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Weniger Babys, ältere Mütter: Das steckt hinter der Geburtenrate

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Geburtenrate  

Weniger Babys, ältere Mütter: Das steckt hinter der Geburtenrate

20.09.2012, 12:26 Uhr | Jens Twiehaus, dapd

Weniger Babys, ältere Mütter: Das steckt hinter der Geburtenrate. Im Jahr 2011 wurden in Deutschland rund 663.000 Babys geboren. (Quelle: dpa)

Im Jahr 2011 wurden in Deutschland rund 663.000 Babys geboren. (Quelle: dpa)

Die Geburtenrate ist nur auf den ersten Blick ein langweiliger Wert. In Westdeutschland hält sie sich seit 1973 auf etwa dem gleichen Niveau. Im Osten hat sie sich nach dem heftigen Geburtenrückgang in der Zeit nach der Wende nun seit einigen Jahren auf etwa der selben Höhe eingependelt. Frauen in Deutschland bekommen durchschnittlich zwischen 1,3 und 1,4 Babys. So weit, so uninteressant - aber auch so weit gefehlt. Spannend ist heute vor allem die Frage, wann Frauen Mutter werden. Viele verschieben die Familienplanung weit nach hinten und wollen sich erst im Job etablieren. Hier sehen Sie die Geburtenentwicklung von 1990 bis 2011.

Gehen uns die Frauen, die Kinder kriegen können, aus

Dass trotz der konstanten Raten weniger Kinder geboren werden, liegt vor allem daran, dass es einfach immer weniger Frauen gibt, die Kinder kriegen könnten. So erblickten rund 830.000 Babys im Jahr 1991 das Licht der Welt, im vergangenen Jahr waren es nur noch 663.000. Die Zahl der gebärfähigen Frauen sank im selben Zeitraum um etwa eine Million. Hinzu kommt, dass es in Deutschland traditionell keine Politik gibt, die kinderreiche Familien fördert. Kein Zuschuss und keine staatliche Beihilfe wurden explizit zum Zweck geschaffen, Mehr-Kind-Familien zu fördern, erkennt auch das Bundesfamilienministerium an.

Akademikerinnen werden besonders spät Mütter

Zugleich haben Frauen aber immer weniger Sorgen als noch vor wenigen Jahren, für ihr Kind finanziell nicht aufkommen zu können. Dies geht aus dem Monitor Familienleben 2012 des Instituts Allensbach hervor. Auch die Zweifel an der grundsätzlichen Vereinbarkeit von Kind und Karriere schwinden.

Dennoch zögern mehr und mehr Frauen den Geburtstermin weiter heraus - erst die Karriere, dann das Kind. Hat man sich im Berufsleben etabliert, fällt auch der Wiedereinstieg nach der Babypause leichter, lautet offenkundig die Motivation der späten Mamas. Besonders bei Akademikerinnen ist das auffällig: Mehr als jedes dritte Kind einer Mutter mit Hochschulabschluss wird geboren, wenn die Mama 35 oder älter ist.

Frauen über 30 haben die jüngeren überflügelt

2010 brachten 1000 Frauen aus der Altersgruppe der 30- bis 39-Jährigen 743 Kinder zur Welt, wie das Statistische Bundesamt ermittelte. Noch zu Beginn der Neunziger wurden von 1000 Frauen dieser Altersgruppe rund 300 Kinder weniger geboren. Die älteren Mütter haben die jüngeren längst überflügelt: 2010 bekamen 1000 Frauen im Alter von 20 bis 29 Jahren lediglich 535 Babys.

Nach Erfahrung der Statistiker aus dem Max-Planck-Institut für demographische Forschung in Rostock spielt das Geburtsjahr der Mutter bei einer Entscheidung für oder gegen Kinder kaum eine Rolle. Ob sie zum Babyboom 1965 geboren wurden und stets mit Freunden spielten, die mehrere Geschwister hatten, oder ein Kind des geburtenschwachen Jahrgangs 1975 sind, ist für ihre Entscheidung unerheblich.

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