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Schwangere lassen sich zu häufig untersuchen.

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Zu viele Untersuchungen  

Sind inzwischen alle Schwangerschaften riskant?

28.07.2015, 10:48 Uhr | Bertelsmann Stiftung, Florentine Dame, dpa

Schwangere lassen sich zu häufig untersuchen.. Im Normalfall sehen die Richtlinien während einer Schwangerschaft nur drei Ultraschall-Untersuchungen vor. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Im Normalfall sehen die Richtlinien während einer Schwangerschaft nur drei Ultraschall-Untersuchungen vor. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Zu viel Ultraschall, zu viele Untersuchungen: Fast alle Schwangeren nehmen Vorsorgemaßnahmen in Anspruch, die in den Richtlinien gar nicht vorgesehen sind.

99 Prozent aller schwangeren Frauen erhalten mehr Untersuchungen als die Mutterschaftsrichtlinien vorsehen. Egal, ob sie eine Risikoschwangerschaft haben oder ob alles völlig unauffällig verläuft: Werdende Mütter erfahren stets die nahezu gleiche Behandlung. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung der Bertelsmann Stiftung, die knapp 1300 Frauen nach der Geburt befragte.

Vier von fünf Schwangeren zahlen extra

Weil viele der von Ärzten angebotenen Leistungen nicht routinemäßig vorgesehen sind, mussten 80 Prozent der Schwangeren draufzahlen. "Mehr ist nicht zwingend besser. Es gibt eine klare Überversorgung während der Schwangerschaft", sagt Uwe Schwenk, Gesundheitsexperte der Bertelsmann Stiftung.

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Die Autorinnen der Studie gehen sogar noch einen Schritt weiter. Rainhild Schäfers von der Hochschule für Gesundheit in Bochum sagt: "Das Überangebot an Untersuchungen schürt die Angst der Frauen vor der Geburt und möglicherweise auch ihren Wunsch nach einer vermeintlich sicheren Kaiserschnitt-Entbindung."

Das CTG ist keine Regelleistung

Beim sogenannten CTG (Kardiotokographie) werden die Herztöne des Babys und eventuelle Wehen der Mutter aufgezeichnet. 95 Prozent der Frauen glauben, dass ein CTG zu den Routinemaßnahmen in der Schwangerschaft gehört - dabei ist es als solche in den Mutterschaftsrichtlinien nicht vorgesehen. Nahezu jede Schwangere bekommt ein CTG, auch wenn die Schwangerschaft unauffällig verläuft. "Die Ausnahme Risikoschwangerschaft ist inzwischen zur Regel geworden", kritisiert Schwenk.

Auch Ultraschall-Untersuchungen werden zu oft durchgeführt: Die Hälfte der Frauen mit normaler Schwangerschaft erhält mehr als fünf Ultraschall-Untersuchungen - vorgesehen sind drei. Laut Studie hatten weder das Alter als Risikofaktor noch Einkommen oder Bildungsabschluss der Schwangeren einen Einfluss darauf, ob Zusatzleistungen in Anspruch genommen wurden.

Diese Untersuchungen gehören zur Schwangeren-Vorsorge

Was routinemäßig zur ärztlichen Vorsorge einer Schwangeren gehört, ist in den Mutterschafts-Richtlinien geregelt. So sollen Risiken frühzeitig erkannt werden. Vorgesehen sind zehn bis zwölf Untersuchungen: Anfangs im Vier-Wochen-Rhythmus, ab der 32. Woche alle vierzehn Tage.

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Der Arzt oder die Hebamme soll sich anhand einiger Blutuntersuchungen, Gewichts-, Urin- und Blutdruckkontrollen von der Gesundheit der Schwangeren überzeugen. Außerdem sehen die Richtlinien vor, dass sie das Wachstum der Gebärmutter und die Herztöne des Kindes prüfen.

Bei normalem Schwangerschaftsverlauf soll der Arzt an drei Ultraschall-Terminen überprüfen, ob alles in Ordnung ist - in der zehnten, 20. und 30. Woche. Ist etwas auffällig, setzt er weitere Untersuchungen an. Dann zahlt eine Krankenkasse zum Beispiel auch zusätzliche Ultraschalluntersuchungen.

Viele Frauen entscheiden sich aber für zusätzliche Untersuchungen, auch wenn es keine Auffälligkeiten gibt. Inwieweit Krankenkassen die Kosten übernehmen, hängt von ihrem Leistungskatalog ab.

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