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Muttermilch, Stillen, Baby-Ernährung: Testen Sie Ihr Wissen

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Stillen  

"Mein Busen gehört mir!" Stillmythen machen Müttern das Leben schwer

20.01.2014, 09:32 Uhr | Simone Blaß, t-online.de

Muttermilch, Stillen, Baby-Ernährung: Testen Sie Ihr Wissen. Stillmythen verunsichern viele Mütter - und damit auch die Kinder. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Stillmythen verunsichern viele Mütter - und damit auch die Kinder. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Beim Thema Stillen werden junge Mütter fast schon systematisch verunsichert. Jeder weiß es besser: die Stillberaterin im Krankenhaus, die wohlmeinende Freundin, die eigene Mutter oder Tante Lieselotte. Wie gut, wenn man dann einen Partner zur Seite hat im Kampf gegen die Stillmythen unserer Zeit. Denn um kaum ein Thema ranken sich so viele Legenden und im wahrsten Sinne des Wortes Ammenmärchen wie ums Stillen. Hier können Sie testen, wie gut Sie sich in diesem Thema auskennen.

Hiobsbotschaften verunsichern frischgebackene Eltern

Mütter haben es mit ihrem Wunsch, ihrem Nachwuchs nur das Beste angedeihen zu lassen, nicht einfach. In der Nachkriegszeit galt das Füttern mit Flasche als fortschrittlich, gesund und praktisch. In den 70ern wurde das Stillen für manche zum Politikum, andere hatten einfach Angst davor, weil es ihnen mit Schreckensszenarien von Gift in der Muttermilch madig gemacht wurde. Dann wendete sich das Blatt und vor zehn, 15 Jahren war es gang und gäbe, so lange wie möglich voll zu stillen. Um das Kind vor Allergien zu schützen.

Der natürliche Wunsch des Babys nach Beikost musste verweigert werden und stattdessen wurden ziemlich unentspannt allergenarme Lebensmittel nach Plan eingeführt. Heute empfiehlt man eine Stillzeit von vier Monaten und ab da eine besonders abwechslungsreiche Beikost. Was man ziemlich wahrscheinlich in wenigen Jahren auch schon wieder über den Haufen werfen wird.

Manche Stillregel ist regelrecht lächerlich

Die einzige Möglichkeit ist es also, auf sein Bauchgefühl zu hören und bisweilen einfach den gesunden Menschenverstand einzuschalten. Oder auf den des Partners zu hoffen. "Meine Mutter hat mich mal wohlmeinend dezent darauf hingewiesen, dass die Brust nach ein paar Monaten wieder meinem Mann gehören sollte und nicht mehr dem Kind", erzählt Iris, während sie ihre einjährige Tochter stillt. "Erst habe ich gedacht, ich spinne. Aber dann musste ich echt lachen. Ich meine, hallo? Wem gehört mein Busen? Ja wohl mir und weder meinem Kind und schon gar nicht meinem Mann."

Stillen nach Bedarf und nicht nach der Uhr

Hebammen beklagen immer wieder, dass es Stillmythen gibt, die sich hartnäckig halten und es Mutter und Kind extrem schwer machen. Hierzu gehört zum Beispiel die Mär, dass man zwischen zwei Stillmahlzeiten eine Pause von mehreren Stunden machen müsse, damit nicht unverdaute auf verdaute Milch treffe und Bauchschmerzen verursache. Erkundigt man sich bei der La Leche Liga (gemeinnützige Organisation, die das Stillen fördert), erfährt man, dass es sich hier um eines der klassischen Ammenmärchen handelt. Denn es gibt immer wieder Zeiten, in denen ein Säugling häufiger angelegt werden will. Bei Wachstumsschüben zum Beispiel, aber auch, wenn es sehr heiß ist. Dann trinkt das Kind öfter und bekommt dadurch wässrigere Milch, die den Durst besser stillt. Die Natur regelt das von allein so, dass es für das Kind passt und richtet sich dabei keineswegs nach irgendeiner Uhr.

Stillen und das Gewicht

Und was ist mit der Aussage, Stillen mache schlank? Statistiken zeigen, dass gestillte Babys ein geringeres Übergewichtsrisiko haben als Flaschenkinder. Das könnte daran liegen, dass die Flaschenkinder in den ersten Monaten bis zu 70 Prozent mehr Eiweiß aufnehmen. Es könnte aber auch an allgemein gesünderer Ernährung liegen. Wen das Stillen aber auf alle Fälle schlank hält, das ist die Mutter. Sie verbraucht 600 Kalorien mehr am Tag.

Ammenmärchen können Selbstvertrauen rauben

"Überkommene Verhaltens- und Denkweisen, die das Stillen erschweren, haben sich mancherorts zäh behauptet", schreibt schon Hannah Lothrop in ihrem berühmten "Stillbuch". Die inzwischen verstorbene Psychologin gilt als Begründerin der Stillgruppenbewegung in Deutschland und sie war sich immer sicher, dass gerade Stillmythen schädliche Langzeitwirkungen im emotionalen Bereich haben können: "Unbedachte Aussagen, die Zweifel säen und Angst vermitteln, dass das Baby nicht satt werden könne sowie insgesamt die Selbstsicherheit der Frauen in ihren Fähigkeiten als Mütter untergraben."

Eine stillende Mutter muss sich nicht einschränken

Stillen sollte kein Zwang sein. Viel zu viele Mütter fühlen sich von ihrer Umwelt, aber auch von ihren eigenen Erwartungen an sich selbst so stark unter Druck gesetzt, dass das Füttern an der Brust für sie zur Qual wird. Dass sie glauben, eine schlechte Mutter zu sein, wenn sie ihrem Baby die Flasche geben. Oder sich fast schon selbst kasteien, wenn sie ein Essen mit Knoblauch gegessen, vermeintlich nicht genügend Milchprodukte verzehrt oder sich mal wieder eine Runde Sport gegönnt haben. Dabei konnte weder je ein wissenschaftlich bewiesener Hinweis darauf gefunden werden, dass eine bestimmte Still-Diät notwendig sei, noch lässt sich die Milchmenge durch gezielte Lebensmittel gravierend beeinflussen. Und die Milch wird auch nicht sauer durch ein bisschen Sport.

Manches Ammenmärchen könnte seinen Sinn haben

Gestillte Kinder sind schlauer, gesünder, schlanker, ihre Sprachentwicklung ist besser, ihre Zähne nicht so "Spangen-gefährdet" - die Liste ist nahezu unendlich. Zahlreiche Studien untermauern das, stehen aber auch immer wieder in der Kritik, wichtige Aspekte außer Acht zu lassen und zu einseitig zu agieren.

Möglich wäre, dass sich bestimmte Stillmythen einfach deswegen halten, weil sie Mütter ein wenig unterstützen. Extremsport zum Beispiel ist tatsächlich nicht gut. Und zwar weniger für das Baby, sondern mehr für die Frau, die sich nach der Geburt ein wenig schonen sollte und der dies vielleicht einfacher fällt, wenn es nicht um sie, sondern um das Kind geht. Auch eine gesunde und ausgewogene Ernährung lässt sich leichter erreichen, wenn man davon überzeugt ist, dass bestimmte Lebensmittel der Milchbildung zuträglich sind. Da greift man nämlich schneller mal zum Joghurt und verzichtet eher auf das verlockende Stück Schokotorte.

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