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Kaiserschnitt erhöht Risiko für Diabetes bei Kindern

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Kaiserschnitt  

Kaiserschnitt erhöht das Diabetesrisiko bei Kindern

25.08.2011, 11:35 Uhr | Jenni Zwick, t-online.de

Kaiserschnitt erhöht Risiko für Diabetes bei Kindern. Der Kaiserschnitt: Zweifellos eine wichtige Errungenschaft der modernen Medizin - jedoch nicht ohne Risiken. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Der Kaiserschnitt: Zweifellos eine wichtige Errungenschaft der modernen Medizin - jedoch nicht ohne Risiken. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Jedes dritte Kind in Deutschland kommt im Operationssaal auf die Welt. Doch Mediziner schlagen Alarm: Der Kaiserschnitt birgt Gefahren für die spätere Gesundheit unserer Kinder. Denn "geholte" Kinder leiden häufiger an Asthma und an Lebensmittelunverträglichkeiten. Wissenschaftler beobachten auch sehr genau den Anstieg von Diabetes Typ 1 bei Kindern und Jugendlichen. Der ist nämlich ähnlich hoch, wie der Anstieg der Kaiserschnittrate. Experten befürchten deshalb, dass in Europa die genetisch bedingte Zuckerkrankheit dramatisch häufiger ausbrechen wird.

Diabetes vom Typ 1

Typ-1-Diabetes ist nicht zu verwechseln mit dem Alterszucker (Typ-2-Diabetes), an dem  vorwiegend ältere Menschen, Übergewichtige und manchmal auch dicke Kinder erkranken.  Bei Diabetes Typ-1 sind die Inselzellen der Bauchspeicheldrüse, die die Höhe des Blutzuckers registrieren und Insulin produzieren, zerstört. Das führt fast immer zu einem Insulinmangel.

Die Betroffenen sind lebenslang auf eine Zuführung von Insulin angewiesen. Kinder, die per Kaiserschnitt zur Welt gekommen sind, haben ein um zwanzig Prozent höheres Diabetes-Typ-1-Risiko als Kinder, die auf natürlichem Wege geboren werden. Dies fand eine Forschergruppe der Queens University in Belfast heraus.

Die natürliche Geburt stärkt das Immunsystem

Mediziner gehen davon aus, dass die Geburtsart eines Kindes das Immunsystem beeinträchtigen kann. Auf dem natürlichen Weg durch den Geburtskanal nimmt das Baby wichtige Keime auf, die in der Scheide der Mutter leben. Diese Keime nisten sich in der Darmflora des Babys ein und stärken das Immunsystem. Kommt ein Kind per Kaiserschnitt zur Welt, fehlen diese mütterlichen Mikroben.

So wird das Immunsystem des Kindes nicht genügend stimuliert. Ein weiterer Grund könnte sein, dass im engen Geburtskanal die Flüssigkeit aus der Lunge des Kindes gepresst wird, was die spätere Lungenfunktion verbessert. Fehlt dies, da das Kind den engen Kanal nicht durchqueren muss, kann es zur Asthmaanfälligkeit neigen.

Eine Verknüpfung von Kaiserschnitt und Diabetes-Typ-1 ziehen Mediziner, da bei einem Kaiserschnitt oftmals die Entwicklung des Kindes noch nicht vollständig abgeschlossen ist. Das Kind wird sozusagen zu früh geholt, da die Entwicklung nicht pünktlich zur 40. Woche abgeschlossen ist, sondern oftmals einige Tage früher oder später. Beim Kaiserschnitt wird das Kind aus dem Leib der Mutter entnommen und verpasst deshalb wichtige Umschulungsprozesse, die während des Geburtsvorgangs passieren.

Gerade die Wehen bereiten das Baby auf ein Leben außerhalb des Mutterleibs vor. Sie signalisieren dem Kind, dass es bald selbst atmen, essen und Giftstoffe ausscheiden muss. Ist dieser Mechanismus gestört, kann das Immunsystem ebenfalls gestört sein und die Anfälligkeit für Diabetes steigen.

Warum wünschen sich Frauen einen Kaiserschnitt?

Im Vergleich zu China scheint unser Umgang mit der Geburt noch recht natürlich. In dem asiatischen Land kommt mittlerweile jedes zweite Kind per Kaiserschnitt auf die Welt. Doch der Trend zum Kaiserschnitt ist auch bei uns sichtbar. Vor dreißig Jahren kamen etwa drei Prozent aller Kinder per Kaiserschnitt zur Welt, 1991 rund 15 Prozent und heute sind es etwa dreißig Prozent. Von 644.274 Frauen, die im Jahr 2009 Kinder zur Welt brachten, entbanden rund 31 Prozent per Kaiserschnitt, wie das Statistische Bundesamt mitteilt.

Doch warum bekommen immer mehr Frauen ihr Kind auf diesem Weg? Ein Hauptgrund dafür ist, dass heutige Frauen immer später Mütter werden. Damit steigt auch die Anzahl der Risikoschwangerschaften und damit der Kaiserschnitte. Außerdem werden die Säuglinge immer schwerer. Da ihre Mütter besser ernährt sind, wachsen auch die Kinder schon im Bauch schneller.

Manche Frauen kupfern das Verhalten von Prominenten ab - sie denken, dass sie weniger Schmerzen bei der Geburt erleiden müssen und vor allem schneller wieder ihre "gute“ Figur zurückbekommen.

Kliniken verdienen am Kaiserschnitt

Ein weiterer Grund wird von den werdenden Eltern häufig nicht in Betracht gezogen: Für die Kliniken ist ein Kaiserschnitt viel lukrativer als eine spontane Geburt. Sie bekommen ungefähr den doppelten Betrag für eine Geburt im OP, da raten Ärzte eher mal zu einem Kaiserschnitt. Zu diesem Ergebnis kommt zumindest eine Studie der Gmünder Krankenkasse (GEK), die besagt, dass das deutsche Gesundheitssystem die Rate der Schnittentbindungen sehr wahrscheinlich beeinflusst.

Dazu kommt, dass Geburtshelfer heutzutage größere Angst vor möglichen Regressforderungen haben. Deshalb greifen sie schneller in den Geburtsvorgang ein. Entbindungen mit Wehentropf, Blasensprengung oder PDA enden aber häufiger in einem Kaiserschnitt.

Bekannte Nachteile eines Kaiserschnitts

Erfreulich ist die Entwicklung hin zum Schnitt nicht. Ein Kaiserschnitt birgt viele Risiken und die Frauen haben einige Nachteile, wie die Autorinnen Bianca Marklstorfer und Verena Jobst in ihrem Buch "Ereignis Geburt“ schildern:

  • Kinder, die per Kaiserschnitt zur Welt kommen, leiden häufiger unter Atemwegsproblemen, Asthma oder Allergien.
  • Psychologisch wird Kaiserschnittkindern nachgesagt, sie hätten weniger Durchsetzungsvermögen.
  • Viele Frauen, die ihr Kind per Kaiserschnitt bekommen, berichten von starken Schmerzen nach der OP. Sie waren in den ersten Wochen nach der Geburt oft körperlich eingeschränkt wegen der Bauchwunde.
  • Stillprobleme und eine erschwerte Bindung an das Kind sind ebenfalls mögliche Folgen.

Der Kaiserschnitt ist eine der wichtigsten Errungenschaften in der modernen Medizin und rettet vielen Müttern und ihren Kindern das Leben. Doch laut der WHO (Weltgesundheitsorganisation) ist er in nur 15 Prozent der Fälle wirklich notwendig. Frauen, die über einen geplanten Kaiserschnitt nachdenken, sollten einen Kaiserschnitt nicht als harmlose und schmerzfreie Alternative ansehen. Geburtsschmerzen haben sie trotzdem, wenn nicht während der Geburt, dann danach, wenn die Wunde verheilt.

Eine natürliche Geburt bringt viele Vorteile mit: Die Frauen müssen nicht so lange in der Klinik bleiben, erholen sich schneller, haben ein geringeres Infektionsrisiko und die Wahrscheinlichkeit, dass sie eine Bluttransfusion benötigen, ist geringer.

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