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Schwangerschaft  

Opa unter 30: Teenager-Schwangerschaft mit Familientradition

26.01.2011, 10:56 Uhr | t-online.de

Opa unter 30: Teenager-Schwangerschaft mit Familientradition. Wenn Teenager Eltern werden, tragen auch die Großeltern große Verantwortung. (Foto: imago)

Wenn Teenager Eltern werden, tragen auch die Großeltern große Verantwortung. (Foto: imago)

Großvater schon mit 29 Jahren? Ungläubig schütteln die meisten bei einer solchen Vorstellung den Kopf. Denn viele sind in diesem Alter noch nicht mal Vater. Doch in England wird bald ein 29-Jähriger Opa. Seine 14-Jährige Tochter ist in der elften Woche schwanger. Die Begeisterung des jungen "Grandpas" hält sich jedoch in Grenzen, denn er weiß, wie schwierig das Leben werden kann, wenn man sehr früh Nachwuchs bekommt. Er selber wurde nämlich ebenfalls als Teenager Vater.

Solidarität mit seiner Tochter

"Es ist als würde sich die Geschichte wiederholen", sagte der Junior-Großvater gegenüber der britischen Zeitung "Daily Mail". "Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass es hart ist, als Teenager Eltern zu werden - und jetzt muss sie dasselbe durchmachen" erzählt er weiter im Interview. Doch der Jung-Opa will seine Tochter tatkräftig unterstützen: "Wie auch immer, wir werden alle zu ihr halten und das Kleine in unserer Familie willkommen heißen." Aufgrund dieser Einstellung, hätte es in seiner Familie auch nie eine Diskussion gegeben, ob seine Tochter das Baby behalten solle. "Wir werden sie zu nichts zwingen. Wir wollen nicht, dass sie uns hasst", sagte er gegenüber der "Daily-Mail"

Enge Generationenfolge

Jung Kinder zu bekommen hat in der Familie des Walisers offenbar Tradition. Er selbst wurde mit 15 Vater und auch seine eigene Mutter ist nur 18 Jahre älter als er, wird also Urgroßmutter mit "zarten" 47 Jahren: Es kann nicht allzu viele Familien mit sechs Generationen geben, die alle noch am Leben sind", stellt der werdende Großvater stolz fest. Seine Tochter wird ihr Baby voraussichtlich im August zur Welt bringen. Das Mädchen und ihr Freund gehen beide noch zur Schule und wollen auch noch ihre Ausbildung abschließen. Als junge Eltern werden sie dann tatsächlich die Unterstützung der ganzen Familie brauchen. Sonst könnte es schwierig werden Schule, Beruf und Baby unter einen Hut zu bekommen.

Schockierte Eltern

Nicht immer reagieren Familien so gelassen wie der britische Jung-Großvater. Jugendliche, die in diese Situation geraten, erhalten oftmals keine Unterstützung von ihrem sozialen Umfeld. Die Beziehungen, in diesem Alter von Natur aus eher kurzlebig, halten die Tatsache einer Schwangerschaft oft nicht aus, manche sind bereits bis zum Bekanntwerden derselben schon in die Brüche gegangen. Die Eltern sind entsetzt und ihre erste Reaktion ist manchmal verletzend. Oft aus der Sorge um das eigene Kind heraus. Aber auch aufgrund einer gewissen Verzweiflung. Jetzt, wo man gerade selbst seine Kinder aus dem Gröbsten heraus hat, steht man mit der Verantwortung für ein Enkelkind da. Schließlich sind Eltern von Teenagermüttern gesetzlich dazu verpflichtet, ihrem Kind jede notwendige Unterstützung zukommen zu lassen. Drohungen, wie das „Hinauswerfen“, sind in diesem Fall sogar strafbar.

Für oder gegen das (eigene) Leben?

Vielfach stehen die jungen Mädchen trotzdem seelisch ganz alleine da. Und müssen eine schwere Entscheidung treffen: für oder gegen das Kind. Das ist schon für eine erwachsene Frau eine unglaubliche Belastung, für eine Schwangere, die selbst noch ein Kind ist, ist die Entscheidung deutlich schwieriger. Eine minderjährige Schwangere kann sich aber - auch gegen den Willen der Eltern - selbstständig entscheiden. Das Nötigen zu einem Schwangerschaftsabbruch zum Beispiel durch die Eltern oder den Vater des Kindes wird sogar mit Freiheitsstrafe belegt. Wenn das Mädchen sich entschließt, das Kind abtreiben zu lassen, so muss es sich seine sogenannte „Einwilliungsfähigkeit“ attestieren lassen. Das bedeutet, die junge Frau muss in der Lage sein, ihre Situation und die Konsequenzen ihres Handelns zu überschauen. Weigern sich die Eltern, diese Reife anzuerkennen, so kann dies auch ein Arzt übernehmen. Der Gesetzgeber gibt, aufgrund der unterschiedlichen Entwicklung während der Pubertät, lediglich Anhaltspunkte. Letztendlich aber zählt der Einzelfall.

Alternativen aufzeigen

Doch eine Abtreibung ist nicht die einzige Lösung für eine junge Frau, die ihr Kind nicht aufziehen möchte. Es gibt die Möglichkeit der Adoption, aber auch die einer Pflegschaft. Das bedeutet, das Kind lebt zwar in einer Pflegefamilie, kann aber die Mutter regelmäßig sehen und eine Beziehung zu ihr aufbauen. Wenn die Frau in der Lage ist, ihr Kind selbst wieder zu versorgen, so steht ihr diese Möglichkeit offen. Viele Mädchen entscheiden sich jedoch für den Schwangerschaftsabbruch. Sie fühlen sich der Herausforderung nicht gewachsen, haben selbst mit Schule und Ausbildung ein großes Paket zu tragen und sind noch nicht bereit dazu, auf Ausgehen und Flirten zu verzichten.

Sexuelle Aufklärung allein genügt nicht

Die Frage, die man sich in diesem Zusammenhang zwangsläufig stellt, ist die, wie es in einem so aufgeklärten Zeitalter sein kann, dass es überhaupt zu einer ungewollten Schwangerschaft kommt. Die Zeiten, in denen das Wort Sex nur verschämt hinter der Schlafzimmertür umschrieben wurde, sind doch längst vorbei. Denkt man. Doch allein die Tatsache, dass man überall nackte Körper bewundern kann, in der Schule ein Fach namens Sexualkunde Einzug gehalten hat und sexuelle Erfahrungen immer früher gemacht werden, macht noch keine Aufklärung aus.

Und selbst, wenn man aufgeklärt ist, so bedeutet das nicht, dass man die Wichtigkeit von Verhütung auch erkannt hat beziehungsweise überhaupt in der Lage ist, diese korrekt durchzuführen oder beim Geschlechtspartner durchzusetzen. Und vielleicht ist es gerade dann schwierig, nachzufragen, wenn man das Gefühl hat, alle anderen sind über die Maßen informiert. Und man könnte sich lächerlich machen. In diesem Zusammenhang ist es besonders wichtig, zuhause ein offenes Klima zu schaffen, in dem Kinder und Jugendliche sich nicht scheuen, Fragen zu stellen und in dem sie zu einem verantwortungsvollen Sexualleben erzogen werden.

Ein Kind als Ausweg

Auch wenn nicht alle Teenagermütter aus schwierigen Verhältnissen stammen, so erhöhen doch Armut, ein niedriger Bildungsstand sowie Probleme in der Familie die Wahrscheinlichkeit einer sehr frühen Schwangerschaft. Untersuchungen in Mutter-Kind-Einrichtungen haben ergeben, dass nicht nur materielle Not und Alkohol in den Familien eine große Rolle gespielt haben, sondern häufig auch Misshandlung und sexueller Missbrauch zum Alltag gehörten. Viele Mädchen glauben, durch das Kind der Ausweglosigkeit zu entkommen. Mutter zu sein ist schließlich ein anerkannter Status in der Gesellschaft. Manchen gelingt es sogar, den Teufelskreis zu durchbrechen und ihren eigenen Weg zu gehen, viele allerdings unterschätzen die Situation mit Kind und sind dringend auf Hilfe angewiesen.

Romantische Vorstellungen helfen nicht

In so jungen Jahren ein Kind zu bekommen, bedeutet, mit einem Schlag erwachsen zu werden und Verantwortung zu übernehmen. Nicht nur für sich selbst, sondern auch für das Kind. Viele, die vorher eher romantische Vorstellungen vom Mutterdasein hatten, sind mit der Situation komplett überfordert. Schule und Berufsausbildung sind mit der Kindererziehung schwer zu vereinbaren und scheinen erstmal unwichtig. Das allerdings macht es später schwerer, einen qualifizierten Beruf auszuüben und allein in der Lage zu sein, für sich und das Kind zu sorgen. Die Folge ist ein erhöhtes Armutsrisiko. Die meisten Teenagermütter leben übrigens, laut UNICEF, in den USA. In Europa führen die Briten. Deutschland liegt mit 13 Geburten pro Tausend Frauen zwischen 15 und 19 Jahren im Mittelfeld der OECD-Staaten. Geburten von jüngeren Mädchen sind hier nicht berücksichtigt.

Beratung und Aufklärung sollten an erster Stelle stehen

Es gibt zahlreiche Stellen, die unterstützend zur Seite stehen. Die beraten, aber nicht werten. Für eine erste Information bietet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung eine Internetseite an, die sich allein dem Thema „schwanger unter 20“ widmet (http://www.schwanger-unter-20.de). Hier findet man unter anderem die Kontaktdaten zahlreicher Beratungsstellen in Postleitzahlennähe.

Auch ans Jugendamt kann man sich wenden. Die Mitarbeiter sind an eine Schweigepflicht gebunden und bieten unter Umständen Unterstützung in Form von finanziellen und wirtschaftlichen Hilfen an. Wenn beide Eltern minderjährig sind und sich nicht für einen anderen Vormund entscheiden, so übernimmt das Jugendamt auch die Rolle als gesetzlicher Amtsvormund, wobei es sich hier unter anderem für die Klärung von Unterhaltsansprüchen einsetzt oder im Fall des Falles um die Vaterschaftsanerkennung bemüht.

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