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Hirntote bringt Zwillinge zur Welt

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Hirntote bringt Zwillinge zur Welt

24.04.2012, 16:23 Uhr | dapd

Christine Bolden war mit Zwillingen schwanger, als sie am 1. März mit einem Hirnaneurysma zusammenbrach. Fünf Tage später wurde die junge Frau für hirntot erklärt. Die Ärzte eines Krankenhauses im US-Staat Michigan hielten die 26-Jährige noch einen Monat lang am Beatmungsgerät, um den Babys eine Überlebenschance zu geben. Nach 25 Schwangerschaftswochen wurden die beiden Jungen dann per Kaiserschnitt entbunden, wie ein Kliniksprecher berichtete. Ob sie überleben werden, ist noch ungewiss.

Die Kinder werden noch künstlich beatmet

Nicholas und Alexander wogen jeder weniger als 900 Gramm, als sie am 5. April auf die Welt geholt wurden. Die extremen Frühchen werden in einer Kinderklinik in Grand Rapids betreut und erhalten noch künstliche Beatmung, sagte der Sprecher Bruce Rossman. Ein solches Verfahren ist selten: Deutsche Forscher fanden 2010 nur 30 ähnliche Fälle seit 1982.

"Es ist noch zu früh, um etwas zu sagen"

"Wir hoffen sehr, dass sie es schaffen, aber im Moment sind sie noch zu klein für eine verlässliche Prognose", sagte Rossman. "Bei so früh geborenen Kindern besteht ein hohes Risiko von Spätfolgen. Es ist noch zu früh, um etwas zu sagen." 70 Prozent der nach 25 Schwangerschaftswochen geborenen Frühchen überlebten, doch bestehe die Gefahr langfristiger Gesundheitsschäden, erklärte der auf Hochrisikoschwangerschaften spezialisierte Arzt Cosmas Vandeven von der Universitätsklinik Michigan.

Familie bittet Ärzte um Hilfe

Boldens Familie habe die Ärzte gebeten, "alles nur Mögliche zu tun, um diese Babys zu retten", sagte Rossman. Die Mediziner hätten eingehend darüber beraten. "Die Babys mussten mindestens 24 Wochen alt sein, bevor wir in Erwägung ziehen konnten, sie zu holen." Die Mutter wurde so lange künstlich am Leben gehalten.

"Ich habe ihren Bauch gestreichelt"

Ihr Bruder Vance Terrell besuchte sie im Krankenhaus und sprach ihr Mut zu, obwohl ihm klar war, dass sie ihn nicht sehen oder hören konnte und ihre Söhne nie im Arm halten würde. "Es war schwer, da rauf zu gehen, durch den Flur und in ihr Zimmer", sagte Terrell am Telefon. "Ich wusste, sie würde nicht mit mir reden. Ich hab ihren Bauch gestreichelt, ihre Hände gestreichelt, sie geküsst und sie spüren lassen, dass ich da bin."

Ethische Fragen

Vandeven findet Boldens Fall äußerst ungewöhnlich. Eine wichtige ethische Frage in solchen Fällen sei, ob eine hirntote Frau durch künstliche Beatmung und Kaiserschnitt leide. "Fast alle Eltern würden ihr Leben geben für ihr Kind", sagte Vandeven. "Aber man muss wirklich unabhängige Meinungen einholen: Sind wir sicher, dass wir der Mama nicht schaden?"

Bolden hatte schon zwei Kinder, eine elfjährige Tochter und einen dreijährigen Sohn. Für ihre Angehörigen war es herzzerreißend, sie sterben zu sehen, aber eine Erleichterung, dass die Zwillinge lebten. "Jede Woche war ein gutes Zeichen", erinnerte sich ihre Tante Danyell Bolden an die Zeit im März, als ihre Nichte an den Apparaten hing. "Wir hatten sie verloren, aber wenn Gott will, würden wir etwas von ihr behalten. Wir haben viel gebetet."

"Das hat unsere Familie zusammengeschweißt"

Terrell weiß noch genau, wie seine Schwester ihn anrief und mitteilte, dass sie Zwillinge erwarte. "Sie sagte, 'Du wirst für deine Neffen da sein, wenn ich sie bekomme.' Ich war ganz närrisch", erinnert sich der Onkel. "Ich weiß, sie will die Babys bei uns wissen. Das hat unsere Familie zusammengeschweißt."

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