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Talk bei Günther Jauch: Das meinen t-online-Leser zum "Auslaufmodell Hausfrau"

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Gründe für "Gebärverweigerung": Das meinen unsere Leser zum Jauch-Talk

05.06.2013, 11:10 Uhr | t-online.de

Talk bei Günther Jauch: Das meinen t-online-Leser zum "Auslaufmodell Hausfrau". Günther Jauch auf der Suche nach dem Familienmodell der Gegenwart.  (Quelle: dpa)

Günther Jauch auf der Suche nach dem Familienmodell der Gegenwart. (Quelle: dpa)

Warum ist es in Deutschland so schwer, Familie und Beruf zu vereinbaren? Warum werden bei uns so wenige Kinder geboren? Nach der ARD-Talkrunde mit Günther Jauch zum Thema "Auslaufmodell Hausfrau - wie funktioniert Familie heute?" gab es einen regen Meinungsaustausch in unserem Leserforum und auf unserer Facebook-Seite "Eltern-Welt". Die Redaktion des Elternportals hat einige Kommentare ausgewählt, die die unterschiedlichen Meinungen wiedergeben.

Drei Schwerpunkte zeichnen sich darin ab: Erstens Kritik an der Arbeitswelt, die mit unsicheren Beschäftigungsverhältnissen und zu niedrigen Löhnen keine Perspektive für eine Familiengründung bietet. Zweitens die These, dass Karriere und Konsum vielen Deutschen wichtiger sind als Kinder. Drittens die kontroverse Auseinandersetzung mit der Rollenverteilung zwischen Mann und Frau.

Arbeitswelt und Betreuungsangebot sind familienfeindlich

Michael: In der Tierwelt ist es so: Stimmt die Umwelt, also gibt es genügend Fressen und die Umgebung ist okay, gibt es auch genügend Nachwuchs. Das kann man auch auf den Menschen übertragen. Meiner Ansicht sind dies die Gründe:
1. Unmögliche Arbeitszeiten (Schicht, Wochenendearbeit, usw.)
2. Lohndumping
3. Zeitarbeit

Gina: Woran es fehlt, ist eine tragfähige Infrastruktur (familiengerechte Wohnungen, Mieten, Arbeitszeiten, Betreuungsangebote) sowie faire Einkommen für Normalverdiener, die es ermöglichen, sich frei von finanziellen Zwängen und Legitimationsnotwendigkeiten für ein Lebensmodell zu entscheiden, ohne auf öffentliche "Wohltaten mit der Grießkanne" angewiesen zu sein.

Nico: Als alleinerziehende Mutter ist es schwer, eine geeignete Teilzeitstelle zu bekommen. Hier ist die Kindergartenbetreuung nur bis 14 Uhr. Und danach? Ich habe keine Familienmitglieder, die meine Kleine nehmen.

Beobachter: "Befristete Beschäftigung wirkt stärker als die Pille" - nicht nur das, auch die unbefristeten Jobs, wenn sie unterbezahlt sind, haben die gleiche Wirkung. Dazu kommt das Sammelsurium von unüberschaubaren staatlichen Leistungen. Kurzum: Verantwortlich ist auch die als töricht zu bezeichnende Familienpolitik.

Sarali: Als Vollzeit arbeitende Mutter mit einem 2,5-jährigen Sohn habe ich mich gegen ein zweites Kind entschieden, weil ich nicht weiß, wie ich dem gerecht werden soll. Wenn ich wüsste, ich bekomme einen Kita-Platz für ein zweijähriges Kind und könnte statt Vollzeit auf halbtags umsteigen, würde ich sofort ein zweites Kind bekommen. Aber mein Chef sagt 40 Stunden oder gar nicht, und unsere Kita nimmt aktuell kein Kind unter drei Jahren. Und mit zwei Kindern 40 Stunden die Woche arbeiten möchte ich nicht.
Dass nur einer arbeitet geht nicht, egal wie sehr ich mich einschränken würde, wir bekämen mit einem Gehalt und Kindergeld nur die Fixkosten bezahlt. Da steht dann noch nichts zu Essen am Tisch und zum Anziehen gibt es auch nichts.

Aggi: Die jungen Männer hier im Osten trauen sich nicht mal eine Familie zu gründen! Von was auch. Er: 33, Maler, knapp 1000 Euro netto, wohnt bei Mutti im Kinderzimmer. Sie: 30, ein Kind, Umschülerin, Hartz IV, hat eine kleine Wohnung in einer andern Stadt - Wochenendbeziehung, keine sicheren Perspektiven.

Mutti: Es geht nicht nur ums Geld! Es geht darum, dass Frauen nach einer kinderbedingten Auszeit Angst haben müssen, im Beruf nicht mehr weiterzukommen, die Kinderbetreuungsplätze nicht ausreichen und die Einrichtungen viel zu viele Schließtage haben, um die Schule herum viel zu viel logistischer Aufwand nötig ist.
Das Modell Vollzeitmutti halte ich für überholt. Es ist wichtig, dass jeder für seinen Lebensunterhalt selber aufkommt, denn Ehen oder Beziehungen halten heutzutage nun mal nicht mehr ein Leben lang und es ist auch unfair, jemand anderem auf der Tasche zu liegen.

Henry8: Wenn Arbeitsverhältnisse wieder verlässlich und menschlich werden, wenn Arbeitgeber nicht nur den Profit anbeten, wieder auch Verantwortung und nicht nur Überheblichkeit für ihre Mitarbeiter übrig haben, dann entsteht ein Klima, das den Wunsch weckt, ein Kind in eine menschlichere Welt zu setzen. Der Konsum ist ein hohler, kurzfristiger Kick, dem man nicht alles opfern sollte.

Maxl: Wirklich Betroffene kommen in den Talkrunden nie zu Wort. Der Staat kann nur die Rahmenbedingungen schaffen. Die Wirtschaft sollte ihre sozialpolitische Verantwortung endlich wahrnehmen. Wer gut ausgebildete Fachkräfte sucht, sollte für die Frauen Lösungen anbieten.

Klassische Rollenverteilung ist am besten - wenn man sie sich leisten kann

Marion Ellies: Auslaufmodell Hausfrau ist falsch, es muss heißen Auslaufmodell Familie. Kinder werden von Fremden erzogen, Mutter muss arbeiten, weil Vaters Gehalt gerade für Miete, Strom und sonstige Nebenkosten reicht, und dann wird sich scheiden lassen. Mutter steht mit Kind(ern) alleine da, muss noch mehr arbeiten um rund zu kommen.

Ratzfatz1: Ich bin Jahrgang 49. Als ich geheiratet habe und Kinder bekam war es noch üblich, dass die Frau zuhause blieb. Wir konnten von einem Gehalt zwar leben, aber keine großen Sprünge machen und haben bei drei Kindern und einem Hausbau auf einiges verzichtet. In den Beruf zurück gehen war nicht drin. Mutter und Schwiegermutter waren der Meinung: Ihr wolltet Kinder, dann kümmert Euch drum. Ich habe zwar nach 15 Jahren wieder angefangen zu arbeiten, in Teilzeit. Meine Rente beträgt 330 Euro.
Heute gibt es Elternzeit, Elterngeld und ein nicht geringes Kindergeld. Trotzdem finde ich es richtig, dass Frauen zeitig in den Beruf zurück gehen. Wozu haben sie sonst eine Ausbildung gemacht? Und vor allen Dingen sollten sie sich eine eigenständige Altersvorsorge erarbeiten. Ich betreue übrigens gerne meinen Enkel, während meine Schwiegertochter arbeiten geht.

AltarSack: Die jahrelange Diskussion um dieses Thema zeigt, dass Eltern die Quadratur des Kreises wollen: Es ist extrem schwierig beide Eltern im Beruf und gleichzeitig eine gute und natürliche Erziehung unter einen Hut zu bringen. Unser Modell ist, meine Frau war bis zum Kindergarteneintritt unseres letzten Kindes Hausfrau und Mutter und hat dann wieder vormittags in Ihrem Beruf gearbeitet. Das Kind nach dem ersten Lebensjahr in die Kita zu geben, ist für alle Beteiligten eine zu hohe Belastung.

Omega: Wenn eine Familie ein Kind bekommt, dann sollte ein Elternteil zu Hause bleiben. Es ist doch klar, dass das so nicht funktioniert mit Kind und Job. Es ist doch nicht richtig die Kinder abzuschieben und die Bildung und Erziehung anderen zu überlassen, Hauptsache Mann / Frau ist im Job erfolgreich. Entscheidet euch, liebe Eltern.

Monktom: Bei unseren Löhnen, ist es nicht machbar, mal eben nochmal ein Kind zu bekommen. Sich auf staatliche Förderung zu verlassen, wäre fatal. Zudem werden ja Familien mit mehr als zwei Kindern gerne mal als asozial bezeichnet.

Hempi: Es ist ein Problem unserer Gesellschaft, die Frauen suggerieren will, ohne Karriere seid ihr nichts. Die Realität sieht doch so aus, die Frauen müssen mitarbeiten weil das Geld vorne und hinten nicht reicht. Wir haben das klassische Modell: Mann geht arbeiten, Frau ist zu Hause und hat hier auch genug zutun. Den Erfolg sehen wir an unseren vier Kindern, es sind keine emotionalen Wracks wie so viele und schulisch sieht es auch sehr gut aus. Dies geht nur wenn einer immer für sie da ist und das kann keine Kita oder andere Betreuungseinrichtung leisten.

Papillon: Herr Jauch sollte mal mit Durchschnittsfamilien reden und nicht mit Personen, die keine finanziellen Sorgen haben. In der Durchschnittsfamilie müssen beide arbeiten, um über die Runden zu kommen, leider!

Viele Deutsche haben keine Lust mehr auf Kinder

Tobias: Ich glaube, dass es einfach viele gibt, die keine Kinder haben wollen. Damals zu Abiturzeiten haben schon viele gesagt, sie wollen keine Kinder. Und jetzt, zehn Jahre später, hat sich an dieser Haltung nur wenig geändert. Bei der Sache geht es weniger ums Geld, als darum, dass man sich persönlich einschränken muss, wenn man Kinder hat.

Huhnmade77: Die Gebärverweigerung ist der gesellschaftlichen Entwicklung geschuldet, dass Familie als Mittelpunkt nach und nach Karriere, Konsum und Lustgewinn weicht. Diese Entwicklung ist in der BRD seit Jahrzehnten zu erkennen. Der Staat kann noch so viele Milliarden in die Förderung stecken, dass "Problem" wird sich mit Geld nicht lösen lassen.

Lenamarie: Die Familien wollen keine drei oder vier Kinder haben. Manche wollen nur ein Kind. Ständig die Schuld der Wirtschaft, der Politik, usw. zu geben, finde ich nicht richtig. Wer Kinder will, schafft sie sich für sich an, nicht für den Staat.

Roland 11: Ich kenne viele junge Frauen, die fast schon aus Perspektivlosigkeit im Berufsleben ein Kind bekommen und dann unter schlechtesten Verhältnissen großziehen müssen. Andere jedoch sehen hierin das abschreckende Beispiel und trauen sich aus einem Verantwortungsbewusstsein, "dem Kind was bieten zu wollen", dieses nicht zu.

Kreuztaler: Die Voraussetzungen für meine Kinder wären hervorragend, ebenfalls Kinder zu bekommen, besser als zu meiner Zeit, sie wollen aber nicht. Karriere und damit verbundene Konsummöglichkeiten sind denen wichtiger und das ist das Problem. Nicht der Staat trägt die Schuld.

Alptraum: Eine Frau will heutzutage aus verschiedenen Gründen keine Kinder:
Grund 1: Da beide Elternteile arbeiten müssen, um überhaupt leben zu können, hat sich es erledigt.
Grund 2: Einige Frauen wollen kein Kind, weil sie leben wollen, ohne für jemanden Verantwortung zu haben.
Grund 3: Ein Teil will die Kinder alleine erziehen, ohne Vater. Welcher normal denkende Mann will nur zahlen, ohne Rechte beim Kind zu haben?

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