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Wochenbettdepression: Wenn der Baby-Blues nicht aufhört

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Wenn der Baby-Blues nicht aufhört

27.07.2010, 17:54 Uhr | mmh; cs, t-online.de, dpa

Wochenbettdepression: Wenn der Baby-Blues nicht aufhört. Gwyneth Paltrow.

Gwyneth Paltrow litt an postpartalen Depressionen. (Bild: imago) (Quelle: imago)

Die Schauspielerin Gwyneth Paltrow berichtet auf ihrer Webseite goop.com, dass sie nach der Geburt ihres Sohnes Moses fünf Monate an einer postpartalen Depression gelitten hat. Rund zehn bis 15 Prozent aller Mütter geraten nach der Entbindung in eine seelische Krise - mit Folgen für die Gesundheit von Mutter und Kind.

Gwyneth Paltrow schildert ihre Erfahrungen

"Als mein Sohn, Moses, 2006 zur Welt kam, erwartete ich, dass ich eine ebenso euphorische Zeit nach seiner Geburt haben würde, wie nach der Geburt meiner Tochter zwei Jahre vorher. Stattdessen musste ich mich mit einem der schmerzhaftesten und dunkelsten Kapitel meines Lebens auseinandersetzen." Paltrow berichtet, dass sie für circa fünf Monate an einer postpartalen Depression erkrankt war, dies aber erst im Nachhinein erkannt habe. Bei ihrer Auseinandersetzung mit dem Thema suchte sie den Austausch mit anderen Frauen, die auch an einer Wochenbettdepression erkrankt waren und stieß dabei auf die New Yorker Gynäkologin Laura Schiller, die ihr unterstützend beistand. - Postpartale Depression, was ist das überhaupt?

Hormone auf Achterbahnfahrt

Heulen und Rum-Zicken statt Mutterglücks-Rausch: Nach überstandener Schwangerschaft und Entbindung rinnen oft Tränen, keiner kann es den Müttern recht machen, Hormon-Achterbahn auf Abwärtsfahrt. Das ist der ganz normale Baby-Blues, der die Hälfte aller Mütter trifft. Er setzt meist am dritten Tag nach der Geburt ein und verschwindet etwa am zehnten Tag wieder. Doch bei zehn bis 15 Prozent der Frauen entwickelt sich daraus eine postpartale Depression mit Folgen für die Gesundheit von Mutter und Kind.

Mütterdepression hat Auswirkung auf die Kinder

Eine postpartale Depression beeinträchtigt die frühe Mutter-Kind-Beziehung und wirkt sich auch langfristig auf die kindliche Entwicklung aus. „Langzeitstudien zeigen, dass die betroffenen Kinder weniger aktiv sind und weniger Sozialkompetenz und schulischen Erfolg haben als Kinder nicht-depressiver Mütter. Dafür sind sie häufiger verhaltensauffällig. Auch kognitiv und sprachlich schneiden sie schlechter ab. Negative Folgen sind bis ins Erwachsenenalter nachzuweisen, zum Beispiel in einem dreifach erhöhten Risiko für Angststörungen, Depressionen und Substanzmissbrauch", erläutert Schide Nedjat, Ärztliche Direktorin der Christoph-Dornier-Klinik für Psychotherapie in Münster.

Stillen schützt Babys

Schon bei Neugeborenen lassen sich Auffälligkeiten feststellen, beispielsweise ein erhöhter Wert des Stresshormons Cortisol. Babys depressiver Mütter zeigen im Elektroenzephalogramm (EEG) ähnliche Muster wie chronisch depressive Erwachsene. Still-Babys scheinen vor den Folgen der mütterlichen Depression geschützt zu sein, ihr EEG ist nicht auffällig. Schide Nedjat führt dies auf die engere Bindung zurück: "Stillende Mütter berühren und streicheln ihre Kinder häufiger und nehmen mehr Blickkontakt zu ihnen auf, als depressive, nicht-stillende Mütter."

Ursachen und Anzeichen für Depressionen

Meist spielen mehrere Faktoren zusammen: die massive hormonelle Umstellung, ein starkes Geburtserlebnis, finanzielle Schwierigkeiten, Beziehungsprobleme, eigene psychische Erkrankungen oder Angehöriger. Über- und untergewichtige Frauen sind häufiger betroffen als normalgewichtige. Auch bei dieser Krankheit gilt: Je früher sie erkannt und professionell psychotherapeutisch behandelt wird, desto höher sind die Heilungschancen und die Entwicklungsmöglichkeiten für das Kind. Symptome sind: anhaltende Traurigkeit, häufiges Weinen, innere Leere, Erschöpfung, Energielosigkeit, große Reizbarkeit, Nervosität, Panikattacken, Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Herzbeschwerden, zwiespältige Gedanken gegenüber dem Kind, Schuldgefühle, Verlust des Lebenswillens. Doch häufig schämen sich Frauen für ihre negativen Gefühle, halten sich für schlechte Mütter und verschweigen ihr Problem sogar dem Partner. Auffällig häufig trifft diese Erkrankung junge Akademikerinnen.

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