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Hebammenkreißsaal: Sichere Geburt auf die sanfte Tour

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Hebammenkreißsaal – sichere Geburt auf die sanfte Tour

23.12.2011, 15:24 Uhr | Jenni Zwick

Hebammenkreißsaal: Sichere Geburt auf die sanfte Tour. Entspannte Atmosphäre gepaart mit medizinischer Sicherheit - das bieten die Hebammenkreißsäle.  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Entspannte Atmosphäre gepaart mit medizinischer Sicherheit - das bieten die Hebammenkreißsäle. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Sichere Entbindung im Krankenhaus oder natürliche Geburt im Geburtshaus? Vor dieser Entscheidung standen bisher viele werdende Eltern, doch jetzt gibt es eine Lösung, die für alle passt: der Hebammenkreißsaal. Diese Kreißsäle werden ausschließlich von Hebammen geleitet und ermöglichen Frauen, die in keine Risikogruppe fallen, eine natürliche Geburt - im Krankenhaus. Doch Ärzte müssen draußen bleiben. Das ist das Besondere an dieser Geburtsatmosphäre.

Im Gegensatz zu den üblichen Kreißsälen verlaufen hier die Geburten öfter ohne medizinische Interventionen, wie etwa Wehenmittel, Dammschnitt oder Saugglocke. Sollten allerdings Komplikationen auftreten, ist sofort ein Arzt zur Stelle. So haben Eltern die Sicherheit der prompten und bestmöglichen medizinischen Versorgung, abseits der stressigen und oftmals kühlen Krankenhausatmosphäre.

Was ist ein Hebammenkreißsaal?

Der Haupt-Unterschied zum herkömmlichen Kreißsaal im Krankenhaus besteht darin, dass sich nur Hebammen um die Gebärende und ihren Partner kümmern. Außer, es gibt Komplikationen bei der Geburt, die einen Arzt erforderlich machen. Das Positive für die werdende Mutter ist, dass sie die entspannte Atmosphäre genießen und sich sicher sein kann, dass medizinische Eingriffe wirklich nur im Notfall vorgenommen werden. Ähnlich wie bei einer Geburt im Geburtshaus. Durch die Ansiedlung im Krankenhaus ist aber die medizinische Versorgung gewährleistet, ohne dass die Mutter im Notarztwagen in die Klinik gefahren werden muss, falls eben doch Probleme auftreten.

Ärzte müssen draußen bleiben

Durch die alleinige Verantwortung der Hebammen kommt es auch nicht zu Unstimmigkeiten zwischen Ärzten und Hebammen, wenn nicht ganz klar ist, ob beispielsweise ein Kaiserschnitt notwendig ist oder nicht. Die Hebammen entscheiden aufgrund ihrer Erfahrung und ihres Wissens, ob das Baby natürlich geboren werden kann oder nicht. Ärzte müssen so lange draußen bleiben bis sie ausdrücklich darum gebeten werden hereinzukommen. Ähnlich wie bei einem Geburtshaus begleiten die Hebammen aus einem Hebammenkreißsaal die Eltern über einen längeren Zeitraum – von der Vorsorge bis zur Nachsorge oftmals mit Rückbildungskursen, Akkupunktur zur Geburtseinleitung oder auch Schwangerschaftsyoga. So stellt sich ein Vertrauensverhältnis ein, das den Frauen die Geburt und die aufregende erste Zeit mit dem Neugeborenen erleichtert. Ein Hebammenkreißsaal ersetzt nicht den herkömmlichen Kreißsaal in den Kliniken – es ist ein Zusatzangebot.

Natürliche Geburt im Fokus

Eine Studie des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) hat ergeben, dass das Konzept der Hebammenkreißsäle aufgeht. An dieser Studie, die von 2007 bis 2010 durchgeführt wurde, nahmen rund 1200 gesunde Schwangere teil. In der Schwangerschaft entschiedenen sie sich, ob sie in einem Hebammenkreißsaal gebären möchten oder in einem herkömmlichen Kreißsaal. Die Studie wurde an vier verschiedenen Kliniken durchgeführt, die das Konzept der von Hebammen geleiteten Kreißsäle anbieten. 666 Frauen wählten den hebammengeleiteten Kreißsaal und 572 Frauen den ärztlich geleiteten Kreißsaal. Das Ergebnis: 298 der Frauen, die die Geburt ihres Kindes im Hebammenkreißsaal planten, wurden unter der Geburt doch in den ärztlich geleiteten Kreißsaal weitergeleitet - das entspricht rund 44 Prozent. Meistens war der Wunsch nach Schmerzmitteln der Auslöser für die Weiterleitung. Frauen, die im Hebammenkreißsaal blieben, nahmen häufiger natürliche Hilfsmittel gegen die Schmerzen, wie beispielsweise homöopathische Mittel. Laut der Studie zeigen sich auch nach der Geburt Unterschiede. Mütter, die ihr Kind im Hebammenkreißsaal geboren haben, haben häufiger ausschließlich gestillt als Mütter, die im üblichen Kreißsaal entbunden haben. Auch das physische und psychische Wohlbefinden in der Zeit nach der Geburt und das subjektive Geburtserlebnis wurden in der Studie von den Frauen positiver bewertet, die im Hebammenkreißsaal ihr Baby bekommen haben.

Sicherheit geht vor

Wie bei einem Geburtshaus auch, ist die Vorsorge der Schwangeren mit Blick auf die Geburt sehr wichtig. Denn die Sicherheit von Mutter und Kind steht natürlich an erster Stelle. Die werdenden Mütter müssen deshalb mindestens einmal, meistens mehrmals vor dem Entbindungstermin zu Vorsorgeuntersuchungen in die Klinik kommen, um feststellen zu können, ob eine Hebammengeburt überhaupt möglich ist. Außerdem wird in diesem Gespräch abgeklärt, welche Wünsche die Frau hat, wie sie zur Geburt steht, ob sie große Angst hat oder ihr gelassen entgegen sieht. Anhand eines Kriterienkatalogs schließen die Hebamme gemeinsam mit medizinischem Personal mögliche Risiken aus und entscheiden, ob eine Geburt im Hebammenkreißsaal möglich ist oder nicht. Grundvoraussetzung dafür ist eine normale Schwangerschaft und die Aussicht auf eine komplikationslos verlaufende Geburt.

Konzept zum Nachahmen?

In Deutschland gibt es derzeit erst zehn dieser von Hebammen geführten Kreißsäle. Da das Angebot von werdenden Eltern gut angenommen wird und die Studie der BMBF die positiven Effekte dieses Konzept wissenschaftlich belegt hat, wird es wohl auch in Deutschland Nachahmer geben. Ein Blick zu unseren Nachbarn zeigt, dass dies auch sinnvoll ist: In Großbritannien, Dänemark, Schweden, Norwegen, Österreich und in der Schweiz werden zum Teil schon seit über zehn Jahren hebammengeleitete Geburten durchgeführt. Die dortigen Projekte werden wegen ihrer guten Ergebnisse von den Gesundheitsbehörden unterstützt.

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