koma fiel. Der Vater muss sich nun alleine um die Kinder kümmern.

Kindeswohl gefährdet

Im Falle einer Britin, die mit 66 Jahren schwanger wurde, kam zudem starke Kritik seitens der Kirche auf. "Ein Kind ist ein Geschenk, kein Recht", sagte damals ein Sprecher der Anglikanischen Kirche. "Wer dieses Geschenk nicht bekommt, hat verständlicherweise einen großen Kinderwunsch. Aber es ist wichtig, das Wohl des Kindes dabei zu berücksichtigen." Ob jedoch eine 60 Jahre alte Mutter das Wohl des Kindes immer gewährleisten kann, ist fraglich. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass die Kinder sehr früh mit dem Tod oder mit schweren Krankheiten der Mutter konfrontiert werden. Ein Umstand, der für Kinder und Jugendliche eine enorme psychische Belastung darstellt. Es ist für ein Kind auch nicht einfach, öffentlich damit umzugehen, dass die eigene Mutter vermutlich mehr als doppelt so alt ist, wie die Mütter gleichaltriger Kinder. Generell gilt außerdem, dass "späte" Mütter empfindlicher sind. Sie stecken zum Beispiel schlaflose Nächte weitaus schlechter weg als 20-Jährige.

"Wenn ich gesund bleibe..."

Doch es gibt auch auch Stimmen, die eine Mutterschaft im außergewöhnlich hohem Alter befürworten. Die Britin Susan Tollefsen, die 2008 ihre Tochter Freya im Alter von 57 Jahren zur Welt brachte, erklärte: "Ich weiß, dass es viele für egoistisch von mir hielten, ein Baby mit 57 zu bekommen, aber Freya könnte nicht mehr geliebt und umsorgt werden. Wenn ich gesund bleibe, sehe ich keinen Grund, dass ich nicht selbst 80 oder 90 werde und sehe, wie sie erwachsen wird." Dafür, dass sie tatsächlich "gesund bleibt", gibt es jedoch keine Garantie.

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