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Damschnitt oder Dammriss: Was tun?

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Schmerzen in einer Tabuzone  

Wenn der Damm bei der Geburt reißt

12.10.2016, 08:26 Uhr | Nicola Wilbrand-Donzelli, t-online.de

Damschnitt oder Dammriss: Was tun?. Hat der Damm bei der Geburt gelitten, heißt es erst einmal: möglichst viel liegen und wenig sitzen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Hat der Damm bei der Geburt gelitten, heißt es erst einmal: möglichst viel liegen und wenig sitzen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Die Geburt eines Babys ist ein wunderbarer Vorgang, aber auch ein schmerzvoller. Besonders beansprucht wird dabei der Damm. Drängt der Kopf des Kindes nach unten, dehnt sich dieser Bereich so stark, dass er nicht selten reißt oder mit einem Schnitt erweitert wird. Eine Hebamme gibt Tipps für die Heilung.

Viele Mütter kennen den unangenehmen Schmerz und die lästigen Beschwerden, die ein Dammriss beziehungsweise -schnitt verursachen kann. Immerhin passiert das bei jeder vierten Entbindung. 

Der Damm ist eine Tabuzone

"Das ist nicht gerade ein anerkanntes Gesprächsthema und kommt im Ranking vermutlich gleich nach der Frage nach den Hämorrhoiden", schreibt die Berliner Hebamme Jana Friedrich auf ihrer Seite hebammenblog.de.

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Da sich der Damm in einer sensiblen und keimbelasteten Körperregion befindet, sind Verletzungen an dieser Stelle - gleich ob durch einen Riss oder einen Schnitt bedingt - besonders unangenehm. Infektionen oder Blutungen können die Beschwerden vergrößern. So können der Gang zur Toilette, aber auch Sitzen, Gehen oder Beinespreizen zu einer schmerzhaften Herausforderung werden.

Pflege vor der Entbindung macht das Gewebe belastbarer

Doch so weit muss es nicht kommen. Jede Frau kann schon während der Schwangerschaft das Gewebe auf die Belastungen einer Geburt vorbereiten: Zum Beispiel kann man schon einige Wochen, bevor das Baby kommt, durch Massagen mit Weizenkeim-, Sesam,- Oliven- , Johanniskraut- oder Sonnenblumenöl den Damm geschmeidiger und dehnbarer machen. Das reduziert das Risiko eines Risses.

Die Hebamme hat während der Geburt ein Auge auf die gefährdete Zone. Sie achtet darauf, dass das Köpfchen des Kindes nicht zu schnell herauskommt, indem sie eine Hand gegen den Damm drückt, ihn stabilisiert und mit der anderen das Baby durch den Engpass führt. So wird die Durchtrittsgeschwindigkeit reguliert und der Druck dosiert.

Zusätzlich schützen beckenbodenschonende Gebärpositionen den Damm. Dazu gehören zum Beispiel die aufrechte Stehhaltung, die Hocke, der Knie- oder der Vierfüßlerstand.

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Manchmal sind Verletzungen nicht sofort zu sehen

Hat die Frau die Entbindung ohne sichtbare Dammverletzung überstanden, sollte sie dennoch das stark beanspruchte Gewebe pflegen, rät Hebamme Friedrich. Nur selten sei es völlig intakt, auch wenn der Bereich auf den ersten Blick unversehrt erscheine. Denn durch den Druck des Babys könne sich entweder ein Ödem gebildet haben oder Miniaturfaserrisse entstanden sein, die - ähnlich wie bei einem starken Muskelkater - durch die enorm starke Dehnung und das darauf folgende Zusammenziehen hervorgerufen werden können.

Besonders intensive Heilungsnachsorge ist aber nötig, wenn der Damm während der Entbindung den Belastungen tatsächlich nicht stand hält. In ihrem Blog hat die Geburtshelferin dazu eine ganze Reihe nützlicher Tipps zusammengestellt.

Schongang beim Sitzen und Gehen

Zu den wichtigsten nachgeburtlichen "Erste-Hilfe-Maßnahmen" gehört, mindestens fünf Tage das Sitzen zu vermeiden oder aber den Po auf einem Ringkissen zu lagern. Ersatzweise eignet sich ein aufgeblasener Schwimmring.

Außerdem sollte die frischgebackene Mutter in den ersten Tagen idealerweise nicht gehen, was im Alltag mit Baby allerdings nur schwer umsetzbar ist. Kleine Strecken wie etwa den Gang zur Toilette mit Trippelschritten zurückzulegen, ist ein Kompromiss.

Den Damm mit Öl-Packs kühlen

Ebenso unverzichtbar für eine zügige Heilung und das schnelle Abschwellen des Damms ist die Kühlung. Dabei sollten allerdings nicht die viel zu kalten Standard-Kühlkissen aus dem Eisfach zu Einsatz kommen. Stattdessen empfiehlt Friedrich als vorbereitende Maßnahme, einige Vorlagen mit Sonnenblumen- oder Olivenöl zu tränken und einzufrieren. "Nach der Geburt legst du diese gefrorenen 'Cool-Packs' vor den Damm, so lange dir das angenehm ist", schreibt sie.

Sitzbäder helfen nur in der richtigen Dosierung

Zu den Klassikern bei der Dammpflege gehört das Sitzbad, das vor allem in Kliniken zum Standard gehört. Zu Hause kann man einfach eine Plastiktüte über die Klobrille ziehen und dort das Bad einfüllen. Es sollte etwa 35 Grad warm sein und mit einem heilungsfördernden und entzündungshemmenden Mittel wie "Tannolact" versetzt sein. Wer alternative Wirkstoffe bevorzugt, kann ebenso gut auf Pflanzliches aus der Apotheke wie beispielsweise Ringelblumenessenz, Frauenmantelkraut sowie Eichen- oder Hamamelisrinde zurückgreifen, so die Empfehlung der Geburtshelferin.

Doch Vorsicht - solche Anwendungen dürfen nicht übertrieben werden. Zu häufige und zu lange "Tauchgänge" für den Damm können die heilende Wunde wieder aufweichen. Deshalb sollte das Bad nicht länger als zehn bis 15 Minuten dauern. Mehrmals täglich kann man dagegen spezielle Regenerationssprays verwenden.

Der Heilungsprozess dauert rund vier Wochen

Eine spezielle Hege und Pflege braucht auch die Naht beziehungsweise die Narbe auf der Dammwunde, obwohl die Stelle etwa nach einer Woche an der oberen Schicht relativ gut zugewachsen ist. Dann lässt zumeist der Schmerz nach, so dass das Sitzen auf einem weichen Kissen schon wieder einigermaßen erträglich ist.

Bis das Gewebe komplett abgeheilt ist, vergeht ungefähr ein Monat. Damit die Zone während dieser Zeit geschmeidig bleibt und der durch die Naht entstandene Steg so schnell wie möglich zurückgeht, können auch hier Öl-Massagen helfen. Dafür gibt es Narben-Öle - oder man verwendet einfach die restlichen Öle, mit denen schon während der Schwangerschaft der Damm eingerieben wurde.

Um die Nahtversorgung muss man sich keine Sorgen machen, denn ein Riss oder Schnitt wird zumeist mit selbstauflösenden Fäden zusammengehalten. Sie brauchen aber etwas länger, um zu verschwinden und machen sich deshalb manchmal noch durch unangenehmes Piksen der Fadenenden bemerkbar. Die kann die Hebamme jedoch problemlos kappen. 

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