Schwangerschaft
"Mein Bauch gehört mir!" Was tun gegen lästige Bauchtatscher?01.07.2013, 14:01 Uhr | Simone Blaß, t-online.de
"Anfassen darf nur der Papa": Schwangere Frauen müssen sich nicht von jedem den Bauch betatschen lassen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)
Niemand käme auf die Idee, jemandem, den man kaum oder gar nicht kennt, einfach den Bauch zu tätscheln und vielleicht noch dessen Umfang zu kommentieren. Aber kaum ist man schwanger, scheinen alle gesellschaftlich festgelegten "Abstandsnormen" hinfällig zu sein. Der schöne runde Babybauch strahlt so viel Zuversicht und Hoffnung aus, dass so manch einer anscheinend geradezu magisch davon angezogen wird und der Versuchung, mal sanft darüber zu streicheln nicht widerstehen kann. Doch was beim Vater des Kindes oder der besten Freundin noch erwünscht ist, kann bei Menschen, die einem nicht nahestehen, äußerst unangenehm sein. Dagegen kann und darf man sich als Schwangere wehren.
Eines muss man vorausschicken: Es gibt Schwangere, die mögen es, wenn selbst Fremde sie auf ihren Bauch ansprechen und dann auch mal anfassen wollen. Und es gibt die Frauen, die zwar nicht angefasst werden möchten, es aber nicht als schlimm empfinden, wenn sie jemand auf die Schwangerschaft anspricht. Schließlich, so das Argument, ist es ja etwas Schönes, wenn Freude so ansteckend ist. Manchen allerdings geht es wie Petra Neumeyer. Sie ist im achten Monat schwanger und ärgert sich darüber, dass es so viele Menschen gibt, die oft auch noch ungefragt einfach an ihren Bauch langen.
"Kein Mensch käme auf die Idee, Wildfremden in die Hüfte zu kneifen und grinsend zu sagen, dass das ja wohl ein paar Pralinchen zu viel waren. Aber bei Schwangeren verhalten sich viele wie die Elefanten im Porzellanladen", klagt die 34-Jährige. "Ich empfinde solche Übergriffe als Eindringen in meine Intimsphäre. Und dabei rede ich nicht nur von denen, die meinen Babybauch anlangen, sondern auch von denjenigen, die mir allzu persönliche Fragen stellen." Der laut zurückgerechnete Zeugungszeitpunkt und entsprechende Kommentare dazu zählen hier zu den besonders ungewollten Bemerkungen. Genauso wie Hinweise auf vermeintlich zu viele Schwangerschaftspfunde.
Corinna Kornbusch sieht das nicht so eng. Sie ist ebenfalls im achten Monat und genießt die Aufmerksamkeit, die ihr Bäuchlein mit sich bringt. "Ich finde es toll, dass man plötzlich überall mit den Leuten ins Gespräch kommt. Alle sind nett zu mir und freuen sich mit mir über meinen Zustand. Ich muss zugeben, ich bin schon fast ein bisschen beleidigt, wenn man mir keine Fragen dazu stellt." Denn auch, wenn es das hundertste Mal ist, sie antwortet immer wieder gerne auf Fragen nach dem Geschlecht, nach eventuellen Schwangerschaftsbeschwerden oder dem Geburtstermin.
Eines allerdings kann auch sie nicht leiden: "Ich finde es absolut nicht in Ordnung, wenn man mich ungefragt anfasst und mir dann tollpatschig auf den Bauch klopft. Wenn man mich aber vorher fragt, dann ist es in der Regel kein Problem für mich. Schließlich ist es nun mal etwas Faszinierendes, dieses wachsende Leben in mir drin und viele haben in ihrem Umfeld nie Gelegenheit dazu, so etwas zu spüren. Dafür habe ich Verständnis. Wenn dann aber Beschwerden kommen, dass das Kind sich ja gar nicht bewegt, dann werde auch ich ungemütlich."
Heutzutage sind schwangere Frauen nicht mehr dazu gezwungen, sich in verhüllenden Umstandskleidern zu verstecken. Stattdessen tragen sie eng anliegende, manchmal sogar bauchfreie Kleidung, haben Freude an ihren neuen Rundungen und zeigen das auch. Themen wie Dammschnitt oder Fruchtwasserabgang werden nicht mehr verschämt besprochen und das öffentliche Stillen ist auch völlig normal geworden. Doch manche Mitmenschen wissen damit nicht richtig umzugehen und überschreiten schnell, meist ungewollt, persönliche Grenzen. Den Bauch dann einfach einziehen, das geht leider nicht, also muss man andere Strategien anwenden.
Sich gegen unerwünschte Übergriffe zu wehren, ist aber nicht immer leicht, denn schließlich möchte man niemanden vor den Kopf stoßen. Man weiß ja, dass es nett gemeint ist. Wer sich nicht traut, einfach freundlich "Nein" zu sagen, der hat auch subtilere Möglichkeiten. Beginnend bei der Körpersprache - zum Beispiel, indem man die Arme vor dem Körper verkreuzt oder die Hand vor den Bauch hält - bis hin zu speziellen T-Shirts, die genau auf diese Situation zugeschnitten sind und die mit Aufdrucken wie "Bitte Abstand halten", "Look! But don’t touch!", "Anfassen darf nur der Papa" und ähnlichen Sprüchen oder auch Stoppzeichen deutlich die Wünsche der Mutter unterstreichen.
Denn auch, wenn ein praller Babybauch einen dazu verleiten könnte, mal kurz darüber zu streicheln: Vorsicht vor Gedankenlosigkeit! Persönliche Grenzen sind schnell überschritten. Besser ist es Einfühlungsvermögen zu zeigen und beim Wunsch nach Berührung erst einmal nachzufragen, ob es okay wäre. Und ein eventuelles "Nein" nicht persönlich nehmen. Auch vor verbalen Grenzüberschreitungen sollte man sich hüten. Negative Geburtsberichte, Ammenmärchen über das Stillen beziehungsweise das Nicht-stillen-Können und gute Ratschläge bezüglich der Figur braucht keine Schwangere. Und wenn, wird sie gezielt danach fragen.
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01.07.2013, 14:01 Uhr | Simone Blaß, t-online.de
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