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Silke Mader kämpft für Frühchen und ihre Familien

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"Prix Courage"  

Ausgezeichnet: Silke Mader kämpft für Frühchen und ihre Familien

06.11.2013, 12:43 Uhr | dpa, t-online.de

Silke Mader (41) ist für ihren Einsatz für zu früh geborene Kinder mit dem "Prix Courage" ausgezeichnet worden. Das ZDF-Magazin "Mona Lisa" ehrte die Frau aus Deggendorf für ihre Arbeit als Vorsitzende der europaweit vernetzten Stiftung "European Foundation for the Care of Newborn Infants".

Mader war vor 16 Jahren selbst Mutter zweier Frühchen. Nach einer Notoperation brachte sie in der 25. Schwangerschaftswoche Zwillinge zur Welt. Ihre Tochter starb nach vier Tagen, ihr Sohn überlebte und musste viereinhalb Monate auf der Intensivstation bleiben.

"Nicht einmal normale Kinder kann ich kriegen"

"Ich habe mich so fürchterlich geschämt, als ich diese verkabelten, in Plastikfolie gewickelten Kinder sah. Ich habe nur noch geweint, weil ich mich so geschämt habe, dass ich nicht einmal normale Kinder kriegen kann", sagte Mader laut Pressemitteilung.

Inzwischen weiß sie es besser: "Viele denken, dass es vom Alkohol, von Drogen oder vom Rauchen kommt. Der Großteil der Frühgeburten passiert nicht aus diesen Gründen, doch viele trauen sich nicht, darüber zu reden", erklärte Mader in einem früheren Interview mit der "Mona Lisa"-Redaktion. "Sie haben so ein kleines Kind, das aussieht wie ein kleines Fröschlein, und man hat sich das eben ganz anders vorgestellt, als das, was man letztendlich geboren hat. Man fühlt sich einfach schuldig und dementsprechend geht man nicht an die Öffentlichkeit. Und die Leute denken, das ist die Schuld der Mutter, warum das Kind so früh geboren ist."

Kampf gegen Scham und Hilflosigkeit

Heute kämpft sie dafür, anderen diese Scham und Angst zu nehmen: "Jeden kann es treffen, und niemand muss sich dafür schämen." Auch das Gefühl der Hilflosigkeit will Mader anderen Eltern ersparen. Im Austausch mit Ärzten, Pflegeexperten und Politik hat sie gemeinsam mit ihrem Team Normen erarbeitet, die mittlerweile in vielen Kliniken europaweit umgesetzt werden. Psychologischer Beistand, geschultes Klinikpersonal und ständiger Zugang der Eltern und Geschwisterkinder zu den Frühchen gehören auch dank Mader zum Standard bei der Betreuung von Frühgeburten und deren Angehörigen.

"Man kann sich ja im Prinzip überhaupt nicht vorstellen, wie das ist, wenn man so ein kleines Kind bekommt. Man ist erst mal völlig ohnmächtig, man fühlt sich alleingelassen, man denkt manchmal, das ist wie ein Film, der niemals aufhört und man fragt sich, wo ist der Knopf, mit dem man diesen Albtraum-Film ausschalten kann?", erläuterte Mader gegenüber dem ZDF die Beweggründe für ihre Arbeit. Es sei wichtig, betroffene Eltern aufzufangen und sie zu begleiten. Aus einer solchen Betreuung heraus könne die Situation besser koordiniert werden.

Silke Mader verzweifelte nicht an ihrem Schicksal

"Für mich ist Silke Mader eine ganz besondere Frau, weil sie nicht an ihrem eigenen Schicksal verzweifelte, sondern diese persönlichen Erlebnisse nutzt, damit andere es heute nicht so schwer haben wie sie damals", lobt Sibylle Bassler aus der Redaktionsleitung von "Mona Lisa". Der "Prix Courage" ist mit 20.000 Euro dotiert und die Trägerin erhält zusätzlich drei Jahre lang jeweils 5000 Euro für ihr Projekt.

Jedes zehnte Kind in Deutschland ist laut statistischen Erhebungen ein Frühchen. Das heißt es kommt vor der 37. Schwangerschaftswoche auf die Welt. Etwa 66.000 Frühchen gebe es pro Jahr in Deutschland - und damit noch viel Arbeit für Silke Mader: Vor allem bemängelt sie, dass Eltern und Geschwistern von Frühchen vor Ort Räumlichkeiten fehlen, in denen sie sich etwas zu essen und zu trinken machen können. Schließlich verbringen die Betroffenen oft Monate in der Klinik.

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